
Unterschleißheim
Südliche Ingolstädter Straße, Hollerner Weg, 85386 Unterschleißheim, Deutschland
Erinnerungsort Flachsröste Lohhof | Geschichte & Rundgang
Der Erinnerungsort Flachsröste Lohhof in Unterschleißheim ist kein klassischer Veranstaltungsort, sondern ein dreiteiliger Gedenkort, der die Geschichte der NS-Zwangsarbeit an einem historischen Ort sichtbar macht. Wer nach Flachsröste Lohhof, Denkmal Lohhof oder virtuellem Lernort sucht, will meist keine Tickets und kein Bühnenprogramm, sondern Orientierung, Hintergrund und eine verlässliche Einordnung. Genau dafür wurde dieser Ort geschaffen: Er verbindet das Denkmal am Bahnhof Lohhof, den Weg der Erinnerung und den virtuellen Lernort im Flachsfeld zu einem zusammenhängenden öffentlichen Erinnerungsraum. Der Fokus liegt auf den Menschen, die hier arbeiten mussten, auf ihren Namen und auf einer Form des Gedenkens, die nicht distanziert bleibt, sondern den Ort selbst sprechen lässt. Die Stadt Unterschleißheim beschreibt das Projekt ausdrücklich als verantwortungsvollen Umgang mit der NS-Vergangenheit und als klare Position gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit. Damit ist die Flachsröste Lohhof heute nicht nur ein historischer Schauplatz, sondern auch ein aktueller Bildungs- und Erinnerungsort mit öffentlicher Funktion. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/?utm_source=openai))
Geschichte der Flachsröste Lohhof und NS-Zwangsarbeit
Um die Bedeutung des Erinnerungsorts zu verstehen, hilft zuerst ein Blick auf den historischen Betrieb. Eine Flachsröste ist eine Anlage, in der Flachsstroh zunächst geröstet und anschließend weiterverarbeitet wird, damit die Leinfaser gewonnen werden kann. Die Flachsröste Lohhof nahm im Frühjahr 1938 mit einem länglichen Fabrikgebäude, Lagerscheunen und eigenem Gleisanschluss den Betrieb auf. Nach den Angaben der offiziellen Projektseite wurden dort jährlich bis zu 77 Eisenbahnwaggons Flachs verarbeitet. Ab 1941 existierte außerdem ein betriebseigenes Lager, in dem ein Teil der Zwangsarbeiterinnen untergebracht war. Das zeigt, dass es sich nicht um einen Randbetrieb handelte, sondern um eine kriegswichtige Anlage mit direkter Einbindung in die nationalsozialistische Ausbeutungswirtschaft. Als die US-Armee im April 1945 Süddeutschland befreite, verschanzte sich nach den historischen Darstellungen sogar eine Panzerdivision der SS in der Flachsröste; bei den Gefechten wurden die Gebäude schwer beschädigt, und der Betrieb wurde nach dem Krieg eingestellt. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/geschichte))
Die Geschichte der Flachsröste Lohhof ist vor allem deshalb so schwer, weil sie eng mit systematischer Zwangsarbeit verbunden ist. Zunächst arbeiteten dort 1940 und 1941 französische Kriegsgefangene und belgische Zivilarbeiterinnen. Ab dem Sommer 1941 mussten rund 200 Jüdinnen und Juden aus München sowie 68 jüdische Frauen aus dem Ghetto Litzmannstadt in der Flachsröste arbeiten; viele von ihnen wurden später von der Gestapo deportiert und ermordet. Im weiteren Verlauf wurden sie durch Zwangsarbeiterinnen aus den besetzten Gebieten der Sowjetunion und vermutlich auch aus Polen ersetzt. Die Projektseite beschreibt den Einsatz als berüchtigte „Hölle von Lohhof“: harte körperliche Arbeit, Hitze auf den Feldern, staubige Hallen, Schläge, Misshandlungen, Unfälle und harte Strafen gehörten zum Alltag. Personen, die als ungehorsam oder faul galten, wurden in Arbeitserziehungslager eingewiesen oder direkt nach Auschwitz deportiert und ermordet. Diese Fakten machen deutlich, warum der Erinnerungsort heute mehr ist als eine Informationstafel: Er ist ein Ort des historischen Lernens über Entmenschlichung, Gewalt und Ausbeutung. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/geschichte))
Denkmal am Bahnhof Lohhof und Weg der Erinnerung
Der heutige Erinnerungsort wurde nicht zufällig in mehrere Elemente gegliedert. Das Konzept entstand aus einem langfristigen Forschungs- und Vermittlungsprozess, den die Stadt Unterschleißheim 2010 auf Initiative des damaligen Ortsarchivars Wolfgang Christoph begann. Aus den Recherchen des Historikers Dr. Maximilian Strnad ging 2013 die Studie über die Flachsröste Lohhof hervor; danach wuchs in der Stadtgesellschaft der Wunsch nach einer dauerhaften Sichtbarmachung des Themas. In Kooperation mit der Akademie der Bildenden Künste München wurde 2019 ein Wettbewerb durchgeführt, den die Künstlerin Kirsten Zeitz gewann. Das Ergebnis ist ein dreiteiliger Erinnerungsort, der im September 2023 der Öffentlichkeit übergeben wurde und seitdem mit weiteren Formaten ergänzt wird. Die Teile sind bewusst an historischen Orten verankert, damit die Vermittlung nicht abstrakt bleibt, sondern den Weg der damaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter nachvollziehbar macht. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/konzept))
Besonders prägend ist der sogenannte Weg der Erinnerung. Er verbindet das Denkmal am Bahnhof Lohhof mit dem Lernort und ist rund 500 Meter lang. Auf diesem Weg sind die Namen der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter eingeschrieben, die täglich denselben Weg zurücklegen mussten. Das Denkmal am Bahnhof nimmt Besucherinnen und Besucher dort in Empfang, wo die Menschen damals mit der Bahn ankamen. Genau diese Verbindung von Ankunft, Weg und Ort ist konzeptionell wichtig, weil sie den historischen Ablauf in den Stadtraum übersetzt: vom Bahnhof Lohhof über den öffentlichen Straßenraum bis zur ehemaligen Fabrik. Der Erinnerungsort trägt damit die Erinnerung aus dem Museum heraus und hinein in den Alltag der Stadt. Wer den Rundgang geht, erlebt nicht nur Information, sondern auch räumliche Orientierung und eine sehr konkrete Form des Gedenkens, die den Weg selbst zum Teil der Erzählung macht. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/konzept))
Blaue Blüten, Porträtstelen und das künstlerische Konzept
Die künstlerische Sprache des Ortes ist bewusst kontrastreich angelegt. Kirsten Zeitz arbeitet mit blauen Blüten, Porträtstelen und einem Namensband, um die Erinnerung an die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sichtbar zu machen. Die offizielle Konzeptseite beschreibt ihre Arbeit als Hommage an die Betroffenen und zugleich als Widerstand gegen das Vergessen. Entscheidend ist der Gegensatz zwischen den feinen, organischen Linien des Lein und der harten Materialität von Beton und Stahl. Dadurch entsteht ein Spannungsfeld zwischen der Verletzlichkeit der menschlichen Biografien und der Brutalität des NS-Systems. Der Ort will nicht nur informieren, sondern auch sinnlich erfahrbar machen, dass hinter jedem Namen ein Individuum stand. Genau deshalb wird nicht auf eine anonyme Gedenkfläche gesetzt, sondern auf gestalterische Elemente, die auf Distanz und Nähe zugleich arbeiten. Die blau blühenden Leinpflanzen verweisen auf das Material Flachs, während die Stele und die Namensplatten dem Ort eine dauerhafte, öffentliche Präsenz geben. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/konzept))
Auch der Standort des Denkmals ist Teil der künstlerischen Idee. Das Denkmal am Bahnhof Lohhof markiert die Stelle, an der die damaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter angekommen sind, und der Weg führt von dort zur ehemaligen Flachsröste. In den offiziellen Beschreibungen wird der Lernort als Sichtbezug zur ehemaligen Fabrik verstanden, nicht als isoliertes Kunstobjekt. Nach der Umplanung, die unter anderem durch Corona und Grundstücksfragen nötig wurde, sind die ursprünglich geplanten Elemente teilweise in das Denkmal am Bahnhof integriert worden. Das macht das Ensemble besonders interessant: Es verbindet historische Forschung, Erinnerungskultur und moderne Vermittlung zu einem einzigen, räumlich nachvollziehbaren Konzept. So wird aus einer scheinbar unscheinbaren Strecke ein bewusst gestalteter Erinnerungsweg, der die individuellen Geschichten der Betroffenen in den Mittelpunkt rückt und die industrielle Vergangenheit des Ortes nicht romantisiert, sondern nüchtern und respektvoll sichtbar macht. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/konzept))
Virtueller Lernort, Augmented Reality und digitale Rekonstruktion
Der virtuelle Lernort ist die Antwort auf eine schwierige bauliche und rechtliche Situation. Die offizielle Seite erklärt, dass er in Sichtweite der ehemaligen Flachsröste Lohhof liegt, das Gelände heute aber stark überbaut und in Privatbesitz ist. Es kann daher nicht betreten werden. Gerade deshalb bietet der virtuelle Lernort Zugang zu einer digitalen Rekonstruktion des historischen Ortes. Ein QR-Code auf der Stele führt in eine Mixed-Reality- und Augmented-Reality-Anwendung, in der zunächst der ursprünglich geplante Lernort besichtigt werden kann. Informatiopspulte und eine Porträtstele, die aus Eigentums- und Bausituationen nicht vor Ort errichtet werden konnten, erscheinen dort digital. Das ist kein technischer Selbstzweck, sondern eine sinnvolle Lösung, um historische Sichtbarkeit herzustellen, obwohl der reale Ort nicht vollständig zugänglich ist. Der virtuelle Lernort ergänzt also das Denkmal am Bahnhof und ersetzt es nicht. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/lernort))
Besonders eindrucksvoll ist die virtuelle Zeitreise durch die Jahre 1940 bis 1945. Die mittlere Stele fungiert als Portal zu einer 360-Grad-Experience, die das Gelände aus verschiedenen Kameraperspektiven erfahrbar macht. Hinter einzelnen Gebäuden und Landschaftsmarkern verbergen sich historische Fotos und weitere Informationen. Damit wird der Ort nicht nur dokumentiert, sondern räumlich nachvollziehbar rekonstruiert. Die Anwendung kann sogar mit dem eigenen Mobilgerät genutzt werden, auch wenn man nicht direkt vor Ort ist. Für Suchanfragen wie virtuellem Lernort, Augmented Reality oder digitaler Rekonstruktion ist das zentral: Der Erinnerungsort Flachsröste Lohhof verbindet historische Forschung mit zeitgemäßer Vermittlung und ermöglicht ein Lernen, das zwischen realem Stadtraum und digitaler Erweiterung wechselt. Gerade in einer Umgebung, in der der historische Bau kaum noch sichtbar ist, schafft die digitale Ebene den notwendigen Zugang zu Geschichte, ohne den Respekt vor dem Ort zu verlieren. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/lernort))
Führungen, Bildungsangebote und öffentliche Rundgänge
Der Erinnerungsort versteht sich nicht nur als Denkmal, sondern auch als Bildungsort. Schon im Konzept spielte die Einbindung von Schulen eine wichtige Rolle: Aus den ersten Recherchen entstanden an der FOSBOS eine Ausstellung und am COG ein Actionbound zur Flachsröste Lohhof. Daraus wird deutlich, dass die Vermittlung an junge Menschen und an interessierte Bürgerinnen und Bürger von Anfang an mitgedacht wurde. Die offizielle Website veröffentlicht laufend Programme mit öffentlichen Rundgängen und weiteren Veranstaltungen. In den Programmen wird der Rundgang als Möglichkeit beschrieben, sich mit dem Leben und Schicksal der Menschen zu beschäftigen, die hier während des Nationalsozialismus Zwangsarbeit verrichten mussten. Die Führungen sind kostenfrei und laut den offiziellen Ankündigungen ohne Anmeldung möglich. Als inhaltlicher Schwerpunkt werden die Biografien der ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter genannt, nicht nur die bauliche Geschichte des Ortes. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/konzept))
Die Rundgänge dauern in den offiziellen Angaben etwa eineinhalb Stunden und werden unter anderem von Historiker Dr. Maximilian Strnad begleitet, der sich seit 2011 intensiv mit der Geschichte der Zwangsarbeit an diesem Ort befasst. Für Interessierte ist das besonders relevant, weil hier wissenschaftliche Forschung und öffentliche Vermittlung zusammenkommen. Die Stadt betont auf ihrer Website, dass der Erinnerungsort nach einer langen Entstehungsphase nun Realität ist und künftig weiter mit Bildungsangeboten bespielt wird. Außerdem wurden und werden verschiedene Formate rund um den Gedenkort entwickelt, darunter öffentliche Rundgänge, Workshops und thematische Programme. Wer den Erinnerungsort sucht, sucht deshalb nicht nur einen Ort zum Ansehen, sondern eine Möglichkeit, historische Zusammenhänge in einem betreuten und respektvollen Rahmen zu verstehen. Gerade für Schulen, Gruppen und historisch Interessierte ist der Ort damit ein wichtiger Anlaufpunkt in Unterschleißheim. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/aktuelles/aktuelles/naechste-oeffentliche-rundgaenge-am-erinnerungsort-flachsroeste-lohhof?utm_source=openai))
Biografien, Namen und persönliches Erinnern
Ein zentrales Merkmal des Erinnerungsorts ist die Konzentration auf einzelne Menschen. Auf der offiziellen Seite sind heute 350 Frauen und Männer namentlich bekannt, die während des Nationalsozialismus in der Flachsröste Lohhof Zwangsarbeit leisten mussten. Diese Zahl ist wichtig, weil sie zeigt, dass der Ort nicht nur eine abstrakte NS-Geschichte erzählt, sondern konkrete Lebenswege sichtbar macht. Das digitale Gedenkbuch und die Biografien auf der Website ermöglichen es, die Betroffenen als Individuen wahrzunehmen: mit Herkunft, Verfolgung, Arbeitseinsatz, Deportation oder Überleben. Gerade in der historischen Erinnerung ist das entscheidend, weil nationalsozialistische Gewalt Menschen systematisch zu Nummern reduzieren wollte. Der Erinnerungsort setzt dem eine andere Form des Sehens entgegen. Namen, Porträts und kurze Lebensgeschichten holen die Personen zurück in das öffentliche Bewusstsein und machen deutlich, dass hinter jedem biografischen Eintrag eine reale Familie, ein Alltag und oft ein zerstörtes Leben standen. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/aktuelles/aktuelles/naechste-oeffentliche-rundgaenge-am-erinnerungsort-flachsroeste-lohhof?utm_source=openai))
Das öffentliche Gedenken folgt dabei auch einer klaren Haltung. Die Stadt Unterschleißheim beschreibt den Erinnerungsort als Beitrag zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der NS-Vergangenheit und als Stellungnahme gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und jede Form von Menschenfeindlichkeit. Diese Haltung ist im Kontext der Flachsröste Lohhof besonders glaubwürdig, weil hier Zwangsarbeit, Entrechtung und Deportation historisch eng miteinander verbunden waren. Der Erinnerungsort wird damit zu einem Ort, an dem Erinnerung nicht abgeschlossen ist, sondern weitergeführt wird. Das gilt sowohl für die Forschung als auch für die pädagogische Arbeit und den öffentlichen Raum. Wer hier entlanggeht, begegnet nicht nur Geschichte, sondern auch einer bewussten Entscheidung für demokratische Erinnerungskultur. Genau darin liegt die besondere Stärke des Ortes: Er verbindet sachliche Information mit moralischer Klarheit und zeigt, dass lokales Gedenken ein wichtiger Teil einer lebendigen Stadtgesellschaft sein kann. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/?utm_source=openai))
Anreise zum Bahnhof Lohhof und praktische Orientierung
Für die praktische Orientierung ist der Bahnhof Lohhof der wichtigste Bezugspunkt. Die offiziellen Rundgänge starten am Haupteingang der FOS/BOS in der Südlichen Ingolstädter Straße 1 oder an der Bushaltestelle Bahnhof Lohhof beziehungsweise dem Eingang des FOS/BOS-Geländes. Damit ist klar: Der Erinnerungsort ist auf den öffentlichen Stadtraum und auf gut erreichbare Wege ausgerichtet. Wer anreist, folgt am besten der Beschilderung und den Hinweisen der offiziellen Website, denn der Rundgang führt vom Bahnhof über den Weg der Erinnerung bis zum virtuellen Lernort. Für die Anfahrt per ÖPNV ist der Bezug zum S-Bahnhof Lohhof besonders wichtig. Die Stadt weist zudem auf Park-and-Ride-Angebote an den S-Bahnhöfen hin und nennt fast 900 Fahrrad-Abstellplätze an den Bahnhöfen Unterschleißheim und Lohhof. Damit ist die Anreise mit Bahn und Fahrrad besonders naheliegend, während der konkrete Fokus des Erinnerungsorts selbst nicht auf einem separaten Besucherparkplatz liegt, sondern auf dem öffentlichen Zugang über Bahnhof und Schuleingang. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/aktuelles/aktuelles/naechste-oeffentliche-rundgaenge-am-erinnerungsort-flachsroeste-lohhof?utm_source=openai))
Für Besucherinnen und Besucher bedeutet das: Der Ort ist gut auffindbar, aber bewusst nicht als klassischer Freizeitstandort inszeniert. Es gibt keine Ticketlogik, keine Kasse und keinen Eventbetrieb, sondern einen öffentlichen Gedenk- und Lernraum, der über Rundgänge, QR-Codes und historische Stationen erschlossen wird. Wer mit dem Fahrrad kommt, profitiert von den zahlreichen Abstellanlagen an den Bahnhöfen; wer mit der S-Bahn anreist, findet den Bahnhof Lohhof als klaren Orientierungspunkt. Auch das passt zum Charakter des Projekts, denn schon die historische Erzählung beginnt mit der Ankunft am Bahnhof und nicht mit einer spektakulären Fassade. So bleibt der Weg selbst Teil der Erfahrung. Die praktische Orientierung ist deshalb eng mit der inhaltlichen Idee verbunden: Der Erinnerungsort will nicht nur gefunden, sondern auch bewusst gegangen werden. Genau das macht ihn in Unterschleißheim zu einem besonderen Ziel für historisch Interessierte, Schulklassen, Gruppen und alle, die einen stillen, gut erklärten und respektvoll gestalteten Ort des Erinnerns suchen. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/konzept))
Quellen:
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Erinnerungsort Flachsröste Lohhof | Geschichte & Rundgang
Der Erinnerungsort Flachsröste Lohhof in Unterschleißheim ist kein klassischer Veranstaltungsort, sondern ein dreiteiliger Gedenkort, der die Geschichte der NS-Zwangsarbeit an einem historischen Ort sichtbar macht. Wer nach Flachsröste Lohhof, Denkmal Lohhof oder virtuellem Lernort sucht, will meist keine Tickets und kein Bühnenprogramm, sondern Orientierung, Hintergrund und eine verlässliche Einordnung. Genau dafür wurde dieser Ort geschaffen: Er verbindet das Denkmal am Bahnhof Lohhof, den Weg der Erinnerung und den virtuellen Lernort im Flachsfeld zu einem zusammenhängenden öffentlichen Erinnerungsraum. Der Fokus liegt auf den Menschen, die hier arbeiten mussten, auf ihren Namen und auf einer Form des Gedenkens, die nicht distanziert bleibt, sondern den Ort selbst sprechen lässt. Die Stadt Unterschleißheim beschreibt das Projekt ausdrücklich als verantwortungsvollen Umgang mit der NS-Vergangenheit und als klare Position gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit. Damit ist die Flachsröste Lohhof heute nicht nur ein historischer Schauplatz, sondern auch ein aktueller Bildungs- und Erinnerungsort mit öffentlicher Funktion. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/?utm_source=openai))
Geschichte der Flachsröste Lohhof und NS-Zwangsarbeit
Um die Bedeutung des Erinnerungsorts zu verstehen, hilft zuerst ein Blick auf den historischen Betrieb. Eine Flachsröste ist eine Anlage, in der Flachsstroh zunächst geröstet und anschließend weiterverarbeitet wird, damit die Leinfaser gewonnen werden kann. Die Flachsröste Lohhof nahm im Frühjahr 1938 mit einem länglichen Fabrikgebäude, Lagerscheunen und eigenem Gleisanschluss den Betrieb auf. Nach den Angaben der offiziellen Projektseite wurden dort jährlich bis zu 77 Eisenbahnwaggons Flachs verarbeitet. Ab 1941 existierte außerdem ein betriebseigenes Lager, in dem ein Teil der Zwangsarbeiterinnen untergebracht war. Das zeigt, dass es sich nicht um einen Randbetrieb handelte, sondern um eine kriegswichtige Anlage mit direkter Einbindung in die nationalsozialistische Ausbeutungswirtschaft. Als die US-Armee im April 1945 Süddeutschland befreite, verschanzte sich nach den historischen Darstellungen sogar eine Panzerdivision der SS in der Flachsröste; bei den Gefechten wurden die Gebäude schwer beschädigt, und der Betrieb wurde nach dem Krieg eingestellt. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/geschichte))
Die Geschichte der Flachsröste Lohhof ist vor allem deshalb so schwer, weil sie eng mit systematischer Zwangsarbeit verbunden ist. Zunächst arbeiteten dort 1940 und 1941 französische Kriegsgefangene und belgische Zivilarbeiterinnen. Ab dem Sommer 1941 mussten rund 200 Jüdinnen und Juden aus München sowie 68 jüdische Frauen aus dem Ghetto Litzmannstadt in der Flachsröste arbeiten; viele von ihnen wurden später von der Gestapo deportiert und ermordet. Im weiteren Verlauf wurden sie durch Zwangsarbeiterinnen aus den besetzten Gebieten der Sowjetunion und vermutlich auch aus Polen ersetzt. Die Projektseite beschreibt den Einsatz als berüchtigte „Hölle von Lohhof“: harte körperliche Arbeit, Hitze auf den Feldern, staubige Hallen, Schläge, Misshandlungen, Unfälle und harte Strafen gehörten zum Alltag. Personen, die als ungehorsam oder faul galten, wurden in Arbeitserziehungslager eingewiesen oder direkt nach Auschwitz deportiert und ermordet. Diese Fakten machen deutlich, warum der Erinnerungsort heute mehr ist als eine Informationstafel: Er ist ein Ort des historischen Lernens über Entmenschlichung, Gewalt und Ausbeutung. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/geschichte))
Denkmal am Bahnhof Lohhof und Weg der Erinnerung
Der heutige Erinnerungsort wurde nicht zufällig in mehrere Elemente gegliedert. Das Konzept entstand aus einem langfristigen Forschungs- und Vermittlungsprozess, den die Stadt Unterschleißheim 2010 auf Initiative des damaligen Ortsarchivars Wolfgang Christoph begann. Aus den Recherchen des Historikers Dr. Maximilian Strnad ging 2013 die Studie über die Flachsröste Lohhof hervor; danach wuchs in der Stadtgesellschaft der Wunsch nach einer dauerhaften Sichtbarmachung des Themas. In Kooperation mit der Akademie der Bildenden Künste München wurde 2019 ein Wettbewerb durchgeführt, den die Künstlerin Kirsten Zeitz gewann. Das Ergebnis ist ein dreiteiliger Erinnerungsort, der im September 2023 der Öffentlichkeit übergeben wurde und seitdem mit weiteren Formaten ergänzt wird. Die Teile sind bewusst an historischen Orten verankert, damit die Vermittlung nicht abstrakt bleibt, sondern den Weg der damaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter nachvollziehbar macht. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/konzept))
Besonders prägend ist der sogenannte Weg der Erinnerung. Er verbindet das Denkmal am Bahnhof Lohhof mit dem Lernort und ist rund 500 Meter lang. Auf diesem Weg sind die Namen der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter eingeschrieben, die täglich denselben Weg zurücklegen mussten. Das Denkmal am Bahnhof nimmt Besucherinnen und Besucher dort in Empfang, wo die Menschen damals mit der Bahn ankamen. Genau diese Verbindung von Ankunft, Weg und Ort ist konzeptionell wichtig, weil sie den historischen Ablauf in den Stadtraum übersetzt: vom Bahnhof Lohhof über den öffentlichen Straßenraum bis zur ehemaligen Fabrik. Der Erinnerungsort trägt damit die Erinnerung aus dem Museum heraus und hinein in den Alltag der Stadt. Wer den Rundgang geht, erlebt nicht nur Information, sondern auch räumliche Orientierung und eine sehr konkrete Form des Gedenkens, die den Weg selbst zum Teil der Erzählung macht. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/konzept))
Blaue Blüten, Porträtstelen und das künstlerische Konzept
Die künstlerische Sprache des Ortes ist bewusst kontrastreich angelegt. Kirsten Zeitz arbeitet mit blauen Blüten, Porträtstelen und einem Namensband, um die Erinnerung an die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sichtbar zu machen. Die offizielle Konzeptseite beschreibt ihre Arbeit als Hommage an die Betroffenen und zugleich als Widerstand gegen das Vergessen. Entscheidend ist der Gegensatz zwischen den feinen, organischen Linien des Lein und der harten Materialität von Beton und Stahl. Dadurch entsteht ein Spannungsfeld zwischen der Verletzlichkeit der menschlichen Biografien und der Brutalität des NS-Systems. Der Ort will nicht nur informieren, sondern auch sinnlich erfahrbar machen, dass hinter jedem Namen ein Individuum stand. Genau deshalb wird nicht auf eine anonyme Gedenkfläche gesetzt, sondern auf gestalterische Elemente, die auf Distanz und Nähe zugleich arbeiten. Die blau blühenden Leinpflanzen verweisen auf das Material Flachs, während die Stele und die Namensplatten dem Ort eine dauerhafte, öffentliche Präsenz geben. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/konzept))
Auch der Standort des Denkmals ist Teil der künstlerischen Idee. Das Denkmal am Bahnhof Lohhof markiert die Stelle, an der die damaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter angekommen sind, und der Weg führt von dort zur ehemaligen Flachsröste. In den offiziellen Beschreibungen wird der Lernort als Sichtbezug zur ehemaligen Fabrik verstanden, nicht als isoliertes Kunstobjekt. Nach der Umplanung, die unter anderem durch Corona und Grundstücksfragen nötig wurde, sind die ursprünglich geplanten Elemente teilweise in das Denkmal am Bahnhof integriert worden. Das macht das Ensemble besonders interessant: Es verbindet historische Forschung, Erinnerungskultur und moderne Vermittlung zu einem einzigen, räumlich nachvollziehbaren Konzept. So wird aus einer scheinbar unscheinbaren Strecke ein bewusst gestalteter Erinnerungsweg, der die individuellen Geschichten der Betroffenen in den Mittelpunkt rückt und die industrielle Vergangenheit des Ortes nicht romantisiert, sondern nüchtern und respektvoll sichtbar macht. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/konzept))
Virtueller Lernort, Augmented Reality und digitale Rekonstruktion
Der virtuelle Lernort ist die Antwort auf eine schwierige bauliche und rechtliche Situation. Die offizielle Seite erklärt, dass er in Sichtweite der ehemaligen Flachsröste Lohhof liegt, das Gelände heute aber stark überbaut und in Privatbesitz ist. Es kann daher nicht betreten werden. Gerade deshalb bietet der virtuelle Lernort Zugang zu einer digitalen Rekonstruktion des historischen Ortes. Ein QR-Code auf der Stele führt in eine Mixed-Reality- und Augmented-Reality-Anwendung, in der zunächst der ursprünglich geplante Lernort besichtigt werden kann. Informatiopspulte und eine Porträtstele, die aus Eigentums- und Bausituationen nicht vor Ort errichtet werden konnten, erscheinen dort digital. Das ist kein technischer Selbstzweck, sondern eine sinnvolle Lösung, um historische Sichtbarkeit herzustellen, obwohl der reale Ort nicht vollständig zugänglich ist. Der virtuelle Lernort ergänzt also das Denkmal am Bahnhof und ersetzt es nicht. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/lernort))
Besonders eindrucksvoll ist die virtuelle Zeitreise durch die Jahre 1940 bis 1945. Die mittlere Stele fungiert als Portal zu einer 360-Grad-Experience, die das Gelände aus verschiedenen Kameraperspektiven erfahrbar macht. Hinter einzelnen Gebäuden und Landschaftsmarkern verbergen sich historische Fotos und weitere Informationen. Damit wird der Ort nicht nur dokumentiert, sondern räumlich nachvollziehbar rekonstruiert. Die Anwendung kann sogar mit dem eigenen Mobilgerät genutzt werden, auch wenn man nicht direkt vor Ort ist. Für Suchanfragen wie virtuellem Lernort, Augmented Reality oder digitaler Rekonstruktion ist das zentral: Der Erinnerungsort Flachsröste Lohhof verbindet historische Forschung mit zeitgemäßer Vermittlung und ermöglicht ein Lernen, das zwischen realem Stadtraum und digitaler Erweiterung wechselt. Gerade in einer Umgebung, in der der historische Bau kaum noch sichtbar ist, schafft die digitale Ebene den notwendigen Zugang zu Geschichte, ohne den Respekt vor dem Ort zu verlieren. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/lernort))
Führungen, Bildungsangebote und öffentliche Rundgänge
Der Erinnerungsort versteht sich nicht nur als Denkmal, sondern auch als Bildungsort. Schon im Konzept spielte die Einbindung von Schulen eine wichtige Rolle: Aus den ersten Recherchen entstanden an der FOSBOS eine Ausstellung und am COG ein Actionbound zur Flachsröste Lohhof. Daraus wird deutlich, dass die Vermittlung an junge Menschen und an interessierte Bürgerinnen und Bürger von Anfang an mitgedacht wurde. Die offizielle Website veröffentlicht laufend Programme mit öffentlichen Rundgängen und weiteren Veranstaltungen. In den Programmen wird der Rundgang als Möglichkeit beschrieben, sich mit dem Leben und Schicksal der Menschen zu beschäftigen, die hier während des Nationalsozialismus Zwangsarbeit verrichten mussten. Die Führungen sind kostenfrei und laut den offiziellen Ankündigungen ohne Anmeldung möglich. Als inhaltlicher Schwerpunkt werden die Biografien der ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter genannt, nicht nur die bauliche Geschichte des Ortes. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/konzept))
Die Rundgänge dauern in den offiziellen Angaben etwa eineinhalb Stunden und werden unter anderem von Historiker Dr. Maximilian Strnad begleitet, der sich seit 2011 intensiv mit der Geschichte der Zwangsarbeit an diesem Ort befasst. Für Interessierte ist das besonders relevant, weil hier wissenschaftliche Forschung und öffentliche Vermittlung zusammenkommen. Die Stadt betont auf ihrer Website, dass der Erinnerungsort nach einer langen Entstehungsphase nun Realität ist und künftig weiter mit Bildungsangeboten bespielt wird. Außerdem wurden und werden verschiedene Formate rund um den Gedenkort entwickelt, darunter öffentliche Rundgänge, Workshops und thematische Programme. Wer den Erinnerungsort sucht, sucht deshalb nicht nur einen Ort zum Ansehen, sondern eine Möglichkeit, historische Zusammenhänge in einem betreuten und respektvollen Rahmen zu verstehen. Gerade für Schulen, Gruppen und historisch Interessierte ist der Ort damit ein wichtiger Anlaufpunkt in Unterschleißheim. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/aktuelles/aktuelles/naechste-oeffentliche-rundgaenge-am-erinnerungsort-flachsroeste-lohhof?utm_source=openai))
Biografien, Namen und persönliches Erinnern
Ein zentrales Merkmal des Erinnerungsorts ist die Konzentration auf einzelne Menschen. Auf der offiziellen Seite sind heute 350 Frauen und Männer namentlich bekannt, die während des Nationalsozialismus in der Flachsröste Lohhof Zwangsarbeit leisten mussten. Diese Zahl ist wichtig, weil sie zeigt, dass der Ort nicht nur eine abstrakte NS-Geschichte erzählt, sondern konkrete Lebenswege sichtbar macht. Das digitale Gedenkbuch und die Biografien auf der Website ermöglichen es, die Betroffenen als Individuen wahrzunehmen: mit Herkunft, Verfolgung, Arbeitseinsatz, Deportation oder Überleben. Gerade in der historischen Erinnerung ist das entscheidend, weil nationalsozialistische Gewalt Menschen systematisch zu Nummern reduzieren wollte. Der Erinnerungsort setzt dem eine andere Form des Sehens entgegen. Namen, Porträts und kurze Lebensgeschichten holen die Personen zurück in das öffentliche Bewusstsein und machen deutlich, dass hinter jedem biografischen Eintrag eine reale Familie, ein Alltag und oft ein zerstörtes Leben standen. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/aktuelles/aktuelles/naechste-oeffentliche-rundgaenge-am-erinnerungsort-flachsroeste-lohhof?utm_source=openai))
Das öffentliche Gedenken folgt dabei auch einer klaren Haltung. Die Stadt Unterschleißheim beschreibt den Erinnerungsort als Beitrag zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der NS-Vergangenheit und als Stellungnahme gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und jede Form von Menschenfeindlichkeit. Diese Haltung ist im Kontext der Flachsröste Lohhof besonders glaubwürdig, weil hier Zwangsarbeit, Entrechtung und Deportation historisch eng miteinander verbunden waren. Der Erinnerungsort wird damit zu einem Ort, an dem Erinnerung nicht abgeschlossen ist, sondern weitergeführt wird. Das gilt sowohl für die Forschung als auch für die pädagogische Arbeit und den öffentlichen Raum. Wer hier entlanggeht, begegnet nicht nur Geschichte, sondern auch einer bewussten Entscheidung für demokratische Erinnerungskultur. Genau darin liegt die besondere Stärke des Ortes: Er verbindet sachliche Information mit moralischer Klarheit und zeigt, dass lokales Gedenken ein wichtiger Teil einer lebendigen Stadtgesellschaft sein kann. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/?utm_source=openai))
Anreise zum Bahnhof Lohhof und praktische Orientierung
Für die praktische Orientierung ist der Bahnhof Lohhof der wichtigste Bezugspunkt. Die offiziellen Rundgänge starten am Haupteingang der FOS/BOS in der Südlichen Ingolstädter Straße 1 oder an der Bushaltestelle Bahnhof Lohhof beziehungsweise dem Eingang des FOS/BOS-Geländes. Damit ist klar: Der Erinnerungsort ist auf den öffentlichen Stadtraum und auf gut erreichbare Wege ausgerichtet. Wer anreist, folgt am besten der Beschilderung und den Hinweisen der offiziellen Website, denn der Rundgang führt vom Bahnhof über den Weg der Erinnerung bis zum virtuellen Lernort. Für die Anfahrt per ÖPNV ist der Bezug zum S-Bahnhof Lohhof besonders wichtig. Die Stadt weist zudem auf Park-and-Ride-Angebote an den S-Bahnhöfen hin und nennt fast 900 Fahrrad-Abstellplätze an den Bahnhöfen Unterschleißheim und Lohhof. Damit ist die Anreise mit Bahn und Fahrrad besonders naheliegend, während der konkrete Fokus des Erinnerungsorts selbst nicht auf einem separaten Besucherparkplatz liegt, sondern auf dem öffentlichen Zugang über Bahnhof und Schuleingang. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/aktuelles/aktuelles/naechste-oeffentliche-rundgaenge-am-erinnerungsort-flachsroeste-lohhof?utm_source=openai))
Für Besucherinnen und Besucher bedeutet das: Der Ort ist gut auffindbar, aber bewusst nicht als klassischer Freizeitstandort inszeniert. Es gibt keine Ticketlogik, keine Kasse und keinen Eventbetrieb, sondern einen öffentlichen Gedenk- und Lernraum, der über Rundgänge, QR-Codes und historische Stationen erschlossen wird. Wer mit dem Fahrrad kommt, profitiert von den zahlreichen Abstellanlagen an den Bahnhöfen; wer mit der S-Bahn anreist, findet den Bahnhof Lohhof als klaren Orientierungspunkt. Auch das passt zum Charakter des Projekts, denn schon die historische Erzählung beginnt mit der Ankunft am Bahnhof und nicht mit einer spektakulären Fassade. So bleibt der Weg selbst Teil der Erfahrung. Die praktische Orientierung ist deshalb eng mit der inhaltlichen Idee verbunden: Der Erinnerungsort will nicht nur gefunden, sondern auch bewusst gegangen werden. Genau das macht ihn in Unterschleißheim zu einem besonderen Ziel für historisch Interessierte, Schulklassen, Gruppen und alle, die einen stillen, gut erklärten und respektvoll gestalteten Ort des Erinnerns suchen. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/konzept))
Quellen:
Erinnerungsort Flachsröste Lohhof | Geschichte & Rundgang
Der Erinnerungsort Flachsröste Lohhof in Unterschleißheim ist kein klassischer Veranstaltungsort, sondern ein dreiteiliger Gedenkort, der die Geschichte der NS-Zwangsarbeit an einem historischen Ort sichtbar macht. Wer nach Flachsröste Lohhof, Denkmal Lohhof oder virtuellem Lernort sucht, will meist keine Tickets und kein Bühnenprogramm, sondern Orientierung, Hintergrund und eine verlässliche Einordnung. Genau dafür wurde dieser Ort geschaffen: Er verbindet das Denkmal am Bahnhof Lohhof, den Weg der Erinnerung und den virtuellen Lernort im Flachsfeld zu einem zusammenhängenden öffentlichen Erinnerungsraum. Der Fokus liegt auf den Menschen, die hier arbeiten mussten, auf ihren Namen und auf einer Form des Gedenkens, die nicht distanziert bleibt, sondern den Ort selbst sprechen lässt. Die Stadt Unterschleißheim beschreibt das Projekt ausdrücklich als verantwortungsvollen Umgang mit der NS-Vergangenheit und als klare Position gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit. Damit ist die Flachsröste Lohhof heute nicht nur ein historischer Schauplatz, sondern auch ein aktueller Bildungs- und Erinnerungsort mit öffentlicher Funktion. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/?utm_source=openai))
Geschichte der Flachsröste Lohhof und NS-Zwangsarbeit
Um die Bedeutung des Erinnerungsorts zu verstehen, hilft zuerst ein Blick auf den historischen Betrieb. Eine Flachsröste ist eine Anlage, in der Flachsstroh zunächst geröstet und anschließend weiterverarbeitet wird, damit die Leinfaser gewonnen werden kann. Die Flachsröste Lohhof nahm im Frühjahr 1938 mit einem länglichen Fabrikgebäude, Lagerscheunen und eigenem Gleisanschluss den Betrieb auf. Nach den Angaben der offiziellen Projektseite wurden dort jährlich bis zu 77 Eisenbahnwaggons Flachs verarbeitet. Ab 1941 existierte außerdem ein betriebseigenes Lager, in dem ein Teil der Zwangsarbeiterinnen untergebracht war. Das zeigt, dass es sich nicht um einen Randbetrieb handelte, sondern um eine kriegswichtige Anlage mit direkter Einbindung in die nationalsozialistische Ausbeutungswirtschaft. Als die US-Armee im April 1945 Süddeutschland befreite, verschanzte sich nach den historischen Darstellungen sogar eine Panzerdivision der SS in der Flachsröste; bei den Gefechten wurden die Gebäude schwer beschädigt, und der Betrieb wurde nach dem Krieg eingestellt. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/geschichte))
Die Geschichte der Flachsröste Lohhof ist vor allem deshalb so schwer, weil sie eng mit systematischer Zwangsarbeit verbunden ist. Zunächst arbeiteten dort 1940 und 1941 französische Kriegsgefangene und belgische Zivilarbeiterinnen. Ab dem Sommer 1941 mussten rund 200 Jüdinnen und Juden aus München sowie 68 jüdische Frauen aus dem Ghetto Litzmannstadt in der Flachsröste arbeiten; viele von ihnen wurden später von der Gestapo deportiert und ermordet. Im weiteren Verlauf wurden sie durch Zwangsarbeiterinnen aus den besetzten Gebieten der Sowjetunion und vermutlich auch aus Polen ersetzt. Die Projektseite beschreibt den Einsatz als berüchtigte „Hölle von Lohhof“: harte körperliche Arbeit, Hitze auf den Feldern, staubige Hallen, Schläge, Misshandlungen, Unfälle und harte Strafen gehörten zum Alltag. Personen, die als ungehorsam oder faul galten, wurden in Arbeitserziehungslager eingewiesen oder direkt nach Auschwitz deportiert und ermordet. Diese Fakten machen deutlich, warum der Erinnerungsort heute mehr ist als eine Informationstafel: Er ist ein Ort des historischen Lernens über Entmenschlichung, Gewalt und Ausbeutung. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/geschichte))
Denkmal am Bahnhof Lohhof und Weg der Erinnerung
Der heutige Erinnerungsort wurde nicht zufällig in mehrere Elemente gegliedert. Das Konzept entstand aus einem langfristigen Forschungs- und Vermittlungsprozess, den die Stadt Unterschleißheim 2010 auf Initiative des damaligen Ortsarchivars Wolfgang Christoph begann. Aus den Recherchen des Historikers Dr. Maximilian Strnad ging 2013 die Studie über die Flachsröste Lohhof hervor; danach wuchs in der Stadtgesellschaft der Wunsch nach einer dauerhaften Sichtbarmachung des Themas. In Kooperation mit der Akademie der Bildenden Künste München wurde 2019 ein Wettbewerb durchgeführt, den die Künstlerin Kirsten Zeitz gewann. Das Ergebnis ist ein dreiteiliger Erinnerungsort, der im September 2023 der Öffentlichkeit übergeben wurde und seitdem mit weiteren Formaten ergänzt wird. Die Teile sind bewusst an historischen Orten verankert, damit die Vermittlung nicht abstrakt bleibt, sondern den Weg der damaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter nachvollziehbar macht. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/konzept))
Besonders prägend ist der sogenannte Weg der Erinnerung. Er verbindet das Denkmal am Bahnhof Lohhof mit dem Lernort und ist rund 500 Meter lang. Auf diesem Weg sind die Namen der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter eingeschrieben, die täglich denselben Weg zurücklegen mussten. Das Denkmal am Bahnhof nimmt Besucherinnen und Besucher dort in Empfang, wo die Menschen damals mit der Bahn ankamen. Genau diese Verbindung von Ankunft, Weg und Ort ist konzeptionell wichtig, weil sie den historischen Ablauf in den Stadtraum übersetzt: vom Bahnhof Lohhof über den öffentlichen Straßenraum bis zur ehemaligen Fabrik. Der Erinnerungsort trägt damit die Erinnerung aus dem Museum heraus und hinein in den Alltag der Stadt. Wer den Rundgang geht, erlebt nicht nur Information, sondern auch räumliche Orientierung und eine sehr konkrete Form des Gedenkens, die den Weg selbst zum Teil der Erzählung macht. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/konzept))
Blaue Blüten, Porträtstelen und das künstlerische Konzept
Die künstlerische Sprache des Ortes ist bewusst kontrastreich angelegt. Kirsten Zeitz arbeitet mit blauen Blüten, Porträtstelen und einem Namensband, um die Erinnerung an die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sichtbar zu machen. Die offizielle Konzeptseite beschreibt ihre Arbeit als Hommage an die Betroffenen und zugleich als Widerstand gegen das Vergessen. Entscheidend ist der Gegensatz zwischen den feinen, organischen Linien des Lein und der harten Materialität von Beton und Stahl. Dadurch entsteht ein Spannungsfeld zwischen der Verletzlichkeit der menschlichen Biografien und der Brutalität des NS-Systems. Der Ort will nicht nur informieren, sondern auch sinnlich erfahrbar machen, dass hinter jedem Namen ein Individuum stand. Genau deshalb wird nicht auf eine anonyme Gedenkfläche gesetzt, sondern auf gestalterische Elemente, die auf Distanz und Nähe zugleich arbeiten. Die blau blühenden Leinpflanzen verweisen auf das Material Flachs, während die Stele und die Namensplatten dem Ort eine dauerhafte, öffentliche Präsenz geben. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/konzept))
Auch der Standort des Denkmals ist Teil der künstlerischen Idee. Das Denkmal am Bahnhof Lohhof markiert die Stelle, an der die damaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter angekommen sind, und der Weg führt von dort zur ehemaligen Flachsröste. In den offiziellen Beschreibungen wird der Lernort als Sichtbezug zur ehemaligen Fabrik verstanden, nicht als isoliertes Kunstobjekt. Nach der Umplanung, die unter anderem durch Corona und Grundstücksfragen nötig wurde, sind die ursprünglich geplanten Elemente teilweise in das Denkmal am Bahnhof integriert worden. Das macht das Ensemble besonders interessant: Es verbindet historische Forschung, Erinnerungskultur und moderne Vermittlung zu einem einzigen, räumlich nachvollziehbaren Konzept. So wird aus einer scheinbar unscheinbaren Strecke ein bewusst gestalteter Erinnerungsweg, der die individuellen Geschichten der Betroffenen in den Mittelpunkt rückt und die industrielle Vergangenheit des Ortes nicht romantisiert, sondern nüchtern und respektvoll sichtbar macht. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/konzept))
Virtueller Lernort, Augmented Reality und digitale Rekonstruktion
Der virtuelle Lernort ist die Antwort auf eine schwierige bauliche und rechtliche Situation. Die offizielle Seite erklärt, dass er in Sichtweite der ehemaligen Flachsröste Lohhof liegt, das Gelände heute aber stark überbaut und in Privatbesitz ist. Es kann daher nicht betreten werden. Gerade deshalb bietet der virtuelle Lernort Zugang zu einer digitalen Rekonstruktion des historischen Ortes. Ein QR-Code auf der Stele führt in eine Mixed-Reality- und Augmented-Reality-Anwendung, in der zunächst der ursprünglich geplante Lernort besichtigt werden kann. Informatiopspulte und eine Porträtstele, die aus Eigentums- und Bausituationen nicht vor Ort errichtet werden konnten, erscheinen dort digital. Das ist kein technischer Selbstzweck, sondern eine sinnvolle Lösung, um historische Sichtbarkeit herzustellen, obwohl der reale Ort nicht vollständig zugänglich ist. Der virtuelle Lernort ergänzt also das Denkmal am Bahnhof und ersetzt es nicht. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/lernort))
Besonders eindrucksvoll ist die virtuelle Zeitreise durch die Jahre 1940 bis 1945. Die mittlere Stele fungiert als Portal zu einer 360-Grad-Experience, die das Gelände aus verschiedenen Kameraperspektiven erfahrbar macht. Hinter einzelnen Gebäuden und Landschaftsmarkern verbergen sich historische Fotos und weitere Informationen. Damit wird der Ort nicht nur dokumentiert, sondern räumlich nachvollziehbar rekonstruiert. Die Anwendung kann sogar mit dem eigenen Mobilgerät genutzt werden, auch wenn man nicht direkt vor Ort ist. Für Suchanfragen wie virtuellem Lernort, Augmented Reality oder digitaler Rekonstruktion ist das zentral: Der Erinnerungsort Flachsröste Lohhof verbindet historische Forschung mit zeitgemäßer Vermittlung und ermöglicht ein Lernen, das zwischen realem Stadtraum und digitaler Erweiterung wechselt. Gerade in einer Umgebung, in der der historische Bau kaum noch sichtbar ist, schafft die digitale Ebene den notwendigen Zugang zu Geschichte, ohne den Respekt vor dem Ort zu verlieren. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/lernort))
Führungen, Bildungsangebote und öffentliche Rundgänge
Der Erinnerungsort versteht sich nicht nur als Denkmal, sondern auch als Bildungsort. Schon im Konzept spielte die Einbindung von Schulen eine wichtige Rolle: Aus den ersten Recherchen entstanden an der FOSBOS eine Ausstellung und am COG ein Actionbound zur Flachsröste Lohhof. Daraus wird deutlich, dass die Vermittlung an junge Menschen und an interessierte Bürgerinnen und Bürger von Anfang an mitgedacht wurde. Die offizielle Website veröffentlicht laufend Programme mit öffentlichen Rundgängen und weiteren Veranstaltungen. In den Programmen wird der Rundgang als Möglichkeit beschrieben, sich mit dem Leben und Schicksal der Menschen zu beschäftigen, die hier während des Nationalsozialismus Zwangsarbeit verrichten mussten. Die Führungen sind kostenfrei und laut den offiziellen Ankündigungen ohne Anmeldung möglich. Als inhaltlicher Schwerpunkt werden die Biografien der ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter genannt, nicht nur die bauliche Geschichte des Ortes. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/konzept))
Die Rundgänge dauern in den offiziellen Angaben etwa eineinhalb Stunden und werden unter anderem von Historiker Dr. Maximilian Strnad begleitet, der sich seit 2011 intensiv mit der Geschichte der Zwangsarbeit an diesem Ort befasst. Für Interessierte ist das besonders relevant, weil hier wissenschaftliche Forschung und öffentliche Vermittlung zusammenkommen. Die Stadt betont auf ihrer Website, dass der Erinnerungsort nach einer langen Entstehungsphase nun Realität ist und künftig weiter mit Bildungsangeboten bespielt wird. Außerdem wurden und werden verschiedene Formate rund um den Gedenkort entwickelt, darunter öffentliche Rundgänge, Workshops und thematische Programme. Wer den Erinnerungsort sucht, sucht deshalb nicht nur einen Ort zum Ansehen, sondern eine Möglichkeit, historische Zusammenhänge in einem betreuten und respektvollen Rahmen zu verstehen. Gerade für Schulen, Gruppen und historisch Interessierte ist der Ort damit ein wichtiger Anlaufpunkt in Unterschleißheim. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/aktuelles/aktuelles/naechste-oeffentliche-rundgaenge-am-erinnerungsort-flachsroeste-lohhof?utm_source=openai))
Biografien, Namen und persönliches Erinnern
Ein zentrales Merkmal des Erinnerungsorts ist die Konzentration auf einzelne Menschen. Auf der offiziellen Seite sind heute 350 Frauen und Männer namentlich bekannt, die während des Nationalsozialismus in der Flachsröste Lohhof Zwangsarbeit leisten mussten. Diese Zahl ist wichtig, weil sie zeigt, dass der Ort nicht nur eine abstrakte NS-Geschichte erzählt, sondern konkrete Lebenswege sichtbar macht. Das digitale Gedenkbuch und die Biografien auf der Website ermöglichen es, die Betroffenen als Individuen wahrzunehmen: mit Herkunft, Verfolgung, Arbeitseinsatz, Deportation oder Überleben. Gerade in der historischen Erinnerung ist das entscheidend, weil nationalsozialistische Gewalt Menschen systematisch zu Nummern reduzieren wollte. Der Erinnerungsort setzt dem eine andere Form des Sehens entgegen. Namen, Porträts und kurze Lebensgeschichten holen die Personen zurück in das öffentliche Bewusstsein und machen deutlich, dass hinter jedem biografischen Eintrag eine reale Familie, ein Alltag und oft ein zerstörtes Leben standen. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/aktuelles/aktuelles/naechste-oeffentliche-rundgaenge-am-erinnerungsort-flachsroeste-lohhof?utm_source=openai))
Das öffentliche Gedenken folgt dabei auch einer klaren Haltung. Die Stadt Unterschleißheim beschreibt den Erinnerungsort als Beitrag zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der NS-Vergangenheit und als Stellungnahme gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und jede Form von Menschenfeindlichkeit. Diese Haltung ist im Kontext der Flachsröste Lohhof besonders glaubwürdig, weil hier Zwangsarbeit, Entrechtung und Deportation historisch eng miteinander verbunden waren. Der Erinnerungsort wird damit zu einem Ort, an dem Erinnerung nicht abgeschlossen ist, sondern weitergeführt wird. Das gilt sowohl für die Forschung als auch für die pädagogische Arbeit und den öffentlichen Raum. Wer hier entlanggeht, begegnet nicht nur Geschichte, sondern auch einer bewussten Entscheidung für demokratische Erinnerungskultur. Genau darin liegt die besondere Stärke des Ortes: Er verbindet sachliche Information mit moralischer Klarheit und zeigt, dass lokales Gedenken ein wichtiger Teil einer lebendigen Stadtgesellschaft sein kann. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/?utm_source=openai))
Anreise zum Bahnhof Lohhof und praktische Orientierung
Für die praktische Orientierung ist der Bahnhof Lohhof der wichtigste Bezugspunkt. Die offiziellen Rundgänge starten am Haupteingang der FOS/BOS in der Südlichen Ingolstädter Straße 1 oder an der Bushaltestelle Bahnhof Lohhof beziehungsweise dem Eingang des FOS/BOS-Geländes. Damit ist klar: Der Erinnerungsort ist auf den öffentlichen Stadtraum und auf gut erreichbare Wege ausgerichtet. Wer anreist, folgt am besten der Beschilderung und den Hinweisen der offiziellen Website, denn der Rundgang führt vom Bahnhof über den Weg der Erinnerung bis zum virtuellen Lernort. Für die Anfahrt per ÖPNV ist der Bezug zum S-Bahnhof Lohhof besonders wichtig. Die Stadt weist zudem auf Park-and-Ride-Angebote an den S-Bahnhöfen hin und nennt fast 900 Fahrrad-Abstellplätze an den Bahnhöfen Unterschleißheim und Lohhof. Damit ist die Anreise mit Bahn und Fahrrad besonders naheliegend, während der konkrete Fokus des Erinnerungsorts selbst nicht auf einem separaten Besucherparkplatz liegt, sondern auf dem öffentlichen Zugang über Bahnhof und Schuleingang. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/aktuelles/aktuelles/naechste-oeffentliche-rundgaenge-am-erinnerungsort-flachsroeste-lohhof?utm_source=openai))
Für Besucherinnen und Besucher bedeutet das: Der Ort ist gut auffindbar, aber bewusst nicht als klassischer Freizeitstandort inszeniert. Es gibt keine Ticketlogik, keine Kasse und keinen Eventbetrieb, sondern einen öffentlichen Gedenk- und Lernraum, der über Rundgänge, QR-Codes und historische Stationen erschlossen wird. Wer mit dem Fahrrad kommt, profitiert von den zahlreichen Abstellanlagen an den Bahnhöfen; wer mit der S-Bahn anreist, findet den Bahnhof Lohhof als klaren Orientierungspunkt. Auch das passt zum Charakter des Projekts, denn schon die historische Erzählung beginnt mit der Ankunft am Bahnhof und nicht mit einer spektakulären Fassade. So bleibt der Weg selbst Teil der Erfahrung. Die praktische Orientierung ist deshalb eng mit der inhaltlichen Idee verbunden: Der Erinnerungsort will nicht nur gefunden, sondern auch bewusst gegangen werden. Genau das macht ihn in Unterschleißheim zu einem besonderen Ziel für historisch Interessierte, Schulklassen, Gruppen und alle, die einen stillen, gut erklärten und respektvoll gestalteten Ort des Erinnerns suchen. ([denkmal-lohhof.de](https://www.denkmal-lohhof.de/konzept))
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