
Kirchheim bei München
Bajuwarenhof Kirchheim, Bajuwarenstraße 11, 85551 Kirchheim bei München-Heimstetten, Deutschland
Bajuwarenhof Kirchheim | Öffnungszeiten & Anfahrt
Der Bajuwarenhof Kirchheim ist kein Museum, das Geschichte nur erklärt, sondern ein Ort, an dem man sie in ihrer räumlichen, handwerklichen und landschaftlichen Dimension erleben kann. Als archäologisches Freilichtmuseum in Kirchheim bei München zeigt er, wie ein frühmittelalterliches Gehöft im 6. bis 8. Jahrhundert ausgesehen haben könnte, und verbindet Rekonstruktion, Forschung und Besuchserlebnis auf besonders anschauliche Weise. Seit 2003 wird hier ein Projekt für lebendige Archäologie aufgebaut, das auf Funden und Befunden aus Kirchheim und der näheren Umgebung beruht. Wer das Gelände betritt, sieht nicht nur nachgebaute Gebäude, sondern einen Ort, an dem Fragen nach Alltag, Ernährung, Handwerk, Wohnformen und Landschaft unmittelbar sichtbar werden. Genau darin liegt die Stärke des Bajuwarenhofs: Er übersetzt wissenschaftliche Erkenntnisse in eine Umgebung, die greifbar, familienfreundlich und für den Tagesausflug geeignet ist. ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/startseite))
Geschichte des Bajuwarenhofs und der Bajuwaren
Die Geschichte des Projekts beginnt im Jahr 2003, als eine Gruppe Münchner Archäologinnen und Archäologen den Bajuwarenhof Kirchheim als Projekt für lebendige Archäologie des frühen Mittelalters ins Leben rief. Die Gemeinde Kirchheim b. München und das Landratsamt München unterstützten das Vorhaben früh, stellten Gelände und praktische Hilfe bereit und ermöglichten so den Aufbau eines Museums, das von Beginn an auf Zusammenarbeit zwischen Forschung, Kommune und Ehrenamt setzte. Eine wichtige Zäsur war das Jahr 2018, als das zunächst als Gesellschaft bürgerlichen Rechts getragene Museum in kommunale Trägerschaft überging. Auch der Förderverein spielte von Anfang an eine zentrale Rolle, weil sich dort Fachleute und interessierte Laien gemeinsam im und um das Museum engagieren. Für Besucher ist diese Entwicklung wichtig, weil sie erklärt, warum der Bajuwarenhof zugleich fachlich fundiert und bürgernah wirkt: Er ist kein reines Ausstellungsobjekt, sondern ein gemeinschaftlich getragenes Langzeitprojekt. ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/geschichte))
Die inhaltliche Grundlage des Museums liegt in der frühen Besiedlung des Münchner Umlands. Die Seite zur Archäologie in Kirchheim erklärt, dass hier bereits 1970 Reste einer frühmittelalterlichen Siedlung entdeckt und erstmals in Südbayern in größerem Umfang ausgegraben wurden. Mehrere aneinandergrenzende Höfe mit Wohn- und Wirtschaftsgebäuden entlang einer Straße lieferten wichtige Hinweise für die Rekonstruktion. Hinzu kommen weitere Funde aus der Münchner Schotterebene sowie spätere Ausgrabungen unter dem Museumsgelände, bei denen Siedlungsspuren und Gräber von der Jungsteinzeit bis in die römische Kaiserzeit ans Licht kamen. Der Name der Bajuwaren selbst ist seit der Mitte des 6. Jahrhunderts schriftlich belegt; die wichtigste schriftliche Quelle ist die lex baiuariorum, eine Gesetzessammlung, die in die Zeit zwischen dem 6. und 8. Jahrhundert datiert wird. Für die historische Einordnung ist das entscheidend: Der Bajuwarenhof zeigt nicht irgendeine Fantasiewelt, sondern setzt auf eine Kombination aus Schriftquellen, Archäologie und regionaler Forschung. ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/die-geschichte-der-bajuwaren))
Gelände, Gebäude und experimentelle Archäologie
Das Gelände des Bajuwarenhofs umfasst rund 1.700 Quadratmeter und ist so angelegt, dass sich ein bajuwarisches Gehöft des 6. bis 8. Jahrhunderts in seiner räumlichen Struktur nachvollziehen lässt. Bislang entstanden dort zwei große Pfostenständerbauten mit etwa 110 und 80 Quadratmetern Grundfläche sowie mehrere kleinere Grubenhäuser. Die Gebäude sind nicht dekorative Kulissen, sondern Rekonstruktionen, die auf archäologisch nachgewiesenen oder plausibel rekonstruierten Techniken beruhen. Verwendet wurden und werden nur Geräte und Materialien, die für das frühe Mittelalter belegt oder zumindest wahrscheinlich sind. Holz, Lehm und Schilf bestimmen das Bild; auf traditionelle Holzverbindungen wurde gesetzt, Metallnägel wurden bewusst vermieden. Gerade diese handwerkliche Konsequenz macht den Ort glaubwürdig und für viele Besucher besonders interessant, weil sichtbar wird, wie stark Bauweise, Materialverfügbarkeit und Landschaft zusammenhängen. ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/gelaende))
Im Inneren der Gebäude wird die frühmittelalterliche Lebenswelt nicht nur angedeutet, sondern räumlich erfahrbar gemacht. Das größere Langhaus und das kleinere Nebenhaus konnten als Wohn- und Stallgebäude sowie zur Lagerung dienen, während die Grubenhäuser als Werkstätten oder Lagerräume interpretiert werden. Ein Grubenhaus ist als Webhaus ausgelegt, weil in archäologischen Befunden immer wieder Webgewichte gefunden wurden. Dazu kommen Feuerstellen, Möbel und Gegenstände des täglichen Gebrauchs, die den Eindruck von Alltagsleben, Arbeit und Nähe zum Handwerk verstärken. Wichtig ist dabei auch die museale Haltung: Der Bajuwarenhof will nicht den Eindruck erwecken, die Vergangenheit habe genau so und nicht anders ausgesehen. Stattdessen zeigt er bewusst verschiedene Bau- und Konstruktionsmöglichkeiten, etwa Sparrendach oder Rofendach, Spaltbohlen oder Flechtwerk, Stampflehm, Holzboden oder Steinpflaster. Diese Offenheit gegenüber Varianten ist nicht nur wissenschaftlich korrekt, sondern auch pädagogisch klug, weil sie Besucher zum Fragenstellen einlädt und die Rekonstruktion selbst zum Lerngegenstand macht. ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/gelaende))
Anfahrt, Lage und Parken
Die Lage des Bajuwarenhofs ist für Ausflügler aus München und dem Umland praktisch, weil das Museum sowohl mit dem ÖPNV als auch mit dem Auto erreichbar ist. Auf der offiziellen Anreise-Seite wird der Bahnhof Heimstetten als zentraler Ausgangspunkt genannt. Mit der S-Bahnlinie S2 gelangt man dorthin und erreicht den Hof anschließend zu Fuß nach etwa 1 Kilometer durch den Ortskern von Heimstetten. Alternativ kann man vom Bahnhof Heimstetten mit dem Bus 263 bis zur Räterstraße fahren und den restlichen Weg über die Bajuwarenstraße gehen. Die Gemeinde Kirchheim ergänzt diese Informationen um weitere Anfahrtsmöglichkeiten, etwa über die S2 bis Heimstetten mit kurzem Radweg oder über den Bahnhof Feldkirchen mit Fußweg. Für Besucher bedeutet das: Der Bajuwarenhof ist kein abgelegenes Spezialziel, sondern lässt sich gut in einen Halbtages- oder Tagesausflug einbauen. ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/anreise))
Mit dem Auto wird auf der Website des Museums die Zufahrt über die A99 beschrieben: Ausfahrt 15 Kirchheim b. München, dann rechts abbiegen, am nächsten Kreisel wieder rechts in den Heimstettener Moosweg und weiter bis zur Bajuwarenstraße, in die man erneut rechts einbiegt. Von dort gelangt man nach links auf den Schotterparkplatz unterhalb des Bajuwarenhofes. Die Gemeinde nennt zusätzlich eine Route über die A94, Ausfahrt Feldkirchen-West, B 471 und Seestraße in Richtung Heimstettener See, bevor rechts ein Parkplatz am Bajuwarenhof erreicht wird. Beide Hinweise machen deutlich, dass das Museum eng mit dem Umfeld von Heimstetten, dem Sportpark und dem Seegebiet verbunden ist. Für die Praxis heißt das: Wer gute Beschilderung beachtet, findet den Weg ohne große Umwege. Zugleich lohnt es sich, etwas Zeit für die Umgebung einzuplanen, denn die Kombination aus Museum, See und Grünflächen macht den Standort für Familien, Schulklassen und Geschichtsinteressierte besonders attraktiv. ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/anreise))
Öffnungszeiten, Eintritt und Führungen
Für die Besuchsplanung sind die Öffnungszeiten eine der wichtigsten Informationen. Der Bajuwarenhof ist von Ende April bis Ende September jeweils sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Außerhalb dieser Saison können Gruppenführungen und museumspädagogische Führungen nach Vereinbarung gebucht werden. Die Website weist außerdem darauf hin, dass im Winter einzelne Einrichtungen nicht zu besichtigen sind und keine geheizten Räumlichkeiten zur Verfügung stehen. Das ist für die Erwartungshaltung wichtig: Der Hof ist ein Freilichtmuseum, also ein Ort unter freiem Himmel, der gerade durch seine Offenheit wirkt. Wer den Besuch plant, sollte daher wettergerechte Kleidung und ausreichend Zeit mitbringen. Gleichzeitig ist die klare Sonntagsstruktur ein Vorteil, weil sie den Museumsbesuch verlässlich planbar macht und sich gut mit einem Wochenendausflug kombinieren lässt. ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/oeffnungszeiten-preise))
Der Eintritt ist während der regulären Öffnungszeiten am Sonntag frei, was den Bajuwarenhof besonders familienfreundlich macht. Für Gruppen gelten eigene Preise: eine reguläre Führung dauert etwa 45 bis 60 Minuten, eine große Führung rund 2 Stunden, und ein museumspädagogisches Programm etwa 3 Stunden, jeweils teils mit Materialkostenbeitrag. Besonders für Schüler gibt es die Möglichkeit, Museumsstücke anzufassen und auszuprobieren, was den Lernwert deutlich erhöht. Diese Kombination aus freiem Sonntagszugang und buchbaren Vertiefungsangeboten ist ein starkes Alleinstellungsmerkmal. Sie macht den Hof sowohl für spontane Besuche als auch für organisierte Bildungsausflüge interessant. Wer also nach Eintritt frei, Führung, Gruppenangebot oder Schulprogramm sucht, findet am Bajuwarenhof ein unkompliziertes und zugleich fachlich anspruchsvolles Angebot. ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/oeffnungszeiten-preise))
Gärten, Ökologie und Mitmach-Erlebnis
Ein wesentlicher Teil des Erlebnisses auf dem Bajuwarenhof sind die Gärten und das Versuchsfeld. Auf dem Gelände werden unterschiedliche Flächen bewirtschaftet, um die Nutzung von Pflanzen im frühen Mittelalter anschaulich zu machen. Im Versuchsfeld wachsen alte Getreidesorten wie Gerste, Dinkel, Emmer, Einkorn, Hafer und Roggen; dazu kommen Hülsenfrüchte wie Bohne, Erbse und Linse. In einem Kräuter- und Gemüsegarten orientiert sich die Pflanzenauswahl an botanisch nachgewiesenen Nutzpflanzen Südbayerns und an schriftlich bekannten Pflanzen aus der Antike und dem Frühmittelalter. Das ergibt ein lebendiges Bild davon, wie eng Ernährung, Vorratshaltung und saisonale Arbeit miteinander verbunden waren. Besucher erkennen dadurch nicht nur, welche Pflanzen angebaut wurden, sondern auch, wie viel Wissen und Arbeitsaufwand hinter einer frühmittelalterlichen Hofwirtschaft stand. ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/oekologie))
Besonders interessant ist der Färbergarten. Dort wachsen Pflanzen, die nicht der Ernährung dienen, sondern zur Herstellung von Leinenstoffen, Farben und Laugen genutzt wurden. Dazu gehören Flachs, Färberpflanzen wie Krapp und Waid sowie Seifenkraut. Gleichzeitig zeigt der Hof, dass ein historisches Museum auch ökologisch wirksam sein kann. Die schilfgedeckten Dächer bieten Wildbienen Nistgelegenheiten, die Magerwiese und die Gärten liefern Nahrung für Insekten, und die nur zwei- bis dreimal jährlich gemähte Wildblumenwiese fördert den Artenreichtum. Hummeln nutzen die lehmverputzten Wände, Schmetterlinge profitieren von der Blütenvielfalt, und so wird der Bajuwarenhof selbst zu einem kleinen Lebensraum. Diese Verbindung von Archäologie und Naturschutz ist nicht bloß ein Zusatznutzen, sondern passt inhaltlich perfekt zum Museumsansatz: Wer das frühe Mittelalter verstehen will, muss auch die damalige Landschaft und ihre Nutzung mitdenken. ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/oekologie))
Veranstaltungen, Aktionstage und Besuchstipps
Der Bajuwarenhof lebt nicht nur von seiner Bausubstanz, sondern auch von Veranstaltungen, Vorführungen und Thementagen. Auf der offiziellen Veranstaltungsseite finden sich für 2026 unter anderem Vorträge, Workshops, Live-Vorführungen und museumspädagogische Formate, häufig in Zusammenarbeit mit dem AschheiMuseum. Das Themenjahr 2026 widmet sich dem Textilhandwerk im frühen Mittelalter, was sehr gut zum Profil des Hauses passt: Kleidung, Färben, Weben und Faserverarbeitung gehören schließlich zu den wichtigsten Bereichen des frühmittelalterlichen Alltags. Solche Angebote erweitern den Besuch deutlich, weil sie das Museum von einem reinen Anschauungsort zu einem Lern- und Erlebnisraum machen. Wer also nach Programm, Aktionstag, Workshop oder Veranstaltung sucht, findet hier regelmäßig wechselnde Anlässe für einen erneuten Besuch. ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/veranstaltungen))
Auch die Verbindung aus Museum und Umgebung ist einen Besuch wert. Die offizielle Anreise-Seite nennt ausdrücklich die Nähe zum Heimstettener See mit Biergarten und Bademöglichkeiten. Das macht den Bajuwarenhof zu einem Ziel, das sich sehr gut mit Freizeit und Erholung verbinden lässt. Ein sinnvoller Besuchstipp ist daher, den Sonntag nicht zu knapp zu planen: Erst das Gelände mit den rekonstruierten Häusern ansehen, dann die Gärten und das Versuchsfeld erkunden, vielleicht eine Führung mitnehmen und anschließend die Umgebung nutzen. Für Familien, Schulgruppen und kulturinteressierte Ausflügler ist das besonders angenehm, weil der Hof sowohl Wissen als auch Aufenthaltsqualität bietet. Wenn Sie nach einem authentischen Freilichtmuseum in Kirchheim bei München suchen, das Geschichte, Forschung, Natur und Mitmach-Elemente verbindet, ist der Bajuwarenhof eine sehr stimmige Adresse. Die Kombination aus freiem Eintritt, klaren Öffnungszeiten, Buchungsangeboten für Gruppen und wechselnden Veranstaltungen sorgt dafür, dass der Ort nicht nur informativ, sondern auch wiederkehrend attraktiv bleibt. ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/anreise))
Quellen:
- Bajuwarenhof Kirchheim - Startseite ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/startseite))
- Bajuwarenhof Kirchheim - Geschichte ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/geschichte))
- Bajuwarenhof Kirchheim - Gelände ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/gelaende))
- Bajuwarenhof Kirchheim - Anreise ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/anreise))
- Bajuwarenhof Kirchheim - Öffnungszeiten & Preise ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/oeffnungszeiten-preise))
- Bajuwarenhof Kirchheim - Veranstaltungen ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/veranstaltungen))
- Gemeinde Kirchheim b. München - Bajuwarenhof Kirchheim ([kirchheim-heimstetten.de](https://www.kirchheim-heimstetten.de/leben-kirchheim/freizeitangebot/bajuwarenhof/))
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Bajuwarenhof Kirchheim | Öffnungszeiten & Anfahrt
Der Bajuwarenhof Kirchheim ist kein Museum, das Geschichte nur erklärt, sondern ein Ort, an dem man sie in ihrer räumlichen, handwerklichen und landschaftlichen Dimension erleben kann. Als archäologisches Freilichtmuseum in Kirchheim bei München zeigt er, wie ein frühmittelalterliches Gehöft im 6. bis 8. Jahrhundert ausgesehen haben könnte, und verbindet Rekonstruktion, Forschung und Besuchserlebnis auf besonders anschauliche Weise. Seit 2003 wird hier ein Projekt für lebendige Archäologie aufgebaut, das auf Funden und Befunden aus Kirchheim und der näheren Umgebung beruht. Wer das Gelände betritt, sieht nicht nur nachgebaute Gebäude, sondern einen Ort, an dem Fragen nach Alltag, Ernährung, Handwerk, Wohnformen und Landschaft unmittelbar sichtbar werden. Genau darin liegt die Stärke des Bajuwarenhofs: Er übersetzt wissenschaftliche Erkenntnisse in eine Umgebung, die greifbar, familienfreundlich und für den Tagesausflug geeignet ist. ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/startseite))
Geschichte des Bajuwarenhofs und der Bajuwaren
Die Geschichte des Projekts beginnt im Jahr 2003, als eine Gruppe Münchner Archäologinnen und Archäologen den Bajuwarenhof Kirchheim als Projekt für lebendige Archäologie des frühen Mittelalters ins Leben rief. Die Gemeinde Kirchheim b. München und das Landratsamt München unterstützten das Vorhaben früh, stellten Gelände und praktische Hilfe bereit und ermöglichten so den Aufbau eines Museums, das von Beginn an auf Zusammenarbeit zwischen Forschung, Kommune und Ehrenamt setzte. Eine wichtige Zäsur war das Jahr 2018, als das zunächst als Gesellschaft bürgerlichen Rechts getragene Museum in kommunale Trägerschaft überging. Auch der Förderverein spielte von Anfang an eine zentrale Rolle, weil sich dort Fachleute und interessierte Laien gemeinsam im und um das Museum engagieren. Für Besucher ist diese Entwicklung wichtig, weil sie erklärt, warum der Bajuwarenhof zugleich fachlich fundiert und bürgernah wirkt: Er ist kein reines Ausstellungsobjekt, sondern ein gemeinschaftlich getragenes Langzeitprojekt. ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/geschichte))
Die inhaltliche Grundlage des Museums liegt in der frühen Besiedlung des Münchner Umlands. Die Seite zur Archäologie in Kirchheim erklärt, dass hier bereits 1970 Reste einer frühmittelalterlichen Siedlung entdeckt und erstmals in Südbayern in größerem Umfang ausgegraben wurden. Mehrere aneinandergrenzende Höfe mit Wohn- und Wirtschaftsgebäuden entlang einer Straße lieferten wichtige Hinweise für die Rekonstruktion. Hinzu kommen weitere Funde aus der Münchner Schotterebene sowie spätere Ausgrabungen unter dem Museumsgelände, bei denen Siedlungsspuren und Gräber von der Jungsteinzeit bis in die römische Kaiserzeit ans Licht kamen. Der Name der Bajuwaren selbst ist seit der Mitte des 6. Jahrhunderts schriftlich belegt; die wichtigste schriftliche Quelle ist die lex baiuariorum, eine Gesetzessammlung, die in die Zeit zwischen dem 6. und 8. Jahrhundert datiert wird. Für die historische Einordnung ist das entscheidend: Der Bajuwarenhof zeigt nicht irgendeine Fantasiewelt, sondern setzt auf eine Kombination aus Schriftquellen, Archäologie und regionaler Forschung. ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/die-geschichte-der-bajuwaren))
Gelände, Gebäude und experimentelle Archäologie
Das Gelände des Bajuwarenhofs umfasst rund 1.700 Quadratmeter und ist so angelegt, dass sich ein bajuwarisches Gehöft des 6. bis 8. Jahrhunderts in seiner räumlichen Struktur nachvollziehen lässt. Bislang entstanden dort zwei große Pfostenständerbauten mit etwa 110 und 80 Quadratmetern Grundfläche sowie mehrere kleinere Grubenhäuser. Die Gebäude sind nicht dekorative Kulissen, sondern Rekonstruktionen, die auf archäologisch nachgewiesenen oder plausibel rekonstruierten Techniken beruhen. Verwendet wurden und werden nur Geräte und Materialien, die für das frühe Mittelalter belegt oder zumindest wahrscheinlich sind. Holz, Lehm und Schilf bestimmen das Bild; auf traditionelle Holzverbindungen wurde gesetzt, Metallnägel wurden bewusst vermieden. Gerade diese handwerkliche Konsequenz macht den Ort glaubwürdig und für viele Besucher besonders interessant, weil sichtbar wird, wie stark Bauweise, Materialverfügbarkeit und Landschaft zusammenhängen. ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/gelaende))
Im Inneren der Gebäude wird die frühmittelalterliche Lebenswelt nicht nur angedeutet, sondern räumlich erfahrbar gemacht. Das größere Langhaus und das kleinere Nebenhaus konnten als Wohn- und Stallgebäude sowie zur Lagerung dienen, während die Grubenhäuser als Werkstätten oder Lagerräume interpretiert werden. Ein Grubenhaus ist als Webhaus ausgelegt, weil in archäologischen Befunden immer wieder Webgewichte gefunden wurden. Dazu kommen Feuerstellen, Möbel und Gegenstände des täglichen Gebrauchs, die den Eindruck von Alltagsleben, Arbeit und Nähe zum Handwerk verstärken. Wichtig ist dabei auch die museale Haltung: Der Bajuwarenhof will nicht den Eindruck erwecken, die Vergangenheit habe genau so und nicht anders ausgesehen. Stattdessen zeigt er bewusst verschiedene Bau- und Konstruktionsmöglichkeiten, etwa Sparrendach oder Rofendach, Spaltbohlen oder Flechtwerk, Stampflehm, Holzboden oder Steinpflaster. Diese Offenheit gegenüber Varianten ist nicht nur wissenschaftlich korrekt, sondern auch pädagogisch klug, weil sie Besucher zum Fragenstellen einlädt und die Rekonstruktion selbst zum Lerngegenstand macht. ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/gelaende))
Anfahrt, Lage und Parken
Die Lage des Bajuwarenhofs ist für Ausflügler aus München und dem Umland praktisch, weil das Museum sowohl mit dem ÖPNV als auch mit dem Auto erreichbar ist. Auf der offiziellen Anreise-Seite wird der Bahnhof Heimstetten als zentraler Ausgangspunkt genannt. Mit der S-Bahnlinie S2 gelangt man dorthin und erreicht den Hof anschließend zu Fuß nach etwa 1 Kilometer durch den Ortskern von Heimstetten. Alternativ kann man vom Bahnhof Heimstetten mit dem Bus 263 bis zur Räterstraße fahren und den restlichen Weg über die Bajuwarenstraße gehen. Die Gemeinde Kirchheim ergänzt diese Informationen um weitere Anfahrtsmöglichkeiten, etwa über die S2 bis Heimstetten mit kurzem Radweg oder über den Bahnhof Feldkirchen mit Fußweg. Für Besucher bedeutet das: Der Bajuwarenhof ist kein abgelegenes Spezialziel, sondern lässt sich gut in einen Halbtages- oder Tagesausflug einbauen. ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/anreise))
Mit dem Auto wird auf der Website des Museums die Zufahrt über die A99 beschrieben: Ausfahrt 15 Kirchheim b. München, dann rechts abbiegen, am nächsten Kreisel wieder rechts in den Heimstettener Moosweg und weiter bis zur Bajuwarenstraße, in die man erneut rechts einbiegt. Von dort gelangt man nach links auf den Schotterparkplatz unterhalb des Bajuwarenhofes. Die Gemeinde nennt zusätzlich eine Route über die A94, Ausfahrt Feldkirchen-West, B 471 und Seestraße in Richtung Heimstettener See, bevor rechts ein Parkplatz am Bajuwarenhof erreicht wird. Beide Hinweise machen deutlich, dass das Museum eng mit dem Umfeld von Heimstetten, dem Sportpark und dem Seegebiet verbunden ist. Für die Praxis heißt das: Wer gute Beschilderung beachtet, findet den Weg ohne große Umwege. Zugleich lohnt es sich, etwas Zeit für die Umgebung einzuplanen, denn die Kombination aus Museum, See und Grünflächen macht den Standort für Familien, Schulklassen und Geschichtsinteressierte besonders attraktiv. ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/anreise))
Öffnungszeiten, Eintritt und Führungen
Für die Besuchsplanung sind die Öffnungszeiten eine der wichtigsten Informationen. Der Bajuwarenhof ist von Ende April bis Ende September jeweils sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Außerhalb dieser Saison können Gruppenführungen und museumspädagogische Führungen nach Vereinbarung gebucht werden. Die Website weist außerdem darauf hin, dass im Winter einzelne Einrichtungen nicht zu besichtigen sind und keine geheizten Räumlichkeiten zur Verfügung stehen. Das ist für die Erwartungshaltung wichtig: Der Hof ist ein Freilichtmuseum, also ein Ort unter freiem Himmel, der gerade durch seine Offenheit wirkt. Wer den Besuch plant, sollte daher wettergerechte Kleidung und ausreichend Zeit mitbringen. Gleichzeitig ist die klare Sonntagsstruktur ein Vorteil, weil sie den Museumsbesuch verlässlich planbar macht und sich gut mit einem Wochenendausflug kombinieren lässt. ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/oeffnungszeiten-preise))
Der Eintritt ist während der regulären Öffnungszeiten am Sonntag frei, was den Bajuwarenhof besonders familienfreundlich macht. Für Gruppen gelten eigene Preise: eine reguläre Führung dauert etwa 45 bis 60 Minuten, eine große Führung rund 2 Stunden, und ein museumspädagogisches Programm etwa 3 Stunden, jeweils teils mit Materialkostenbeitrag. Besonders für Schüler gibt es die Möglichkeit, Museumsstücke anzufassen und auszuprobieren, was den Lernwert deutlich erhöht. Diese Kombination aus freiem Sonntagszugang und buchbaren Vertiefungsangeboten ist ein starkes Alleinstellungsmerkmal. Sie macht den Hof sowohl für spontane Besuche als auch für organisierte Bildungsausflüge interessant. Wer also nach Eintritt frei, Führung, Gruppenangebot oder Schulprogramm sucht, findet am Bajuwarenhof ein unkompliziertes und zugleich fachlich anspruchsvolles Angebot. ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/oeffnungszeiten-preise))
Gärten, Ökologie und Mitmach-Erlebnis
Ein wesentlicher Teil des Erlebnisses auf dem Bajuwarenhof sind die Gärten und das Versuchsfeld. Auf dem Gelände werden unterschiedliche Flächen bewirtschaftet, um die Nutzung von Pflanzen im frühen Mittelalter anschaulich zu machen. Im Versuchsfeld wachsen alte Getreidesorten wie Gerste, Dinkel, Emmer, Einkorn, Hafer und Roggen; dazu kommen Hülsenfrüchte wie Bohne, Erbse und Linse. In einem Kräuter- und Gemüsegarten orientiert sich die Pflanzenauswahl an botanisch nachgewiesenen Nutzpflanzen Südbayerns und an schriftlich bekannten Pflanzen aus der Antike und dem Frühmittelalter. Das ergibt ein lebendiges Bild davon, wie eng Ernährung, Vorratshaltung und saisonale Arbeit miteinander verbunden waren. Besucher erkennen dadurch nicht nur, welche Pflanzen angebaut wurden, sondern auch, wie viel Wissen und Arbeitsaufwand hinter einer frühmittelalterlichen Hofwirtschaft stand. ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/oekologie))
Besonders interessant ist der Färbergarten. Dort wachsen Pflanzen, die nicht der Ernährung dienen, sondern zur Herstellung von Leinenstoffen, Farben und Laugen genutzt wurden. Dazu gehören Flachs, Färberpflanzen wie Krapp und Waid sowie Seifenkraut. Gleichzeitig zeigt der Hof, dass ein historisches Museum auch ökologisch wirksam sein kann. Die schilfgedeckten Dächer bieten Wildbienen Nistgelegenheiten, die Magerwiese und die Gärten liefern Nahrung für Insekten, und die nur zwei- bis dreimal jährlich gemähte Wildblumenwiese fördert den Artenreichtum. Hummeln nutzen die lehmverputzten Wände, Schmetterlinge profitieren von der Blütenvielfalt, und so wird der Bajuwarenhof selbst zu einem kleinen Lebensraum. Diese Verbindung von Archäologie und Naturschutz ist nicht bloß ein Zusatznutzen, sondern passt inhaltlich perfekt zum Museumsansatz: Wer das frühe Mittelalter verstehen will, muss auch die damalige Landschaft und ihre Nutzung mitdenken. ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/oekologie))
Veranstaltungen, Aktionstage und Besuchstipps
Der Bajuwarenhof lebt nicht nur von seiner Bausubstanz, sondern auch von Veranstaltungen, Vorführungen und Thementagen. Auf der offiziellen Veranstaltungsseite finden sich für 2026 unter anderem Vorträge, Workshops, Live-Vorführungen und museumspädagogische Formate, häufig in Zusammenarbeit mit dem AschheiMuseum. Das Themenjahr 2026 widmet sich dem Textilhandwerk im frühen Mittelalter, was sehr gut zum Profil des Hauses passt: Kleidung, Färben, Weben und Faserverarbeitung gehören schließlich zu den wichtigsten Bereichen des frühmittelalterlichen Alltags. Solche Angebote erweitern den Besuch deutlich, weil sie das Museum von einem reinen Anschauungsort zu einem Lern- und Erlebnisraum machen. Wer also nach Programm, Aktionstag, Workshop oder Veranstaltung sucht, findet hier regelmäßig wechselnde Anlässe für einen erneuten Besuch. ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/veranstaltungen))
Auch die Verbindung aus Museum und Umgebung ist einen Besuch wert. Die offizielle Anreise-Seite nennt ausdrücklich die Nähe zum Heimstettener See mit Biergarten und Bademöglichkeiten. Das macht den Bajuwarenhof zu einem Ziel, das sich sehr gut mit Freizeit und Erholung verbinden lässt. Ein sinnvoller Besuchstipp ist daher, den Sonntag nicht zu knapp zu planen: Erst das Gelände mit den rekonstruierten Häusern ansehen, dann die Gärten und das Versuchsfeld erkunden, vielleicht eine Führung mitnehmen und anschließend die Umgebung nutzen. Für Familien, Schulgruppen und kulturinteressierte Ausflügler ist das besonders angenehm, weil der Hof sowohl Wissen als auch Aufenthaltsqualität bietet. Wenn Sie nach einem authentischen Freilichtmuseum in Kirchheim bei München suchen, das Geschichte, Forschung, Natur und Mitmach-Elemente verbindet, ist der Bajuwarenhof eine sehr stimmige Adresse. Die Kombination aus freiem Eintritt, klaren Öffnungszeiten, Buchungsangeboten für Gruppen und wechselnden Veranstaltungen sorgt dafür, dass der Ort nicht nur informativ, sondern auch wiederkehrend attraktiv bleibt. ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/anreise))
Quellen:
- Bajuwarenhof Kirchheim - Startseite ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/startseite))
- Bajuwarenhof Kirchheim - Geschichte ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/geschichte))
- Bajuwarenhof Kirchheim - Gelände ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/gelaende))
- Bajuwarenhof Kirchheim - Anreise ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/anreise))
- Bajuwarenhof Kirchheim - Öffnungszeiten & Preise ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/oeffnungszeiten-preise))
- Bajuwarenhof Kirchheim - Veranstaltungen ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/veranstaltungen))
- Gemeinde Kirchheim b. München - Bajuwarenhof Kirchheim ([kirchheim-heimstetten.de](https://www.kirchheim-heimstetten.de/leben-kirchheim/freizeitangebot/bajuwarenhof/))
Bajuwarenhof Kirchheim | Öffnungszeiten & Anfahrt
Der Bajuwarenhof Kirchheim ist kein Museum, das Geschichte nur erklärt, sondern ein Ort, an dem man sie in ihrer räumlichen, handwerklichen und landschaftlichen Dimension erleben kann. Als archäologisches Freilichtmuseum in Kirchheim bei München zeigt er, wie ein frühmittelalterliches Gehöft im 6. bis 8. Jahrhundert ausgesehen haben könnte, und verbindet Rekonstruktion, Forschung und Besuchserlebnis auf besonders anschauliche Weise. Seit 2003 wird hier ein Projekt für lebendige Archäologie aufgebaut, das auf Funden und Befunden aus Kirchheim und der näheren Umgebung beruht. Wer das Gelände betritt, sieht nicht nur nachgebaute Gebäude, sondern einen Ort, an dem Fragen nach Alltag, Ernährung, Handwerk, Wohnformen und Landschaft unmittelbar sichtbar werden. Genau darin liegt die Stärke des Bajuwarenhofs: Er übersetzt wissenschaftliche Erkenntnisse in eine Umgebung, die greifbar, familienfreundlich und für den Tagesausflug geeignet ist. ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/startseite))
Geschichte des Bajuwarenhofs und der Bajuwaren
Die Geschichte des Projekts beginnt im Jahr 2003, als eine Gruppe Münchner Archäologinnen und Archäologen den Bajuwarenhof Kirchheim als Projekt für lebendige Archäologie des frühen Mittelalters ins Leben rief. Die Gemeinde Kirchheim b. München und das Landratsamt München unterstützten das Vorhaben früh, stellten Gelände und praktische Hilfe bereit und ermöglichten so den Aufbau eines Museums, das von Beginn an auf Zusammenarbeit zwischen Forschung, Kommune und Ehrenamt setzte. Eine wichtige Zäsur war das Jahr 2018, als das zunächst als Gesellschaft bürgerlichen Rechts getragene Museum in kommunale Trägerschaft überging. Auch der Förderverein spielte von Anfang an eine zentrale Rolle, weil sich dort Fachleute und interessierte Laien gemeinsam im und um das Museum engagieren. Für Besucher ist diese Entwicklung wichtig, weil sie erklärt, warum der Bajuwarenhof zugleich fachlich fundiert und bürgernah wirkt: Er ist kein reines Ausstellungsobjekt, sondern ein gemeinschaftlich getragenes Langzeitprojekt. ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/geschichte))
Die inhaltliche Grundlage des Museums liegt in der frühen Besiedlung des Münchner Umlands. Die Seite zur Archäologie in Kirchheim erklärt, dass hier bereits 1970 Reste einer frühmittelalterlichen Siedlung entdeckt und erstmals in Südbayern in größerem Umfang ausgegraben wurden. Mehrere aneinandergrenzende Höfe mit Wohn- und Wirtschaftsgebäuden entlang einer Straße lieferten wichtige Hinweise für die Rekonstruktion. Hinzu kommen weitere Funde aus der Münchner Schotterebene sowie spätere Ausgrabungen unter dem Museumsgelände, bei denen Siedlungsspuren und Gräber von der Jungsteinzeit bis in die römische Kaiserzeit ans Licht kamen. Der Name der Bajuwaren selbst ist seit der Mitte des 6. Jahrhunderts schriftlich belegt; die wichtigste schriftliche Quelle ist die lex baiuariorum, eine Gesetzessammlung, die in die Zeit zwischen dem 6. und 8. Jahrhundert datiert wird. Für die historische Einordnung ist das entscheidend: Der Bajuwarenhof zeigt nicht irgendeine Fantasiewelt, sondern setzt auf eine Kombination aus Schriftquellen, Archäologie und regionaler Forschung. ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/die-geschichte-der-bajuwaren))
Gelände, Gebäude und experimentelle Archäologie
Das Gelände des Bajuwarenhofs umfasst rund 1.700 Quadratmeter und ist so angelegt, dass sich ein bajuwarisches Gehöft des 6. bis 8. Jahrhunderts in seiner räumlichen Struktur nachvollziehen lässt. Bislang entstanden dort zwei große Pfostenständerbauten mit etwa 110 und 80 Quadratmetern Grundfläche sowie mehrere kleinere Grubenhäuser. Die Gebäude sind nicht dekorative Kulissen, sondern Rekonstruktionen, die auf archäologisch nachgewiesenen oder plausibel rekonstruierten Techniken beruhen. Verwendet wurden und werden nur Geräte und Materialien, die für das frühe Mittelalter belegt oder zumindest wahrscheinlich sind. Holz, Lehm und Schilf bestimmen das Bild; auf traditionelle Holzverbindungen wurde gesetzt, Metallnägel wurden bewusst vermieden. Gerade diese handwerkliche Konsequenz macht den Ort glaubwürdig und für viele Besucher besonders interessant, weil sichtbar wird, wie stark Bauweise, Materialverfügbarkeit und Landschaft zusammenhängen. ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/gelaende))
Im Inneren der Gebäude wird die frühmittelalterliche Lebenswelt nicht nur angedeutet, sondern räumlich erfahrbar gemacht. Das größere Langhaus und das kleinere Nebenhaus konnten als Wohn- und Stallgebäude sowie zur Lagerung dienen, während die Grubenhäuser als Werkstätten oder Lagerräume interpretiert werden. Ein Grubenhaus ist als Webhaus ausgelegt, weil in archäologischen Befunden immer wieder Webgewichte gefunden wurden. Dazu kommen Feuerstellen, Möbel und Gegenstände des täglichen Gebrauchs, die den Eindruck von Alltagsleben, Arbeit und Nähe zum Handwerk verstärken. Wichtig ist dabei auch die museale Haltung: Der Bajuwarenhof will nicht den Eindruck erwecken, die Vergangenheit habe genau so und nicht anders ausgesehen. Stattdessen zeigt er bewusst verschiedene Bau- und Konstruktionsmöglichkeiten, etwa Sparrendach oder Rofendach, Spaltbohlen oder Flechtwerk, Stampflehm, Holzboden oder Steinpflaster. Diese Offenheit gegenüber Varianten ist nicht nur wissenschaftlich korrekt, sondern auch pädagogisch klug, weil sie Besucher zum Fragenstellen einlädt und die Rekonstruktion selbst zum Lerngegenstand macht. ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/gelaende))
Anfahrt, Lage und Parken
Die Lage des Bajuwarenhofs ist für Ausflügler aus München und dem Umland praktisch, weil das Museum sowohl mit dem ÖPNV als auch mit dem Auto erreichbar ist. Auf der offiziellen Anreise-Seite wird der Bahnhof Heimstetten als zentraler Ausgangspunkt genannt. Mit der S-Bahnlinie S2 gelangt man dorthin und erreicht den Hof anschließend zu Fuß nach etwa 1 Kilometer durch den Ortskern von Heimstetten. Alternativ kann man vom Bahnhof Heimstetten mit dem Bus 263 bis zur Räterstraße fahren und den restlichen Weg über die Bajuwarenstraße gehen. Die Gemeinde Kirchheim ergänzt diese Informationen um weitere Anfahrtsmöglichkeiten, etwa über die S2 bis Heimstetten mit kurzem Radweg oder über den Bahnhof Feldkirchen mit Fußweg. Für Besucher bedeutet das: Der Bajuwarenhof ist kein abgelegenes Spezialziel, sondern lässt sich gut in einen Halbtages- oder Tagesausflug einbauen. ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/anreise))
Mit dem Auto wird auf der Website des Museums die Zufahrt über die A99 beschrieben: Ausfahrt 15 Kirchheim b. München, dann rechts abbiegen, am nächsten Kreisel wieder rechts in den Heimstettener Moosweg und weiter bis zur Bajuwarenstraße, in die man erneut rechts einbiegt. Von dort gelangt man nach links auf den Schotterparkplatz unterhalb des Bajuwarenhofes. Die Gemeinde nennt zusätzlich eine Route über die A94, Ausfahrt Feldkirchen-West, B 471 und Seestraße in Richtung Heimstettener See, bevor rechts ein Parkplatz am Bajuwarenhof erreicht wird. Beide Hinweise machen deutlich, dass das Museum eng mit dem Umfeld von Heimstetten, dem Sportpark und dem Seegebiet verbunden ist. Für die Praxis heißt das: Wer gute Beschilderung beachtet, findet den Weg ohne große Umwege. Zugleich lohnt es sich, etwas Zeit für die Umgebung einzuplanen, denn die Kombination aus Museum, See und Grünflächen macht den Standort für Familien, Schulklassen und Geschichtsinteressierte besonders attraktiv. ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/anreise))
Öffnungszeiten, Eintritt und Führungen
Für die Besuchsplanung sind die Öffnungszeiten eine der wichtigsten Informationen. Der Bajuwarenhof ist von Ende April bis Ende September jeweils sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Außerhalb dieser Saison können Gruppenführungen und museumspädagogische Führungen nach Vereinbarung gebucht werden. Die Website weist außerdem darauf hin, dass im Winter einzelne Einrichtungen nicht zu besichtigen sind und keine geheizten Räumlichkeiten zur Verfügung stehen. Das ist für die Erwartungshaltung wichtig: Der Hof ist ein Freilichtmuseum, also ein Ort unter freiem Himmel, der gerade durch seine Offenheit wirkt. Wer den Besuch plant, sollte daher wettergerechte Kleidung und ausreichend Zeit mitbringen. Gleichzeitig ist die klare Sonntagsstruktur ein Vorteil, weil sie den Museumsbesuch verlässlich planbar macht und sich gut mit einem Wochenendausflug kombinieren lässt. ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/oeffnungszeiten-preise))
Der Eintritt ist während der regulären Öffnungszeiten am Sonntag frei, was den Bajuwarenhof besonders familienfreundlich macht. Für Gruppen gelten eigene Preise: eine reguläre Führung dauert etwa 45 bis 60 Minuten, eine große Führung rund 2 Stunden, und ein museumspädagogisches Programm etwa 3 Stunden, jeweils teils mit Materialkostenbeitrag. Besonders für Schüler gibt es die Möglichkeit, Museumsstücke anzufassen und auszuprobieren, was den Lernwert deutlich erhöht. Diese Kombination aus freiem Sonntagszugang und buchbaren Vertiefungsangeboten ist ein starkes Alleinstellungsmerkmal. Sie macht den Hof sowohl für spontane Besuche als auch für organisierte Bildungsausflüge interessant. Wer also nach Eintritt frei, Führung, Gruppenangebot oder Schulprogramm sucht, findet am Bajuwarenhof ein unkompliziertes und zugleich fachlich anspruchsvolles Angebot. ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/oeffnungszeiten-preise))
Gärten, Ökologie und Mitmach-Erlebnis
Ein wesentlicher Teil des Erlebnisses auf dem Bajuwarenhof sind die Gärten und das Versuchsfeld. Auf dem Gelände werden unterschiedliche Flächen bewirtschaftet, um die Nutzung von Pflanzen im frühen Mittelalter anschaulich zu machen. Im Versuchsfeld wachsen alte Getreidesorten wie Gerste, Dinkel, Emmer, Einkorn, Hafer und Roggen; dazu kommen Hülsenfrüchte wie Bohne, Erbse und Linse. In einem Kräuter- und Gemüsegarten orientiert sich die Pflanzenauswahl an botanisch nachgewiesenen Nutzpflanzen Südbayerns und an schriftlich bekannten Pflanzen aus der Antike und dem Frühmittelalter. Das ergibt ein lebendiges Bild davon, wie eng Ernährung, Vorratshaltung und saisonale Arbeit miteinander verbunden waren. Besucher erkennen dadurch nicht nur, welche Pflanzen angebaut wurden, sondern auch, wie viel Wissen und Arbeitsaufwand hinter einer frühmittelalterlichen Hofwirtschaft stand. ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/oekologie))
Besonders interessant ist der Färbergarten. Dort wachsen Pflanzen, die nicht der Ernährung dienen, sondern zur Herstellung von Leinenstoffen, Farben und Laugen genutzt wurden. Dazu gehören Flachs, Färberpflanzen wie Krapp und Waid sowie Seifenkraut. Gleichzeitig zeigt der Hof, dass ein historisches Museum auch ökologisch wirksam sein kann. Die schilfgedeckten Dächer bieten Wildbienen Nistgelegenheiten, die Magerwiese und die Gärten liefern Nahrung für Insekten, und die nur zwei- bis dreimal jährlich gemähte Wildblumenwiese fördert den Artenreichtum. Hummeln nutzen die lehmverputzten Wände, Schmetterlinge profitieren von der Blütenvielfalt, und so wird der Bajuwarenhof selbst zu einem kleinen Lebensraum. Diese Verbindung von Archäologie und Naturschutz ist nicht bloß ein Zusatznutzen, sondern passt inhaltlich perfekt zum Museumsansatz: Wer das frühe Mittelalter verstehen will, muss auch die damalige Landschaft und ihre Nutzung mitdenken. ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/oekologie))
Veranstaltungen, Aktionstage und Besuchstipps
Der Bajuwarenhof lebt nicht nur von seiner Bausubstanz, sondern auch von Veranstaltungen, Vorführungen und Thementagen. Auf der offiziellen Veranstaltungsseite finden sich für 2026 unter anderem Vorträge, Workshops, Live-Vorführungen und museumspädagogische Formate, häufig in Zusammenarbeit mit dem AschheiMuseum. Das Themenjahr 2026 widmet sich dem Textilhandwerk im frühen Mittelalter, was sehr gut zum Profil des Hauses passt: Kleidung, Färben, Weben und Faserverarbeitung gehören schließlich zu den wichtigsten Bereichen des frühmittelalterlichen Alltags. Solche Angebote erweitern den Besuch deutlich, weil sie das Museum von einem reinen Anschauungsort zu einem Lern- und Erlebnisraum machen. Wer also nach Programm, Aktionstag, Workshop oder Veranstaltung sucht, findet hier regelmäßig wechselnde Anlässe für einen erneuten Besuch. ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/veranstaltungen))
Auch die Verbindung aus Museum und Umgebung ist einen Besuch wert. Die offizielle Anreise-Seite nennt ausdrücklich die Nähe zum Heimstettener See mit Biergarten und Bademöglichkeiten. Das macht den Bajuwarenhof zu einem Ziel, das sich sehr gut mit Freizeit und Erholung verbinden lässt. Ein sinnvoller Besuchstipp ist daher, den Sonntag nicht zu knapp zu planen: Erst das Gelände mit den rekonstruierten Häusern ansehen, dann die Gärten und das Versuchsfeld erkunden, vielleicht eine Führung mitnehmen und anschließend die Umgebung nutzen. Für Familien, Schulgruppen und kulturinteressierte Ausflügler ist das besonders angenehm, weil der Hof sowohl Wissen als auch Aufenthaltsqualität bietet. Wenn Sie nach einem authentischen Freilichtmuseum in Kirchheim bei München suchen, das Geschichte, Forschung, Natur und Mitmach-Elemente verbindet, ist der Bajuwarenhof eine sehr stimmige Adresse. Die Kombination aus freiem Eintritt, klaren Öffnungszeiten, Buchungsangeboten für Gruppen und wechselnden Veranstaltungen sorgt dafür, dass der Ort nicht nur informativ, sondern auch wiederkehrend attraktiv bleibt. ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/anreise))
Quellen:
- Bajuwarenhof Kirchheim - Startseite ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/startseite))
- Bajuwarenhof Kirchheim - Geschichte ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/geschichte))
- Bajuwarenhof Kirchheim - Gelände ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/gelaende))
- Bajuwarenhof Kirchheim - Anreise ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/anreise))
- Bajuwarenhof Kirchheim - Öffnungszeiten & Preise ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/oeffnungszeiten-preise))
- Bajuwarenhof Kirchheim - Veranstaltungen ([bajuwarenhof.de](https://www.bajuwarenhof.de/veranstaltungen))
- Gemeinde Kirchheim b. München - Bajuwarenhof Kirchheim ([kirchheim-heimstetten.de](https://www.kirchheim-heimstetten.de/leben-kirchheim/freizeitangebot/bajuwarenhof/))
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