Mallertshofer Holz mit Heiden
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München

85, Germany

Mallertshofer Holz mit Heiden | Wandern & Parken

Das Mallertshofer Holz mit Heiden ist eines der größten und vielfältigsten Naturschutzgebiete im Norden Münchens. Zwischen Eching, Garching und Oberschleißheim gelegen, schützt es ein rund 609 Hektar großes Mosaik aus Kiefernwäldern, lichten Heidewiesen und offenen Kiesflächen. Wer hier unterwegs ist, erlebt stille Wege, weite Horizonte und eine Heidelandschaft, die in Mitteleuropa selten geworden ist. Infotafeln vor Ort erklären die ökologischen Besonderheiten, die Geschichte des Gebiets und die richtigen Verhaltensregeln im Schutzgebiet. Einstiegspunkte befinden sich unter anderem nahe der kleinen Kirche St. Martin und an ausgewiesenen Parkplätzen außerhalb der sensiblen Kernzonen, zum Beispiel rund um den Hollerner See. Als Teil des europäischen Natura-2000-Netzes steht die Fläche seit 1995 unter Schutz; die Pflege koordiniert der Heideflächenverein gemeinsam mit Behörden und Eigentümern. Für Besucherinnen und Besucher bedeutet das: Naturgenuss auf markanten Rundwegen – mit Respekt vor seltenen Arten und Lebensräumen.

Wandern auf dem Heidepfad Mallertshofer Holz

Die Heidelandschaften nördlich von München sind durch den sogenannten Heidepfad verbunden. Diese übergeordnete Wegverbindung erschließt mehrere Schutzgebiete, darunter die Garchinger Heide, die Echinger Lohe und das Mallertshofer Holz mit Heiden. Wer einen Eindruck von der Gebietskulisse gewinnen möchte, wählt eine der gängigen Rundtouren im Mallertshofer Holz. Sie verlaufen überwiegend auf breiten, gut begehbaren Wald- und Feldwegen, die sich auch für eine entspannte Familienrunde eignen. Je nach Variante liegen die Streckenlängen etwa zwischen 7 und 9 Kilometern. Entlang der Wege informieren zahlreiche Infotafeln über geologische Entstehung, frühere Nutzung und aktuelle Pflege der Flächen. Typisch sind Kontraste: Abschnitte im lichten Kiefernwald gehen plötzlich in offene Heidewiesen über; dazwischen liegen kiesige Bereiche, in denen sich Wärme staut und eine spezialisierte Insektenwelt wohlfühlt. Das Wegenetz ist übersichtlich, folgt aber nicht überall markierten Symbolrouten. Orientierung bieten die Infotafeln, Waldwege und markante Punkte wie die kleine Kirche St. Martin am Ostrand der alten Wüstung Mallertshofen. Von hier starten viele Besucherinnen und Besucher in ihre Runde. Wer die Ruhe sucht, ist zu jeder Jahreszeit gut aufgehoben – an klaren Wintertagen wirkt die Heide besonders weit und still, im Sommer summt es zwischen Thymian, Wundklee und anderen Trockenrasenpflanzen. Bitte bleibe stets auf den Wegen, denn bereits wenige Schritte in den Magerrasen zerstören empfindliche Pflanzenbestände. Zäune und Weidetore markieren Bereiche, die zeitweise für die Pflegebeweidung durch Schafe genutzt werden; hier gilt besondere Rücksicht. Das Rad eignet sich ebenfalls, um die weiten Distanzen zwischen den Teilflächen der Heidelandschaft im Münchner Norden zu überbrücken. Wer noch mehr Abwechslung sucht, kann seine Runde so planen, dass auch Übergänge zu benachbarten Heideflächen erreicht werden – Voraussetzung ist, die Beschilderung zu beachten und sensible Kernzonen zu meiden.

Parken und Anfahrt zum Mallertshofer Holz

Das Naturschutzgebiet liegt verkehrsgünstig zwischen den Kommunen Eching, Garching und Oberschleißheim nördlich von München. Anreisen lässt sich umweltfreundlich mit dem Rad über gut ausgebaute Verbindungen im Norden der Stadtregion oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln bis in die genannten Orte und von dort zu Fuß bzw. per Rad weiter. Für die Pkw-Anreise sind offizielle Parkplätze außerhalb der sensiblen Kernzonen zu nutzen. Bewährt hat sich der Bereich rund um den Hollerner See, insbesondere an der Erschließungsstraße Am Fretz, wo sich ausgeschilderte Stellflächen befinden. Von dort erreicht man über kurze Fußwege das Wegenetz im Schutzgebiet. Ebenfalls als Orientierungspunkte dienen ausgewiesene Parkmöglichkeiten nahe der Kirche St. Martin. Wichtig: Feld- und Forstwege innerhalb des Naturschutzgebiets sind keine Parkflächen. Um Störungen in ökologisch wertvollen Bereichen zu vermeiden, werden an mehreren Stellen Schranken eingesetzt, die das unzulässige Einfahren unterbinden, während der Radverkehr passieren kann. Hintergrund ist, dass in der Vergangenheit immer wieder Fahrzeuge in geschützte Flächen gelenkt und dort abgestellt wurden – mit negativen Folgen für Arten und Lebensräume. Die Gemeinden und der Heideflächenverein arbeiten daran, Besucherströme so zu lenken, dass Naturschutz und Erholung im Gleichgewicht bleiben. Wer mit dem Auto anreist, sollte daher stets der örtlichen Beschilderung folgen, nur in gekennzeichneten Zonen parken und Weidezäune wie auch temporäre Absperrungen respektieren. Empfehlenswert ist zudem eine Tourenplanung mit ausreichend Zeit: Das Wegenetz ist weitläufig, und es lohnt, die Infotafeln zu lesen, kurze Abstecher zu Aussichtspunkten entlang der offenen Heide zu machen und die besonderen Lichtverhältnisse auf sich wirken zu lassen. Für größere Gruppen gilt: Parkdisziplin wahren, Zufahrten freihalten und Treffpunkte so wählen, dass weder Anwohner noch Pflegemaßnahmen beeinträchtigt werden.

Mallertshofer Heide: Lebensräume, Arten und Natura 2000

Der Reiz des Mallertshofer Holzes liegt im Nebeneinander unterschiedlicher Lebensräume auf engem Raum. Dichte und lichte Kiefernwälder wechseln mit Heidewiesen und offenen Kiesflächen. Dieses Mosaik entstand auf den Schotterflächen der Münchner Schotterebene und wird heute gezielt gepflegt, um typische Arten zu erhalten. Das Gebiet ist Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 als FFH-Gebiet Heiden und Lohwälder nördlich von München. Die Kombination aus Trockenstandorten, lichten Wäldern und ehemaligen Abbauflächen schafft Nischen vom sonnenwarmen Kies bis zum halbschattigen Unterwuchs. Ein markanter Sonderstandort ist die Kastner Grube, eine ehemalige Kiesentnahmestelle, in der sich nach der Aufgabe der Nutzung eine Vielfalt kleinräumiger Biotope entwickelt hat. In Tümpeln, Senken und auf Rohbodenflächen finden Amphibien und Insekten Rückzugsräume. Als Beispiel für die faunistische Bedeutung wird in der Fachliteratur die Wechselkröte genannt. Die Pflegeziele im Bereich der Wälder sehen vor, langfristig wieder strukturreiche Laubmischwälder zu entwickeln, während offene Bereiche und Übergangszonen durch Entbuschung, Mahd und extensive Beweidung mit Schafen freigehalten werden. Diese Maßnahmen sind notwendig, weil ohne sie konkurrenzstarke Gehölze die licht- und wärmeliebenden Arten der Heide verdrängen würden. Die Heideflächen zählen zu den artenreichsten Biotopen der Region; typische Pflanzen trockener, kalkreicher Standorte und spezialisierte Insekten profitieren von den offenen Bodenstellen und der Wärme. Während der Beweidung markieren mobile Zäune die Weideflächen; sie schützen sowohl die Herden als auch die Besucher, indem sie klare Grenzen setzen. Wer auf den Wegen bleibt, kann all dies aus respektvollem Abstand beobachten. Infotafeln erläutern die Besonderheiten der Heidelandschaft und die Zielsetzung der Pflege – ein Blick lohnt, um die Naturphänomene am Wegesrand einzuordnen.

Geschichte und Besonderheiten: Vom Übungsplatz zur Schutzfläche

Die Landschaft des Mallertshofer Holzes ist nicht nur ökologisch, sondern auch historisch bemerkenswert. Über Jahrhunderte prägten extensive Nutzung und Offenhaltung die Heideflächen nördlich von München. Im 20. Jahrhundert wurden große Teile des heutigen Schutzgebiets militärisch genutzt: Rund 430 Hektar dienten als Truppen- und Panzerübungsplatz. Diese Nutzung hinterließ breite Trassen und Rohbodenbereiche, die später für Pionierpflanzen und Heidetypen eine Ausgangsbasis boten. Am 20. Oktober 1995 wurde die Fläche als Naturschutzgebiet ausgewiesen; zuständig ist die Regierung von Oberbayern. 2013 gingen ehemals bundeseigene Flächen im Rahmen des Programms Nationales Naturerbe an die Kommunen über, die Betreuung erfolgt seitdem in enger Kooperation mit dem Heideflächenverein. Ein besonderes kulturhistorisches Detail ist die Wüstung Mallertshofen: Von dem aufgegebenen Weiler blieb die kleine romanische Kirche St. Martin erhalten, die heute frei in der Landschaft steht und als markanter Orientierungspunkt dient. Sie erinnert daran, dass die Heide kein unberührter Urwald ist, sondern eine von Menschenhand und Naturprozessen geformte Kulturlandschaft. Die Verzahnung aus altem Nutzungswissen (etwa Schafbeweidung) und modernem Naturschutz ist ein Schlüssel, um den Artenreichtum zu bewahren. Pflege- und Entwicklungspläne, wissenschaftliche Begleitung durch Hochschulen und die Zusammenarbeit der Kommunen zeigen, wie langfristige Sicherung aussehen kann. Wer durch das Gebiet wandert, begegnet diesen Spuren: ehemalige Panzertrassen, lichte Kiefern-Hallenwälder, offene Kiesflächen und dazwischen Heidewiesen mit großem Insektenreichtum. Dass diese Qualitäten sichtbar und erlebbar bleiben, ist Ziel des Schutzstatus und der laufenden Pflege.

Orientierung vor Ort: Einstiegspunkte, Info-Tafeln und St. Martin

Die Orientierung im Mallertshofer Holz fällt leicht, wenn man einige Fixpunkte kennt. Eine gute Wahl für den Einstieg ist der Bereich um die kleine Kirche St. Martin. Hier beginnt oder kreuzt eine der beliebten Rundtouren, und die Freistellung der Kirche inmitten von Heidewiesen macht die kulturhistorische Dimension erlebbar. Wer von den offiziellen Parkzonen am Hollerner See (Am Fretz) startet, erreicht über kurze Fußwege die offenen Bereiche des Schutzgebiets. Entlang der Wege finden sich Infotafeln, die die Besonderheiten der Heidelandschaft, die frühere militärische Nutzung sowie die heutigen Pflegeziele erklären. Klassische Markierungszeichen sind abseits des Heidepfades weniger präsent; die leichten, breiten Wege folgen jedoch einer logischen Struktur, und markante Linien wie Waldränder, Schneisen oder einstige Trassen erleichtern die Orientierung. Bei Weidezäunen gilt: Tore sorgfältig schließen, Hinweise der Schäferei beachten und Herden mit Abstand passieren. Wer fotografiert, findet Motive im Wechselspiel von lichten Kiefern, aufgelichteten Heideflächen und offenen Kiesstreifen. In der Kastner Grube lohnt sich der Blick für Details – hier wechseln Kleinstbiotope auf Meterdistanz. Besonders an warmen Tagen ist auf sonnigen Abschnitten einiges los: Libellen über wasserführenden Senken, Heuschrecken auf Rohbodenstreifen, Schmetterlinge an Blütenkanten. Bitte bleibe trotz aller Neugier auf den Wegen, denn abseits stören bereits wenige Tritte die empfindliche Vegetation. Für eine sichere Tour empfiehlt sich, vorab eine Karte oder eine verlässliche Routenbeschreibung zu prüfen; auf externen Plattformen sind dazu verschiedene Streckenvarianten dokumentiert. Vor Ort hilft der Kompass der Infotafeln, um die großen Linien – Wald, Heide, Kies – zu verorten und die eigene Runde passend zur gewünschten Distanz zu wählen.

Beste Besuchszeit und naturverträgliches Verhalten im NSG

Das Mallertshofer Holz ist ganzjährig ein lohnendes Ziel. Wer im Winter unterwegs ist, erlebt die Heide in einer besonderen Stille; die offenen Flächen wirken weit, und die Strukturen von Waldsäumen und Kiefern kommen klar zur Geltung. In der warmen Jahreszeit tragen Blüten und Insektenreichtum zur Lebendigkeit der Landschaft bei. Unabhängig von der Saison gilt: Der Schutz seltener Arten steht an erster Stelle. Bleibe auf den Wegen, halte Abstand zu Weidetieren und respektiere Zäune sowie temporäre Sperrungen. Wo eine Leinenpflicht ausgeschildert ist, dient sie dem Schutz von Wildtieren, bodenbrütenden Vögeln und den Schafherden, die die Heideflächen offenhalten. Die Wege sind breit genug, um anderen rücksichtsvoll Platz zu lassen. Offizielle Parkplätze außerhalb der sensiblen Bereiche entlasten das Schutzgebiet; das Abstellen von Fahrzeugen auf Feldwegen innerhalb des NSG ist untersagt und wird durch Schranken verhindert. Tipp für eine besonders entspannte Tour: Plane genügend Zeit ein, nimm Wasser und Sonnenschutz mit – auf den offenen Bereichen kann es warm werden – und informiere dich vor Ort an den Infotafeln über Besonderheiten deiner Route. In der Umgebung liegen weitere Schutzflächen der Münchner Heide, mit denen das Mallertshofer Holz über Biotopverbünde verknüpft ist; wer per Rad unterwegs ist, kann so ganze Tagesrunden gestalten, ohne sensible Kernzonen zu belasten. Der benachbarte Mallertshofer See grenzt an das Schutzgebiet; beachte dort bitte die örtlichen Hinweise und respektiere die Vorgaben zum Schutz von Uferzonen und Arten. So bleibt die einzigartige Heidelandschaft auch künftig erlebbar – für Natur, Naherholung und kommende Generationen.

Quellen:

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Mallertshofer Holz mit Heiden | Wandern & Parken

Das Mallertshofer Holz mit Heiden ist eines der größten und vielfältigsten Naturschutzgebiete im Norden Münchens. Zwischen Eching, Garching und Oberschleißheim gelegen, schützt es ein rund 609 Hektar großes Mosaik aus Kiefernwäldern, lichten Heidewiesen und offenen Kiesflächen. Wer hier unterwegs ist, erlebt stille Wege, weite Horizonte und eine Heidelandschaft, die in Mitteleuropa selten geworden ist. Infotafeln vor Ort erklären die ökologischen Besonderheiten, die Geschichte des Gebiets und die richtigen Verhaltensregeln im Schutzgebiet. Einstiegspunkte befinden sich unter anderem nahe der kleinen Kirche St. Martin und an ausgewiesenen Parkplätzen außerhalb der sensiblen Kernzonen, zum Beispiel rund um den Hollerner See. Als Teil des europäischen Natura-2000-Netzes steht die Fläche seit 1995 unter Schutz; die Pflege koordiniert der Heideflächenverein gemeinsam mit Behörden und Eigentümern. Für Besucherinnen und Besucher bedeutet das: Naturgenuss auf markanten Rundwegen – mit Respekt vor seltenen Arten und Lebensräumen.

Wandern auf dem Heidepfad Mallertshofer Holz

Die Heidelandschaften nördlich von München sind durch den sogenannten Heidepfad verbunden. Diese übergeordnete Wegverbindung erschließt mehrere Schutzgebiete, darunter die Garchinger Heide, die Echinger Lohe und das Mallertshofer Holz mit Heiden. Wer einen Eindruck von der Gebietskulisse gewinnen möchte, wählt eine der gängigen Rundtouren im Mallertshofer Holz. Sie verlaufen überwiegend auf breiten, gut begehbaren Wald- und Feldwegen, die sich auch für eine entspannte Familienrunde eignen. Je nach Variante liegen die Streckenlängen etwa zwischen 7 und 9 Kilometern. Entlang der Wege informieren zahlreiche Infotafeln über geologische Entstehung, frühere Nutzung und aktuelle Pflege der Flächen. Typisch sind Kontraste: Abschnitte im lichten Kiefernwald gehen plötzlich in offene Heidewiesen über; dazwischen liegen kiesige Bereiche, in denen sich Wärme staut und eine spezialisierte Insektenwelt wohlfühlt. Das Wegenetz ist übersichtlich, folgt aber nicht überall markierten Symbolrouten. Orientierung bieten die Infotafeln, Waldwege und markante Punkte wie die kleine Kirche St. Martin am Ostrand der alten Wüstung Mallertshofen. Von hier starten viele Besucherinnen und Besucher in ihre Runde. Wer die Ruhe sucht, ist zu jeder Jahreszeit gut aufgehoben – an klaren Wintertagen wirkt die Heide besonders weit und still, im Sommer summt es zwischen Thymian, Wundklee und anderen Trockenrasenpflanzen. Bitte bleibe stets auf den Wegen, denn bereits wenige Schritte in den Magerrasen zerstören empfindliche Pflanzenbestände. Zäune und Weidetore markieren Bereiche, die zeitweise für die Pflegebeweidung durch Schafe genutzt werden; hier gilt besondere Rücksicht. Das Rad eignet sich ebenfalls, um die weiten Distanzen zwischen den Teilflächen der Heidelandschaft im Münchner Norden zu überbrücken. Wer noch mehr Abwechslung sucht, kann seine Runde so planen, dass auch Übergänge zu benachbarten Heideflächen erreicht werden – Voraussetzung ist, die Beschilderung zu beachten und sensible Kernzonen zu meiden.

Parken und Anfahrt zum Mallertshofer Holz

Das Naturschutzgebiet liegt verkehrsgünstig zwischen den Kommunen Eching, Garching und Oberschleißheim nördlich von München. Anreisen lässt sich umweltfreundlich mit dem Rad über gut ausgebaute Verbindungen im Norden der Stadtregion oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln bis in die genannten Orte und von dort zu Fuß bzw. per Rad weiter. Für die Pkw-Anreise sind offizielle Parkplätze außerhalb der sensiblen Kernzonen zu nutzen. Bewährt hat sich der Bereich rund um den Hollerner See, insbesondere an der Erschließungsstraße Am Fretz, wo sich ausgeschilderte Stellflächen befinden. Von dort erreicht man über kurze Fußwege das Wegenetz im Schutzgebiet. Ebenfalls als Orientierungspunkte dienen ausgewiesene Parkmöglichkeiten nahe der Kirche St. Martin. Wichtig: Feld- und Forstwege innerhalb des Naturschutzgebiets sind keine Parkflächen. Um Störungen in ökologisch wertvollen Bereichen zu vermeiden, werden an mehreren Stellen Schranken eingesetzt, die das unzulässige Einfahren unterbinden, während der Radverkehr passieren kann. Hintergrund ist, dass in der Vergangenheit immer wieder Fahrzeuge in geschützte Flächen gelenkt und dort abgestellt wurden – mit negativen Folgen für Arten und Lebensräume. Die Gemeinden und der Heideflächenverein arbeiten daran, Besucherströme so zu lenken, dass Naturschutz und Erholung im Gleichgewicht bleiben. Wer mit dem Auto anreist, sollte daher stets der örtlichen Beschilderung folgen, nur in gekennzeichneten Zonen parken und Weidezäune wie auch temporäre Absperrungen respektieren. Empfehlenswert ist zudem eine Tourenplanung mit ausreichend Zeit: Das Wegenetz ist weitläufig, und es lohnt, die Infotafeln zu lesen, kurze Abstecher zu Aussichtspunkten entlang der offenen Heide zu machen und die besonderen Lichtverhältnisse auf sich wirken zu lassen. Für größere Gruppen gilt: Parkdisziplin wahren, Zufahrten freihalten und Treffpunkte so wählen, dass weder Anwohner noch Pflegemaßnahmen beeinträchtigt werden.

Mallertshofer Heide: Lebensräume, Arten und Natura 2000

Der Reiz des Mallertshofer Holzes liegt im Nebeneinander unterschiedlicher Lebensräume auf engem Raum. Dichte und lichte Kiefernwälder wechseln mit Heidewiesen und offenen Kiesflächen. Dieses Mosaik entstand auf den Schotterflächen der Münchner Schotterebene und wird heute gezielt gepflegt, um typische Arten zu erhalten. Das Gebiet ist Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 als FFH-Gebiet Heiden und Lohwälder nördlich von München. Die Kombination aus Trockenstandorten, lichten Wäldern und ehemaligen Abbauflächen schafft Nischen vom sonnenwarmen Kies bis zum halbschattigen Unterwuchs. Ein markanter Sonderstandort ist die Kastner Grube, eine ehemalige Kiesentnahmestelle, in der sich nach der Aufgabe der Nutzung eine Vielfalt kleinräumiger Biotope entwickelt hat. In Tümpeln, Senken und auf Rohbodenflächen finden Amphibien und Insekten Rückzugsräume. Als Beispiel für die faunistische Bedeutung wird in der Fachliteratur die Wechselkröte genannt. Die Pflegeziele im Bereich der Wälder sehen vor, langfristig wieder strukturreiche Laubmischwälder zu entwickeln, während offene Bereiche und Übergangszonen durch Entbuschung, Mahd und extensive Beweidung mit Schafen freigehalten werden. Diese Maßnahmen sind notwendig, weil ohne sie konkurrenzstarke Gehölze die licht- und wärmeliebenden Arten der Heide verdrängen würden. Die Heideflächen zählen zu den artenreichsten Biotopen der Region; typische Pflanzen trockener, kalkreicher Standorte und spezialisierte Insekten profitieren von den offenen Bodenstellen und der Wärme. Während der Beweidung markieren mobile Zäune die Weideflächen; sie schützen sowohl die Herden als auch die Besucher, indem sie klare Grenzen setzen. Wer auf den Wegen bleibt, kann all dies aus respektvollem Abstand beobachten. Infotafeln erläutern die Besonderheiten der Heidelandschaft und die Zielsetzung der Pflege – ein Blick lohnt, um die Naturphänomene am Wegesrand einzuordnen.

Geschichte und Besonderheiten: Vom Übungsplatz zur Schutzfläche

Die Landschaft des Mallertshofer Holzes ist nicht nur ökologisch, sondern auch historisch bemerkenswert. Über Jahrhunderte prägten extensive Nutzung und Offenhaltung die Heideflächen nördlich von München. Im 20. Jahrhundert wurden große Teile des heutigen Schutzgebiets militärisch genutzt: Rund 430 Hektar dienten als Truppen- und Panzerübungsplatz. Diese Nutzung hinterließ breite Trassen und Rohbodenbereiche, die später für Pionierpflanzen und Heidetypen eine Ausgangsbasis boten. Am 20. Oktober 1995 wurde die Fläche als Naturschutzgebiet ausgewiesen; zuständig ist die Regierung von Oberbayern. 2013 gingen ehemals bundeseigene Flächen im Rahmen des Programms Nationales Naturerbe an die Kommunen über, die Betreuung erfolgt seitdem in enger Kooperation mit dem Heideflächenverein. Ein besonderes kulturhistorisches Detail ist die Wüstung Mallertshofen: Von dem aufgegebenen Weiler blieb die kleine romanische Kirche St. Martin erhalten, die heute frei in der Landschaft steht und als markanter Orientierungspunkt dient. Sie erinnert daran, dass die Heide kein unberührter Urwald ist, sondern eine von Menschenhand und Naturprozessen geformte Kulturlandschaft. Die Verzahnung aus altem Nutzungswissen (etwa Schafbeweidung) und modernem Naturschutz ist ein Schlüssel, um den Artenreichtum zu bewahren. Pflege- und Entwicklungspläne, wissenschaftliche Begleitung durch Hochschulen und die Zusammenarbeit der Kommunen zeigen, wie langfristige Sicherung aussehen kann. Wer durch das Gebiet wandert, begegnet diesen Spuren: ehemalige Panzertrassen, lichte Kiefern-Hallenwälder, offene Kiesflächen und dazwischen Heidewiesen mit großem Insektenreichtum. Dass diese Qualitäten sichtbar und erlebbar bleiben, ist Ziel des Schutzstatus und der laufenden Pflege.

Orientierung vor Ort: Einstiegspunkte, Info-Tafeln und St. Martin

Die Orientierung im Mallertshofer Holz fällt leicht, wenn man einige Fixpunkte kennt. Eine gute Wahl für den Einstieg ist der Bereich um die kleine Kirche St. Martin. Hier beginnt oder kreuzt eine der beliebten Rundtouren, und die Freistellung der Kirche inmitten von Heidewiesen macht die kulturhistorische Dimension erlebbar. Wer von den offiziellen Parkzonen am Hollerner See (Am Fretz) startet, erreicht über kurze Fußwege die offenen Bereiche des Schutzgebiets. Entlang der Wege finden sich Infotafeln, die die Besonderheiten der Heidelandschaft, die frühere militärische Nutzung sowie die heutigen Pflegeziele erklären. Klassische Markierungszeichen sind abseits des Heidepfades weniger präsent; die leichten, breiten Wege folgen jedoch einer logischen Struktur, und markante Linien wie Waldränder, Schneisen oder einstige Trassen erleichtern die Orientierung. Bei Weidezäunen gilt: Tore sorgfältig schließen, Hinweise der Schäferei beachten und Herden mit Abstand passieren. Wer fotografiert, findet Motive im Wechselspiel von lichten Kiefern, aufgelichteten Heideflächen und offenen Kiesstreifen. In der Kastner Grube lohnt sich der Blick für Details – hier wechseln Kleinstbiotope auf Meterdistanz. Besonders an warmen Tagen ist auf sonnigen Abschnitten einiges los: Libellen über wasserführenden Senken, Heuschrecken auf Rohbodenstreifen, Schmetterlinge an Blütenkanten. Bitte bleibe trotz aller Neugier auf den Wegen, denn abseits stören bereits wenige Tritte die empfindliche Vegetation. Für eine sichere Tour empfiehlt sich, vorab eine Karte oder eine verlässliche Routenbeschreibung zu prüfen; auf externen Plattformen sind dazu verschiedene Streckenvarianten dokumentiert. Vor Ort hilft der Kompass der Infotafeln, um die großen Linien – Wald, Heide, Kies – zu verorten und die eigene Runde passend zur gewünschten Distanz zu wählen.

Beste Besuchszeit und naturverträgliches Verhalten im NSG

Das Mallertshofer Holz ist ganzjährig ein lohnendes Ziel. Wer im Winter unterwegs ist, erlebt die Heide in einer besonderen Stille; die offenen Flächen wirken weit, und die Strukturen von Waldsäumen und Kiefern kommen klar zur Geltung. In der warmen Jahreszeit tragen Blüten und Insektenreichtum zur Lebendigkeit der Landschaft bei. Unabhängig von der Saison gilt: Der Schutz seltener Arten steht an erster Stelle. Bleibe auf den Wegen, halte Abstand zu Weidetieren und respektiere Zäune sowie temporäre Sperrungen. Wo eine Leinenpflicht ausgeschildert ist, dient sie dem Schutz von Wildtieren, bodenbrütenden Vögeln und den Schafherden, die die Heideflächen offenhalten. Die Wege sind breit genug, um anderen rücksichtsvoll Platz zu lassen. Offizielle Parkplätze außerhalb der sensiblen Bereiche entlasten das Schutzgebiet; das Abstellen von Fahrzeugen auf Feldwegen innerhalb des NSG ist untersagt und wird durch Schranken verhindert. Tipp für eine besonders entspannte Tour: Plane genügend Zeit ein, nimm Wasser und Sonnenschutz mit – auf den offenen Bereichen kann es warm werden – und informiere dich vor Ort an den Infotafeln über Besonderheiten deiner Route. In der Umgebung liegen weitere Schutzflächen der Münchner Heide, mit denen das Mallertshofer Holz über Biotopverbünde verknüpft ist; wer per Rad unterwegs ist, kann so ganze Tagesrunden gestalten, ohne sensible Kernzonen zu belasten. Der benachbarte Mallertshofer See grenzt an das Schutzgebiet; beachte dort bitte die örtlichen Hinweise und respektiere die Vorgaben zum Schutz von Uferzonen und Arten. So bleibt die einzigartige Heidelandschaft auch künftig erlebbar – für Natur, Naherholung und kommende Generationen.

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GD

Gerhard Drechsler

4. Januar 2026

Winterheide. Besonders gut geeignet für einen Spaziergang im Winter.