
Gilching
Brucker Str. 11, 82205 Gilching, Deutschland
SchichtWerk - Zeitreisen im Wersonhaus | Römer & Bajuwaren
Das SchichtWerk - Zeitreisen im Wersonhaus ist ein außergewöhnliches Museum im oberbayerischen Gilching. In der historischen Villa an der Brucker Straße 11 wird die Geschichte des Ortes nicht nur anhand von Vitrinen erzählt, sondern als sinnliche und interaktive Zeitreise erlebbar gemacht. Im Mittelpunkt stehen die römische Vergangenheit Gilchings, die spätrömische Besiedlung und der Übergang zur bajuwarischen Welt des frühen Mittelalters. Wer das SchichtWerk besucht, begegnet archäologischen Funden, historischen Zusammenhängen, menschlichen Lebensgeschichten und den Methoden, mit denen Vergangenheit rekonstruiert wird.
Der Name SchichtWerk verweist auf zwei zentrale Gedanken. Einerseits erinnert er an den Gilchinger Ortschronisten Rudolf Schicht. Andererseits nimmt er Bezug auf die Stratigrafie, also die archäologische Untersuchung von Erd- und Fundschichten. Tiefer liegende Schichten sind in der Regel älter als darüberliegende. Dieses grundlegende Prinzip der Archäologie wird im Museum anschaulich, spielerisch und verständlich vermittelt. Schubladensysteme, Hörspiele, Videos und Mitmachstationen laden dazu ein, selbst zu entdecken, auszuprobieren und Fragen zu stellen. Das Ergebnis ist ein kleines, engagiertes Museum, das Ortsgeschichte mit regionaler Archäologie verbindet.
Das Wersonhaus selbst ist Teil der Ausstellungserfahrung. Das historische Gebäude wurde ursprünglich als Landhaus errichtet und war eng mit dem Bildhauer Jules Werson verbunden. Seit 2017 befindet sich im Obergeschoss das SchichtWerk. Der Trägerverein Zeitreise Gilching e.V. entwickelte die Dauerausstellung in ehrenamtlicher Arbeit und mit fachlicher Unterstützung. Der Eintritt ist frei. Reguläre Öffnungszeiten bestehen dienstags am Vormittag sowie an ausgewählten Sonntagen, zusätzliche Besuche und Führungen sind nach Vereinbarung möglich.
SchichtWerk Gilching: Ausstellung zwischen Römern und Bajuwaren
Das wichtigste Thema im SchichtWerk Gilching ist der historische Übergang von der spätrömischen zur bajuwarischen Besiedlung. Diese Epoche ist für die Geschichte Bayerns besonders aufschlussreich, weil sie Veränderungen in Siedlungsweise, Alltagsleben, Bestattungskultur und gesellschaftlicher Ordnung sichtbar macht. Gilching liegt in einer Landschaft, die seit sehr langer Zeit von Menschen genutzt und geprägt wurde. Archäologische Funde aus der Umgebung bilden deshalb die Grundlage für eine Ausstellung, die weit über eine reine Ortschronik hinausweist.
Die Ausstellung konzentriert sich auf die Zeiten der Römer und Bajuwaren. Sie zeigt, wie sich historische Erkenntnisse aus einzelnen Fundstücken, Befunden und archäologischen Zusammenhängen entwickeln lassen. Dabei geht es nicht nur um die Frage, wie ein Gegenstand aussieht oder aus welchem Material er besteht. Ebenso wichtig ist sein Fundort, seine Lage innerhalb einer Schicht, seine Verbindung zu anderen Objekten und die Frage, welche Rückschlüsse daraus auf das Leben vergangener Menschen gezogen werden können. Genau diese Denkweise macht das Museum für Besucherinnen und Besucher interessant, die sich für Archäologie, Heimatgeschichte oder die Entstehung lokaler Kulturlandschaften interessieren.
Zu den regionalen Grundlagen gehören unter anderem die spätrömische Siedlung von Weßling-Frauenwiese sowie frühmittelalterliche Grabfunde, die als Kiltis bekannt sind. Diese Funde helfen, die Entwicklung der Region zwischen Antike und Frühmittelalter zu verstehen. Im SchichtWerk werden solche Themen nicht losgelöst von Gilching präsentiert, sondern in einen größeren historischen Zusammenhang gestellt. Der Ort wird dadurch zum Ausgangspunkt für eine Reise durch mehrere Jahrhunderte.
Ein besonderes Merkmal ist die Verbindung aus Originalen, Erklärungen und aktivem Erforschen. Besucher können Informationen nicht nur lesen, sondern sich Inhalte über Schubladen, audiovisuelle Medien und verschiedene Stationen erschließen. So entsteht ein Museumserlebnis, das unterschiedliche Altersgruppen anspricht. Kinder können Zusammenhänge spielerisch entdecken, Erwachsene erhalten Einblicke in archäologische Methoden, und Familien können gemeinsam über die Bedeutung einzelner Funde sprechen. Die Ausstellung ist damit zugleich lokales Museum, archäologisches Lernangebot und Einladung, die Geschichte Gilchings mit anderen Augen zu betrachten.
Die Dauerausstellung wird durch wechselnde Sonderausstellungen ergänzt. Auf der offiziellen Museumsseite wird unter anderem die Sonderausstellung Zu Tisch bei den Römern – Geschichte zum Anbeißen genannt. Damit wird deutlich, dass das SchichtWerk historische Themen nicht ausschließlich über klassische Objekte vermittelt. Auch Essen, Alltag, Handwerk, Geräusche und praktische Erfahrungen können Zugänge zur Vergangenheit eröffnen. Wer sich für die Ausstellung interessiert, sollte deshalb vor dem Besuch die aktuellen Termine und Sonderangebote prüfen.
Wersonhaus Gilching: Geschichte des historischen Ausstellungshauses
Das Wersonhaus ist nicht nur die Adresse des Museums, sondern selbst ein wichtiger Teil der lokalen Geschichte. Die Geschichte des Gebäudes reicht bis in die Jahre vor dem Ersten Weltkrieg zurück. 1914 plante der Baumeister Melchior Fanger ein Haus am Rand des damaligen Altdorfes. Der Bauunternehmer Eduard Forner erwarb Plan und Grundstück und errichtete ein Landhaus, das zunächst als Villa Forner bekannt war. Schon in dieser frühen Phase war das Gebäude mit unterschiedlichen Bewohnern und Nutzungen verbunden.
Von 1912 bis 1918 wohnte und praktizierte dort der Arzt Dr. Robert Weidner. Für einige Monate folgte ihm der Arzt Dr. Milano Nowak als Mieter. 1919 kaufte Marie Lindemann die Villa Forner. Sie wollte dort gemeinsam mit dem Bildhauer Jules Werson und dem Hausmädchen Maria Schmid leben. Die Beteiligten zogen sich auf das Land zurück, um den politischen Unruhen in München auszuweichen. Diese Geschichte verleiht dem Haus eine persönliche und gesellschaftliche Dimension, die über seine architektonische Funktion hinausgeht.
1920 wurde ein Atelier angebaut, das Eduard Forner geplant hatte. 1923 übertrug Marie Lindemann das Haus, das nun Zwei Birken genannt wurde, an Jules Werson. Werson nutzte das Gebäude nicht nur als Wohnort und Atelier, sondern auch als kulturellen Ort. Ab 1950 veranstaltete er dort die Volkshochschulveranstaltung Form und Farbe – Ethik und Ästhetik. Das Haus war damit bereits lange vor der Eröffnung des Museums ein Ort des Lernens, der Kunst und des Austauschs.
Nach dem Tod von Jules Werson im Jahr 1967 ging das Haus an seine Ehefrau Betty über. Nach ihrem Tod erwarb die Gemeinde Gilching das Landhaus im Jahr 1981. In den folgenden Jahrzehnten wechselte die Nutzung mehrfach. Von 1986 bis 2008 war der Sozialdienst Gilching-Argelsried im Gebäude untergebracht. Im Obergeschoss des Altbaus lebten zwischen 1986 und 1992 Asylbewerber. Im Keller des Atelieranbaus fanden bis 2002 Töpferkurse der Volkshochschule statt. Auch ein Kindergarten blieb im Atelieranbau über längere Zeit bestehen.
Nach einer weiteren Nutzung für die Notbücherei wurde das renovierte Wersonhaus 2010 wiedereröffnet. Im Erdgeschoss befand sich das Standesamt, während das Obergeschoss unter anderem für Friedhofsverwaltung, Archiv und Galerieräume genutzt wurde. Seit 2017 ist dort das SchichtWerk eingerichtet. Die Besucher erleben somit nicht nur eine archäologische Ausstellung, sondern bewegen sich in einem Gebäude, dessen eigene Geschichte mehrere Schichten von Medizin, Kunst, Verwaltung, Bildung und Gemeindeleben umfasst.
Archäologie Gilching: Schicht für Schicht Geschichte verstehen
Das zentrale Vermittlungsprinzip des SchichtWerks ist die Stratigrafie. In der Archäologie bezeichnet dieser Begriff die Untersuchung von Schichten und ihrer zeitlichen Abfolge. Die Ausstellung macht daraus ein anschauliches Erlebnis. Wer eine archäologische Fundstelle betrachtet, sieht nicht unmittelbar die Vergangenheit selbst. Er sieht Spuren, Ablagerungen, Veränderungen und Gegenstände, aus denen sich mithilfe wissenschaftlicher Methoden ein Bild vergangener Lebenswelten ergibt.
Die Schubladensysteme des Museums greifen dieses Prinzip direkt auf. Sie bilden nicht nur eine zeitliche Abfolge ab, sondern erklären auch, wie archäologische Erkenntnisse gewonnen werden. Besucherinnen und Besucher können nachvollziehen, wie ein Objekt entdeckt, dokumentiert, restauriert und eingeordnet wird. Aus einem einzelnen Fundstück wird erst im Zusammenspiel mit seinem Umfeld eine historische Aussage. Die Ausstellung zeigt damit, dass Archäologie nicht nur aus spektakulären Entdeckungen besteht, sondern vor allem aus sorgfältiger Beobachtung, Vergleich und Interpretation.
Besonders reizvoll ist die Verbindung zwischen wissenschaftlicher Genauigkeit und spielerischer Vermittlung. Im SchichtWerk darf ausprobiert werden. Mitmachstationen ermöglichen einen Zugang, der sich nicht auf das Lesen langer Texte beschränkt. Videos und Hörspiele ergänzen die Ausstellung um Stimmen, Szenen und Situationen. Dadurch entsteht eine Atmosphäre, in der Besucher nicht nur Informationen aufnehmen, sondern sich gedanklich in eine andere Zeit versetzen können.
Die Ausstellung ist zudem multisensorisch angelegt. Sehen, Hören und Tasten werden bewusst einbezogen. Das ist für Familien mit Kindern besonders interessant, weil historische Themen dadurch unmittelbar zugänglich werden. Gleichzeitig profitieren Erwachsene, die sich für die Arbeitsweise von Museen und die Interpretation archäologischer Quellen interessieren. Das SchichtWerk erklärt nicht nur, was gefunden wurde, sondern auch, wie aus Funden Wissen entsteht.
Die archäologischen Themen reichen von der frühen Kaiserzeit bis zur spätrömischen Besiedlung. Für das Frühmittelalter werden unter anderem eine Hofgrablege und eine Handwerkersiedlung behandelt, die vom Ende des sechsten Jahrhunderts bis ins hohe Mittelalter belegt war. Diese Themen machen deutlich, dass die Geschichte Gilchings nicht mit einem einzelnen Ereignis beginnt oder endet. Sie besteht aus vielen zeitlichen Ebenen, die sich überlagern. Genau diese Überlagerung ist der Kern des Museumsnamens und seines Vermittlungskonzepts.
Wer das Museum besucht, kann die Ausstellung daher auf zwei Ebenen erleben. Einerseits geht es um konkrete Geschichte: Römer, Bajuwaren, Siedlungen, Gräber und Alltagsleben. Andererseits geht es um die Frage, wie wir heute etwas über diese Vergangenheit wissen können. Das macht das SchichtWerk zu einem Ort, an dem Heimatgeschichte und wissenschaftliches Denken eng zusammengehören.
SchichtWerk Öffnungszeiten, Eintritt und praktische Informationen
Die regulären Besuchszeiten des SchichtWerks sind bewusst überschaubar und sollten vor der Anreise geprüft werden. Nach den Angaben des Museums ist das SchichtWerk dienstags von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Diese Öffnung gilt nicht an Feiertagen und nicht während der Ferien. Zusätzlich ist das Museum in der Regel am zweiten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr zugänglich. Ausnahmen gelten an Feiertagen und an Silvester. Darüber hinaus gibt es Sondertermine, die über die aktuellen Informationen des Museums bekanntgegeben werden.
Für Gruppen, Schulklassen, Familien und Interessierte sind Besuche nach Vereinbarung möglich. Eine vorherige Kontaktaufnahme ist besonders sinnvoll, wenn eine Führung, ein pädagogisches Angebot oder ein Besuch außerhalb der regulären Zeiten geplant ist. Das Museum kann Führungen nach den jeweiligen Interessen gestalten. Für Schulklassen gibt es beispielsweise Angebote im Museum und thematische Formate, die als Museum to go bezeichnet werden. Dazu gehören unter anderem Wanderungen zu den Römern in Gilching oder zu den Kiltis und Bajuwaren.
Der Eintritt in das Museum ist frei. Das senkt die Hemmschwelle für einen spontanen Besuch und macht das SchichtWerk zu einem gut zugänglichen Kulturangebot in Gilching. Ergänzend wird ein Museumsshop genannt. Welche Angebote dort aktuell erhältlich sind, kann je nach Ausstellung und Termin variieren. Für konkrete Fragen stehen die Museumsleitung und der Trägerverein per Telefon oder E-Mail zur Verfügung.
Die Adresse lautet Wersonhaus, Brucker Straße 11, 82205 Gilching. Für die Kontaktaufnahme werden auf der Museumsseite die Telefonnummer 08105 7724953 und die E-Mail-Adresse info@zeitreise-gilching.de genannt. Auf der Anfahrtsseite des Museums finden sich ebenfalls die Anschrift und weitere Kontaktdaten. Da Öffnungszeiten und Sondertermine geändert werden können, ist es sinnvoll, vor einer geplanten Fahrt die offiziellen Angaben zu kontrollieren.
Zur Barrierefreiheit wird in der Museumsdatenbank Museen in Bayern angegeben, dass das Museum nicht barrierefrei ist. Dieser Hinweis ist für die Besuchsplanung wichtig. Menschen mit besonderen Anforderungen sollten vorab direkt beim Museum nachfragen, welche Möglichkeiten im konkreten Fall bestehen. Auch für Gruppen mit Kindern, ältere Besucher oder Gäste, die eine längere Führung planen, ist eine vorherige Abstimmung empfehlenswert.
Das SchichtWerk ist kein großes Veranstaltungshaus mit dauerhaftem Tagesbetrieb, sondern ein ehrenamtlich getragenes Museum mit besonderen Öffnungsfenstern, Führungen und Sonderterminen. Gerade diese persönliche Struktur gehört zum Charakter des Hauses. Besucher können sich in Ruhe mit der Ausstellung beschäftigen und bei Fragen häufig direkt mit engagierten Vermittlerinnen und Vermittlern ins Gespräch kommen.
Führungen, Familienangebote und Museum zum Mitmachen
Das SchichtWerk richtet sich an Menschen mit unterschiedlichen Vorkenntnissen. Niemand muss bereits Archäologie studiert haben, um die Ausstellung zu verstehen. Die Inhalte sind so angelegt, dass sich Besucher schrittweise nähern können. Eine Familie kann gemeinsam eine Schublade öffnen und einen Gegenstand untersuchen. Eine Schulklasse kann erfahren, wie eine Fundstelle dokumentiert wird. Erwachsene können sich vertieft mit dem Übergang von der römischen zur bajuwarischen Besiedlung beschäftigen.
Führungen werden nach Vereinbarung angeboten. Das Museum weist darauf hin, dass Führungen an die Wünsche der jeweiligen Gruppe angepasst werden können. Dadurch eignet sich das SchichtWerk für unterschiedliche Anlässe: einen Ausflug von Schulklassen, eine familienfreundliche Entdeckungstour, eine Gruppenreise, einen thematischen Vereinsbesuch oder eine individuelle Führung für historisch Interessierte. Die persönliche Betreuung ermöglicht es, Fragen aufzugreifen und den Schwerpunkt flexibel zu setzen.
Für Schulklassen bietet das Museum neben Führungen im Gebäude auch Angebote außerhalb des klassischen Ausstellungsraums an. Unter dem Motto Museum to go können Gruppen auf thematischen Wanderungen die Geschichte im Umfeld von Gilching kennenlernen. Die Themen Römer in Gilching mit allen Sinnen sowie Die Kiltis und die Bajuwaren verbinden Bewegung, Ortsgeschichte und archäologische Vermittlung. Dadurch wird das Museum mit den Landschaften und Fundstellen verknüpft, aus denen viele der behandelten Geschichten stammen.
Diese Verbindung zwischen Museum und Außenraum ist für das Verständnis der regionalen Geschichte besonders wertvoll. Ein Fundstück bleibt nicht nur ein Objekt hinter Glas, wenn Besucher auch erfahren, in welcher Landschaft sich Siedlungen, Wege, Gräber oder geologische Besonderheiten befanden. Der Verein Zeitreise Gilching e.V. hat deshalb auch Fuß- und Radwanderwege unter dem Namen Via Zeitreise entwickelt. Sie führen zu archäologischen Fundstellen, historischen Schauplätzen und geologischen Besonderheiten im Gemeindegebiet.
Die Vermittlung im SchichtWerk folgt dem Prinzip Entdecken, Ausprobieren und Begreifen. Das bedeutet, dass Besucher selbst aktiv werden sollen. Sie lesen nicht nur eine Erklärung, sondern prüfen, vergleichen und stellen Zusammenhänge her. Videos und Hörspiele ergänzen die Objekte um erzählerische Elemente. So kann die Vergangenheit emotionaler und anschaulicher werden, ohne dass der wissenschaftliche Anspruch verloren geht.
Das Museum wurde für sein Vermittlungskonzept ausgezeichnet. Der Tassilo-Kulturpreis würdigte das SchichtWerk als eines von zwölf ausgewählten Projekten. Außerdem erhielt der Verein Zeitreise Gilching e.V. für sein ehrenamtliches Engagement in der Erforschung und Vermittlung von Archäologie die Denkmalschutzmedaille 2023 des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst. Diese Auszeichnungen unterstreichen die Bedeutung des Hauses als engagiertes Kultur- und Bildungsangebot in der Region.
Via Zeitreise Gilching und regionale Geschichte entdecken
Das SchichtWerk steht nicht isoliert im Ortszentrum, sondern ist Teil eines größeren Projekts zur Geschichte Gilchings. Unter dem Namen Via Zeitreise werden archäologische Denkmäler, historische Orte und geologische Besonderheiten auf Fuß- und Radwegen miteinander verbunden. Wer das Museum besucht, kann den Aufenthalt deshalb um eine Erkundung im Freien erweitern. Die Ausstellung liefert die Grundlagen, während die Wege zeigen, wie Geschichte in der Landschaft sichtbar oder manchmal nur durch Spuren erschließbar wird.
Gilching liegt westlich von München am Übergang vom voralpinen Hügelland zur Münchner Schotterebene. Die Lage trug dazu bei, dass die Region über viele Jahrhunderte hinweg als Siedlungs- und Verkehrsraum genutzt wurde. Bereits in keltischer Zeit verlief hier ein bedeutender Handelsweg. In römischer Zeit wurde die Verbindung zwischen Iuvavum, dem heutigen Salzburg, und Augusta Vindelicorum, dem heutigen Augsburg, ausgebaut. Die römische Straßenlandschaft bildet einen wichtigen Hintergrund für die archäologischen Themen des SchichtWerks.
Im Gemeindegebiet finden sich zahlreiche Zeugnisse menschlicher Besiedlung. Dazu gehören Hinweise auf Siedlungen seit der Frühbronzezeit, eine hallstattzeitliche Siedlung, mehrere römische Gutshöfe und vier Viereckschanzen. Hinzu kommen bajuwarische Bestattungen, die als Kiltis bezeichnet werden. Diese Fülle an Spuren macht Gilching zu einem Ort, an dem sich die Entwicklung der Region besonders anschaulich nachvollziehen lässt.
Das Museum übernimmt dabei eine wichtige Übersetzungsleistung. Archäologische Befunde sind für Laien nicht immer unmittelbar verständlich. Eine Bodenverfärbung, eine Grabbeigabe oder ein Keramikfragment entfaltet seine Bedeutung erst durch den Zusammenhang. Das SchichtWerk erklärt diese Zusammenhänge und macht sie durch Modelle, Medien und Mitmachstationen zugänglich. Die Via Zeitreise führt diesen Gedanken weiter, indem sie die Besucher von der Ausstellung zu den Orten bringt, an denen Geschichte im Gelände verankert ist.
Auch digitale Angebote ergänzen das Konzept. Für Zeitreise Gilching gibt es eine App, die auf archäologische Denkmäler und wichtige Punkte der Ortsgeschichte hinweist. Bilder, Texte, Hörgeschichten und Videos können unterwegs Informationen zu einzelnen Stationen vermitteln. Vorgegebene oder themenorientierte Touren ermöglichen eine geführte Erkundung, während einzelne Stationen auch selbstständig ausgewählt werden können.
Für Besucher, die Gilching intensiver kennenlernen möchten, bietet sich daher eine Kombination aus Museumsbesuch und Ortserkundung an. Zuerst lässt sich im SchichtWerk nachvollziehen, wie archäologische Geschichte gelesen wird. Anschließend können ausgewählte Punkte der Via Zeitreise besucht werden. So entsteht aus einem Museumsbesuch eine umfassendere Beschäftigung mit Landschaft, Siedlungsgeschichte und regionaler Identität.
Warum sich ein Besuch im SchichtWerk Gilching lohnt
Das SchichtWerk ist besonders für Menschen interessant, die Geschichte nicht nur konsumieren, sondern selbst entdecken möchten. Die Ausstellung ist überschaubar und konzentriert sich auf einen klaren zeitlichen Schwerpunkt. Dadurch entsteht kein unverbundener Überblick über alle Epochen, sondern eine nachvollziehbare Erzählung über Römer, Bajuwaren und den Wandel einer Region. Gilching wird dabei nicht als isolierter Ort betrachtet, sondern als Teil der oberbayerischen Geschichte.
Ein weiterer Vorteil ist die Verbindung von Gebäude, Ausstellung und Umgebung. Das Wersonhaus besitzt selbst eine vielschichtige Vergangenheit. Im Inneren zeigt das SchichtWerk, wie archäologische Schichten gelesen werden können. Im Außenraum führt die Via Zeitreise zu historischen und archäologischen Spuren. Drei Ebenen greifen ineinander: die Geschichte des Hauses, die Geschichte des Ortes und die Methode, mit der Vergangenheit erforscht wird.
Für Familien bietet das Museum einen niedrigschwelligen Zugang. Der freie Eintritt, die Mitmachstationen und die audiovisuellen Elemente erleichtern es, Kinder an regionale Geschichte heranzuführen. Gleichzeitig ist die Ausstellung nicht auf ein reines Kinderprogramm reduziert. Die Themen Stratigrafie, Siedlungsentwicklung und frühmittelalterliche Funde bieten auch Erwachsenen reichlich Stoff für eine vertiefte Auseinandersetzung.
Für Schulklassen und Gruppen ist das SchichtWerk interessant, weil Führungen und thematische Angebote individuell abgestimmt werden können. Die Verbindung mit Wanderungen ermöglicht außerdem einen Unterricht außerhalb des Klassenzimmers. Statt Geschichte nur aus Büchern zu lernen, können Schülerinnen und Schüler erfahren, wie sich Landschaft, Boden, Fundstelle und wissenschaftliche Interpretation ergänzen.
Auch die ehrenamtliche Trägerschaft prägt den Charakter des Museums. Zeitreise Gilching e.V. hat die Dauerausstellung über mehrere Jahre entwickelt und aufgebaut. Das Engagement reicht von der Erforschung lokaler Geschichte über die Betreuung des Museums bis zur Organisation von Führungen und Veranstaltungen. Die Auszeichnungen des Vereins zeigen, dass dieses bürgerschaftliche Engagement über Gilching hinaus Anerkennung gefunden hat.
Wer einen Besuch plant, sollte die aktuellen Öffnungszeiten beachten und bei besonderen Interessen vorab Kontakt aufnehmen. Die regulären Zeiten sind begrenzt, dafür gibt es nach Vereinbarung zusätzliche Möglichkeiten. Ein Besuch lässt sich gut mit einem Spaziergang, einer Radtour oder einer weiteren Erkundung der Gemeinde verbinden. Das SchichtWerk ist damit kein Ort für einen schnellen Durchlauf, sondern eine Einladung, sich Zeit zu nehmen und Geschichte Schicht für Schicht zu entdecken.
Quellen:
- SchichtWerk Gilching - Offizielle Museumsseite
- Das Ausstellungshaus Wersonhaus - Offizielle Website
- Das Konzept der Ausstellung - SchichtWerk Gilching
- Öffnungszeiten und Kontakt - SchichtWerk Gilching
- Anfahrt und Adresse - SchichtWerk Gilching
- Museum SchichtWerk - Gemeinde Gilching
- SchichtWerk - Museen in Bayern
- Führungen für Schulklassen - SchichtWerk Gilching
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SchichtWerk - Zeitreisen im Wersonhaus | Römer & Bajuwaren
Das SchichtWerk - Zeitreisen im Wersonhaus ist ein außergewöhnliches Museum im oberbayerischen Gilching. In der historischen Villa an der Brucker Straße 11 wird die Geschichte des Ortes nicht nur anhand von Vitrinen erzählt, sondern als sinnliche und interaktive Zeitreise erlebbar gemacht. Im Mittelpunkt stehen die römische Vergangenheit Gilchings, die spätrömische Besiedlung und der Übergang zur bajuwarischen Welt des frühen Mittelalters. Wer das SchichtWerk besucht, begegnet archäologischen Funden, historischen Zusammenhängen, menschlichen Lebensgeschichten und den Methoden, mit denen Vergangenheit rekonstruiert wird.
Der Name SchichtWerk verweist auf zwei zentrale Gedanken. Einerseits erinnert er an den Gilchinger Ortschronisten Rudolf Schicht. Andererseits nimmt er Bezug auf die Stratigrafie, also die archäologische Untersuchung von Erd- und Fundschichten. Tiefer liegende Schichten sind in der Regel älter als darüberliegende. Dieses grundlegende Prinzip der Archäologie wird im Museum anschaulich, spielerisch und verständlich vermittelt. Schubladensysteme, Hörspiele, Videos und Mitmachstationen laden dazu ein, selbst zu entdecken, auszuprobieren und Fragen zu stellen. Das Ergebnis ist ein kleines, engagiertes Museum, das Ortsgeschichte mit regionaler Archäologie verbindet.
Das Wersonhaus selbst ist Teil der Ausstellungserfahrung. Das historische Gebäude wurde ursprünglich als Landhaus errichtet und war eng mit dem Bildhauer Jules Werson verbunden. Seit 2017 befindet sich im Obergeschoss das SchichtWerk. Der Trägerverein Zeitreise Gilching e.V. entwickelte die Dauerausstellung in ehrenamtlicher Arbeit und mit fachlicher Unterstützung. Der Eintritt ist frei. Reguläre Öffnungszeiten bestehen dienstags am Vormittag sowie an ausgewählten Sonntagen, zusätzliche Besuche und Führungen sind nach Vereinbarung möglich.
SchichtWerk Gilching: Ausstellung zwischen Römern und Bajuwaren
Das wichtigste Thema im SchichtWerk Gilching ist der historische Übergang von der spätrömischen zur bajuwarischen Besiedlung. Diese Epoche ist für die Geschichte Bayerns besonders aufschlussreich, weil sie Veränderungen in Siedlungsweise, Alltagsleben, Bestattungskultur und gesellschaftlicher Ordnung sichtbar macht. Gilching liegt in einer Landschaft, die seit sehr langer Zeit von Menschen genutzt und geprägt wurde. Archäologische Funde aus der Umgebung bilden deshalb die Grundlage für eine Ausstellung, die weit über eine reine Ortschronik hinausweist.
Die Ausstellung konzentriert sich auf die Zeiten der Römer und Bajuwaren. Sie zeigt, wie sich historische Erkenntnisse aus einzelnen Fundstücken, Befunden und archäologischen Zusammenhängen entwickeln lassen. Dabei geht es nicht nur um die Frage, wie ein Gegenstand aussieht oder aus welchem Material er besteht. Ebenso wichtig ist sein Fundort, seine Lage innerhalb einer Schicht, seine Verbindung zu anderen Objekten und die Frage, welche Rückschlüsse daraus auf das Leben vergangener Menschen gezogen werden können. Genau diese Denkweise macht das Museum für Besucherinnen und Besucher interessant, die sich für Archäologie, Heimatgeschichte oder die Entstehung lokaler Kulturlandschaften interessieren.
Zu den regionalen Grundlagen gehören unter anderem die spätrömische Siedlung von Weßling-Frauenwiese sowie frühmittelalterliche Grabfunde, die als Kiltis bekannt sind. Diese Funde helfen, die Entwicklung der Region zwischen Antike und Frühmittelalter zu verstehen. Im SchichtWerk werden solche Themen nicht losgelöst von Gilching präsentiert, sondern in einen größeren historischen Zusammenhang gestellt. Der Ort wird dadurch zum Ausgangspunkt für eine Reise durch mehrere Jahrhunderte.
Ein besonderes Merkmal ist die Verbindung aus Originalen, Erklärungen und aktivem Erforschen. Besucher können Informationen nicht nur lesen, sondern sich Inhalte über Schubladen, audiovisuelle Medien und verschiedene Stationen erschließen. So entsteht ein Museumserlebnis, das unterschiedliche Altersgruppen anspricht. Kinder können Zusammenhänge spielerisch entdecken, Erwachsene erhalten Einblicke in archäologische Methoden, und Familien können gemeinsam über die Bedeutung einzelner Funde sprechen. Die Ausstellung ist damit zugleich lokales Museum, archäologisches Lernangebot und Einladung, die Geschichte Gilchings mit anderen Augen zu betrachten.
Die Dauerausstellung wird durch wechselnde Sonderausstellungen ergänzt. Auf der offiziellen Museumsseite wird unter anderem die Sonderausstellung Zu Tisch bei den Römern – Geschichte zum Anbeißen genannt. Damit wird deutlich, dass das SchichtWerk historische Themen nicht ausschließlich über klassische Objekte vermittelt. Auch Essen, Alltag, Handwerk, Geräusche und praktische Erfahrungen können Zugänge zur Vergangenheit eröffnen. Wer sich für die Ausstellung interessiert, sollte deshalb vor dem Besuch die aktuellen Termine und Sonderangebote prüfen.
Wersonhaus Gilching: Geschichte des historischen Ausstellungshauses
Das Wersonhaus ist nicht nur die Adresse des Museums, sondern selbst ein wichtiger Teil der lokalen Geschichte. Die Geschichte des Gebäudes reicht bis in die Jahre vor dem Ersten Weltkrieg zurück. 1914 plante der Baumeister Melchior Fanger ein Haus am Rand des damaligen Altdorfes. Der Bauunternehmer Eduard Forner erwarb Plan und Grundstück und errichtete ein Landhaus, das zunächst als Villa Forner bekannt war. Schon in dieser frühen Phase war das Gebäude mit unterschiedlichen Bewohnern und Nutzungen verbunden.
Von 1912 bis 1918 wohnte und praktizierte dort der Arzt Dr. Robert Weidner. Für einige Monate folgte ihm der Arzt Dr. Milano Nowak als Mieter. 1919 kaufte Marie Lindemann die Villa Forner. Sie wollte dort gemeinsam mit dem Bildhauer Jules Werson und dem Hausmädchen Maria Schmid leben. Die Beteiligten zogen sich auf das Land zurück, um den politischen Unruhen in München auszuweichen. Diese Geschichte verleiht dem Haus eine persönliche und gesellschaftliche Dimension, die über seine architektonische Funktion hinausgeht.
1920 wurde ein Atelier angebaut, das Eduard Forner geplant hatte. 1923 übertrug Marie Lindemann das Haus, das nun Zwei Birken genannt wurde, an Jules Werson. Werson nutzte das Gebäude nicht nur als Wohnort und Atelier, sondern auch als kulturellen Ort. Ab 1950 veranstaltete er dort die Volkshochschulveranstaltung Form und Farbe – Ethik und Ästhetik. Das Haus war damit bereits lange vor der Eröffnung des Museums ein Ort des Lernens, der Kunst und des Austauschs.
Nach dem Tod von Jules Werson im Jahr 1967 ging das Haus an seine Ehefrau Betty über. Nach ihrem Tod erwarb die Gemeinde Gilching das Landhaus im Jahr 1981. In den folgenden Jahrzehnten wechselte die Nutzung mehrfach. Von 1986 bis 2008 war der Sozialdienst Gilching-Argelsried im Gebäude untergebracht. Im Obergeschoss des Altbaus lebten zwischen 1986 und 1992 Asylbewerber. Im Keller des Atelieranbaus fanden bis 2002 Töpferkurse der Volkshochschule statt. Auch ein Kindergarten blieb im Atelieranbau über längere Zeit bestehen.
Nach einer weiteren Nutzung für die Notbücherei wurde das renovierte Wersonhaus 2010 wiedereröffnet. Im Erdgeschoss befand sich das Standesamt, während das Obergeschoss unter anderem für Friedhofsverwaltung, Archiv und Galerieräume genutzt wurde. Seit 2017 ist dort das SchichtWerk eingerichtet. Die Besucher erleben somit nicht nur eine archäologische Ausstellung, sondern bewegen sich in einem Gebäude, dessen eigene Geschichte mehrere Schichten von Medizin, Kunst, Verwaltung, Bildung und Gemeindeleben umfasst.
Archäologie Gilching: Schicht für Schicht Geschichte verstehen
Das zentrale Vermittlungsprinzip des SchichtWerks ist die Stratigrafie. In der Archäologie bezeichnet dieser Begriff die Untersuchung von Schichten und ihrer zeitlichen Abfolge. Die Ausstellung macht daraus ein anschauliches Erlebnis. Wer eine archäologische Fundstelle betrachtet, sieht nicht unmittelbar die Vergangenheit selbst. Er sieht Spuren, Ablagerungen, Veränderungen und Gegenstände, aus denen sich mithilfe wissenschaftlicher Methoden ein Bild vergangener Lebenswelten ergibt.
Die Schubladensysteme des Museums greifen dieses Prinzip direkt auf. Sie bilden nicht nur eine zeitliche Abfolge ab, sondern erklären auch, wie archäologische Erkenntnisse gewonnen werden. Besucherinnen und Besucher können nachvollziehen, wie ein Objekt entdeckt, dokumentiert, restauriert und eingeordnet wird. Aus einem einzelnen Fundstück wird erst im Zusammenspiel mit seinem Umfeld eine historische Aussage. Die Ausstellung zeigt damit, dass Archäologie nicht nur aus spektakulären Entdeckungen besteht, sondern vor allem aus sorgfältiger Beobachtung, Vergleich und Interpretation.
Besonders reizvoll ist die Verbindung zwischen wissenschaftlicher Genauigkeit und spielerischer Vermittlung. Im SchichtWerk darf ausprobiert werden. Mitmachstationen ermöglichen einen Zugang, der sich nicht auf das Lesen langer Texte beschränkt. Videos und Hörspiele ergänzen die Ausstellung um Stimmen, Szenen und Situationen. Dadurch entsteht eine Atmosphäre, in der Besucher nicht nur Informationen aufnehmen, sondern sich gedanklich in eine andere Zeit versetzen können.
Die Ausstellung ist zudem multisensorisch angelegt. Sehen, Hören und Tasten werden bewusst einbezogen. Das ist für Familien mit Kindern besonders interessant, weil historische Themen dadurch unmittelbar zugänglich werden. Gleichzeitig profitieren Erwachsene, die sich für die Arbeitsweise von Museen und die Interpretation archäologischer Quellen interessieren. Das SchichtWerk erklärt nicht nur, was gefunden wurde, sondern auch, wie aus Funden Wissen entsteht.
Die archäologischen Themen reichen von der frühen Kaiserzeit bis zur spätrömischen Besiedlung. Für das Frühmittelalter werden unter anderem eine Hofgrablege und eine Handwerkersiedlung behandelt, die vom Ende des sechsten Jahrhunderts bis ins hohe Mittelalter belegt war. Diese Themen machen deutlich, dass die Geschichte Gilchings nicht mit einem einzelnen Ereignis beginnt oder endet. Sie besteht aus vielen zeitlichen Ebenen, die sich überlagern. Genau diese Überlagerung ist der Kern des Museumsnamens und seines Vermittlungskonzepts.
Wer das Museum besucht, kann die Ausstellung daher auf zwei Ebenen erleben. Einerseits geht es um konkrete Geschichte: Römer, Bajuwaren, Siedlungen, Gräber und Alltagsleben. Andererseits geht es um die Frage, wie wir heute etwas über diese Vergangenheit wissen können. Das macht das SchichtWerk zu einem Ort, an dem Heimatgeschichte und wissenschaftliches Denken eng zusammengehören.
SchichtWerk Öffnungszeiten, Eintritt und praktische Informationen
Die regulären Besuchszeiten des SchichtWerks sind bewusst überschaubar und sollten vor der Anreise geprüft werden. Nach den Angaben des Museums ist das SchichtWerk dienstags von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Diese Öffnung gilt nicht an Feiertagen und nicht während der Ferien. Zusätzlich ist das Museum in der Regel am zweiten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr zugänglich. Ausnahmen gelten an Feiertagen und an Silvester. Darüber hinaus gibt es Sondertermine, die über die aktuellen Informationen des Museums bekanntgegeben werden.
Für Gruppen, Schulklassen, Familien und Interessierte sind Besuche nach Vereinbarung möglich. Eine vorherige Kontaktaufnahme ist besonders sinnvoll, wenn eine Führung, ein pädagogisches Angebot oder ein Besuch außerhalb der regulären Zeiten geplant ist. Das Museum kann Führungen nach den jeweiligen Interessen gestalten. Für Schulklassen gibt es beispielsweise Angebote im Museum und thematische Formate, die als Museum to go bezeichnet werden. Dazu gehören unter anderem Wanderungen zu den Römern in Gilching oder zu den Kiltis und Bajuwaren.
Der Eintritt in das Museum ist frei. Das senkt die Hemmschwelle für einen spontanen Besuch und macht das SchichtWerk zu einem gut zugänglichen Kulturangebot in Gilching. Ergänzend wird ein Museumsshop genannt. Welche Angebote dort aktuell erhältlich sind, kann je nach Ausstellung und Termin variieren. Für konkrete Fragen stehen die Museumsleitung und der Trägerverein per Telefon oder E-Mail zur Verfügung.
Die Adresse lautet Wersonhaus, Brucker Straße 11, 82205 Gilching. Für die Kontaktaufnahme werden auf der Museumsseite die Telefonnummer 08105 7724953 und die E-Mail-Adresse info@zeitreise-gilching.de genannt. Auf der Anfahrtsseite des Museums finden sich ebenfalls die Anschrift und weitere Kontaktdaten. Da Öffnungszeiten und Sondertermine geändert werden können, ist es sinnvoll, vor einer geplanten Fahrt die offiziellen Angaben zu kontrollieren.
Zur Barrierefreiheit wird in der Museumsdatenbank Museen in Bayern angegeben, dass das Museum nicht barrierefrei ist. Dieser Hinweis ist für die Besuchsplanung wichtig. Menschen mit besonderen Anforderungen sollten vorab direkt beim Museum nachfragen, welche Möglichkeiten im konkreten Fall bestehen. Auch für Gruppen mit Kindern, ältere Besucher oder Gäste, die eine längere Führung planen, ist eine vorherige Abstimmung empfehlenswert.
Das SchichtWerk ist kein großes Veranstaltungshaus mit dauerhaftem Tagesbetrieb, sondern ein ehrenamtlich getragenes Museum mit besonderen Öffnungsfenstern, Führungen und Sonderterminen. Gerade diese persönliche Struktur gehört zum Charakter des Hauses. Besucher können sich in Ruhe mit der Ausstellung beschäftigen und bei Fragen häufig direkt mit engagierten Vermittlerinnen und Vermittlern ins Gespräch kommen.
Führungen, Familienangebote und Museum zum Mitmachen
Das SchichtWerk richtet sich an Menschen mit unterschiedlichen Vorkenntnissen. Niemand muss bereits Archäologie studiert haben, um die Ausstellung zu verstehen. Die Inhalte sind so angelegt, dass sich Besucher schrittweise nähern können. Eine Familie kann gemeinsam eine Schublade öffnen und einen Gegenstand untersuchen. Eine Schulklasse kann erfahren, wie eine Fundstelle dokumentiert wird. Erwachsene können sich vertieft mit dem Übergang von der römischen zur bajuwarischen Besiedlung beschäftigen.
Führungen werden nach Vereinbarung angeboten. Das Museum weist darauf hin, dass Führungen an die Wünsche der jeweiligen Gruppe angepasst werden können. Dadurch eignet sich das SchichtWerk für unterschiedliche Anlässe: einen Ausflug von Schulklassen, eine familienfreundliche Entdeckungstour, eine Gruppenreise, einen thematischen Vereinsbesuch oder eine individuelle Führung für historisch Interessierte. Die persönliche Betreuung ermöglicht es, Fragen aufzugreifen und den Schwerpunkt flexibel zu setzen.
Für Schulklassen bietet das Museum neben Führungen im Gebäude auch Angebote außerhalb des klassischen Ausstellungsraums an. Unter dem Motto Museum to go können Gruppen auf thematischen Wanderungen die Geschichte im Umfeld von Gilching kennenlernen. Die Themen Römer in Gilching mit allen Sinnen sowie Die Kiltis und die Bajuwaren verbinden Bewegung, Ortsgeschichte und archäologische Vermittlung. Dadurch wird das Museum mit den Landschaften und Fundstellen verknüpft, aus denen viele der behandelten Geschichten stammen.
Diese Verbindung zwischen Museum und Außenraum ist für das Verständnis der regionalen Geschichte besonders wertvoll. Ein Fundstück bleibt nicht nur ein Objekt hinter Glas, wenn Besucher auch erfahren, in welcher Landschaft sich Siedlungen, Wege, Gräber oder geologische Besonderheiten befanden. Der Verein Zeitreise Gilching e.V. hat deshalb auch Fuß- und Radwanderwege unter dem Namen Via Zeitreise entwickelt. Sie führen zu archäologischen Fundstellen, historischen Schauplätzen und geologischen Besonderheiten im Gemeindegebiet.
Die Vermittlung im SchichtWerk folgt dem Prinzip Entdecken, Ausprobieren und Begreifen. Das bedeutet, dass Besucher selbst aktiv werden sollen. Sie lesen nicht nur eine Erklärung, sondern prüfen, vergleichen und stellen Zusammenhänge her. Videos und Hörspiele ergänzen die Objekte um erzählerische Elemente. So kann die Vergangenheit emotionaler und anschaulicher werden, ohne dass der wissenschaftliche Anspruch verloren geht.
Das Museum wurde für sein Vermittlungskonzept ausgezeichnet. Der Tassilo-Kulturpreis würdigte das SchichtWerk als eines von zwölf ausgewählten Projekten. Außerdem erhielt der Verein Zeitreise Gilching e.V. für sein ehrenamtliches Engagement in der Erforschung und Vermittlung von Archäologie die Denkmalschutzmedaille 2023 des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst. Diese Auszeichnungen unterstreichen die Bedeutung des Hauses als engagiertes Kultur- und Bildungsangebot in der Region.
Via Zeitreise Gilching und regionale Geschichte entdecken
Das SchichtWerk steht nicht isoliert im Ortszentrum, sondern ist Teil eines größeren Projekts zur Geschichte Gilchings. Unter dem Namen Via Zeitreise werden archäologische Denkmäler, historische Orte und geologische Besonderheiten auf Fuß- und Radwegen miteinander verbunden. Wer das Museum besucht, kann den Aufenthalt deshalb um eine Erkundung im Freien erweitern. Die Ausstellung liefert die Grundlagen, während die Wege zeigen, wie Geschichte in der Landschaft sichtbar oder manchmal nur durch Spuren erschließbar wird.
Gilching liegt westlich von München am Übergang vom voralpinen Hügelland zur Münchner Schotterebene. Die Lage trug dazu bei, dass die Region über viele Jahrhunderte hinweg als Siedlungs- und Verkehrsraum genutzt wurde. Bereits in keltischer Zeit verlief hier ein bedeutender Handelsweg. In römischer Zeit wurde die Verbindung zwischen Iuvavum, dem heutigen Salzburg, und Augusta Vindelicorum, dem heutigen Augsburg, ausgebaut. Die römische Straßenlandschaft bildet einen wichtigen Hintergrund für die archäologischen Themen des SchichtWerks.
Im Gemeindegebiet finden sich zahlreiche Zeugnisse menschlicher Besiedlung. Dazu gehören Hinweise auf Siedlungen seit der Frühbronzezeit, eine hallstattzeitliche Siedlung, mehrere römische Gutshöfe und vier Viereckschanzen. Hinzu kommen bajuwarische Bestattungen, die als Kiltis bezeichnet werden. Diese Fülle an Spuren macht Gilching zu einem Ort, an dem sich die Entwicklung der Region besonders anschaulich nachvollziehen lässt.
Das Museum übernimmt dabei eine wichtige Übersetzungsleistung. Archäologische Befunde sind für Laien nicht immer unmittelbar verständlich. Eine Bodenverfärbung, eine Grabbeigabe oder ein Keramikfragment entfaltet seine Bedeutung erst durch den Zusammenhang. Das SchichtWerk erklärt diese Zusammenhänge und macht sie durch Modelle, Medien und Mitmachstationen zugänglich. Die Via Zeitreise führt diesen Gedanken weiter, indem sie die Besucher von der Ausstellung zu den Orten bringt, an denen Geschichte im Gelände verankert ist.
Auch digitale Angebote ergänzen das Konzept. Für Zeitreise Gilching gibt es eine App, die auf archäologische Denkmäler und wichtige Punkte der Ortsgeschichte hinweist. Bilder, Texte, Hörgeschichten und Videos können unterwegs Informationen zu einzelnen Stationen vermitteln. Vorgegebene oder themenorientierte Touren ermöglichen eine geführte Erkundung, während einzelne Stationen auch selbstständig ausgewählt werden können.
Für Besucher, die Gilching intensiver kennenlernen möchten, bietet sich daher eine Kombination aus Museumsbesuch und Ortserkundung an. Zuerst lässt sich im SchichtWerk nachvollziehen, wie archäologische Geschichte gelesen wird. Anschließend können ausgewählte Punkte der Via Zeitreise besucht werden. So entsteht aus einem Museumsbesuch eine umfassendere Beschäftigung mit Landschaft, Siedlungsgeschichte und regionaler Identität.
Warum sich ein Besuch im SchichtWerk Gilching lohnt
Das SchichtWerk ist besonders für Menschen interessant, die Geschichte nicht nur konsumieren, sondern selbst entdecken möchten. Die Ausstellung ist überschaubar und konzentriert sich auf einen klaren zeitlichen Schwerpunkt. Dadurch entsteht kein unverbundener Überblick über alle Epochen, sondern eine nachvollziehbare Erzählung über Römer, Bajuwaren und den Wandel einer Region. Gilching wird dabei nicht als isolierter Ort betrachtet, sondern als Teil der oberbayerischen Geschichte.
Ein weiterer Vorteil ist die Verbindung von Gebäude, Ausstellung und Umgebung. Das Wersonhaus besitzt selbst eine vielschichtige Vergangenheit. Im Inneren zeigt das SchichtWerk, wie archäologische Schichten gelesen werden können. Im Außenraum führt die Via Zeitreise zu historischen und archäologischen Spuren. Drei Ebenen greifen ineinander: die Geschichte des Hauses, die Geschichte des Ortes und die Methode, mit der Vergangenheit erforscht wird.
Für Familien bietet das Museum einen niedrigschwelligen Zugang. Der freie Eintritt, die Mitmachstationen und die audiovisuellen Elemente erleichtern es, Kinder an regionale Geschichte heranzuführen. Gleichzeitig ist die Ausstellung nicht auf ein reines Kinderprogramm reduziert. Die Themen Stratigrafie, Siedlungsentwicklung und frühmittelalterliche Funde bieten auch Erwachsenen reichlich Stoff für eine vertiefte Auseinandersetzung.
Für Schulklassen und Gruppen ist das SchichtWerk interessant, weil Führungen und thematische Angebote individuell abgestimmt werden können. Die Verbindung mit Wanderungen ermöglicht außerdem einen Unterricht außerhalb des Klassenzimmers. Statt Geschichte nur aus Büchern zu lernen, können Schülerinnen und Schüler erfahren, wie sich Landschaft, Boden, Fundstelle und wissenschaftliche Interpretation ergänzen.
Auch die ehrenamtliche Trägerschaft prägt den Charakter des Museums. Zeitreise Gilching e.V. hat die Dauerausstellung über mehrere Jahre entwickelt und aufgebaut. Das Engagement reicht von der Erforschung lokaler Geschichte über die Betreuung des Museums bis zur Organisation von Führungen und Veranstaltungen. Die Auszeichnungen des Vereins zeigen, dass dieses bürgerschaftliche Engagement über Gilching hinaus Anerkennung gefunden hat.
Wer einen Besuch plant, sollte die aktuellen Öffnungszeiten beachten und bei besonderen Interessen vorab Kontakt aufnehmen. Die regulären Zeiten sind begrenzt, dafür gibt es nach Vereinbarung zusätzliche Möglichkeiten. Ein Besuch lässt sich gut mit einem Spaziergang, einer Radtour oder einer weiteren Erkundung der Gemeinde verbinden. Das SchichtWerk ist damit kein Ort für einen schnellen Durchlauf, sondern eine Einladung, sich Zeit zu nehmen und Geschichte Schicht für Schicht zu entdecken.
Quellen:
- SchichtWerk Gilching - Offizielle Museumsseite
- Das Ausstellungshaus Wersonhaus - Offizielle Website
- Das Konzept der Ausstellung - SchichtWerk Gilching
- Öffnungszeiten und Kontakt - SchichtWerk Gilching
- Anfahrt und Adresse - SchichtWerk Gilching
- Museum SchichtWerk - Gemeinde Gilching
- SchichtWerk - Museen in Bayern
- Führungen für Schulklassen - SchichtWerk Gilching
SchichtWerk - Zeitreisen im Wersonhaus | Römer & Bajuwaren
Das SchichtWerk - Zeitreisen im Wersonhaus ist ein außergewöhnliches Museum im oberbayerischen Gilching. In der historischen Villa an der Brucker Straße 11 wird die Geschichte des Ortes nicht nur anhand von Vitrinen erzählt, sondern als sinnliche und interaktive Zeitreise erlebbar gemacht. Im Mittelpunkt stehen die römische Vergangenheit Gilchings, die spätrömische Besiedlung und der Übergang zur bajuwarischen Welt des frühen Mittelalters. Wer das SchichtWerk besucht, begegnet archäologischen Funden, historischen Zusammenhängen, menschlichen Lebensgeschichten und den Methoden, mit denen Vergangenheit rekonstruiert wird.
Der Name SchichtWerk verweist auf zwei zentrale Gedanken. Einerseits erinnert er an den Gilchinger Ortschronisten Rudolf Schicht. Andererseits nimmt er Bezug auf die Stratigrafie, also die archäologische Untersuchung von Erd- und Fundschichten. Tiefer liegende Schichten sind in der Regel älter als darüberliegende. Dieses grundlegende Prinzip der Archäologie wird im Museum anschaulich, spielerisch und verständlich vermittelt. Schubladensysteme, Hörspiele, Videos und Mitmachstationen laden dazu ein, selbst zu entdecken, auszuprobieren und Fragen zu stellen. Das Ergebnis ist ein kleines, engagiertes Museum, das Ortsgeschichte mit regionaler Archäologie verbindet.
Das Wersonhaus selbst ist Teil der Ausstellungserfahrung. Das historische Gebäude wurde ursprünglich als Landhaus errichtet und war eng mit dem Bildhauer Jules Werson verbunden. Seit 2017 befindet sich im Obergeschoss das SchichtWerk. Der Trägerverein Zeitreise Gilching e.V. entwickelte die Dauerausstellung in ehrenamtlicher Arbeit und mit fachlicher Unterstützung. Der Eintritt ist frei. Reguläre Öffnungszeiten bestehen dienstags am Vormittag sowie an ausgewählten Sonntagen, zusätzliche Besuche und Führungen sind nach Vereinbarung möglich.
SchichtWerk Gilching: Ausstellung zwischen Römern und Bajuwaren
Das wichtigste Thema im SchichtWerk Gilching ist der historische Übergang von der spätrömischen zur bajuwarischen Besiedlung. Diese Epoche ist für die Geschichte Bayerns besonders aufschlussreich, weil sie Veränderungen in Siedlungsweise, Alltagsleben, Bestattungskultur und gesellschaftlicher Ordnung sichtbar macht. Gilching liegt in einer Landschaft, die seit sehr langer Zeit von Menschen genutzt und geprägt wurde. Archäologische Funde aus der Umgebung bilden deshalb die Grundlage für eine Ausstellung, die weit über eine reine Ortschronik hinausweist.
Die Ausstellung konzentriert sich auf die Zeiten der Römer und Bajuwaren. Sie zeigt, wie sich historische Erkenntnisse aus einzelnen Fundstücken, Befunden und archäologischen Zusammenhängen entwickeln lassen. Dabei geht es nicht nur um die Frage, wie ein Gegenstand aussieht oder aus welchem Material er besteht. Ebenso wichtig ist sein Fundort, seine Lage innerhalb einer Schicht, seine Verbindung zu anderen Objekten und die Frage, welche Rückschlüsse daraus auf das Leben vergangener Menschen gezogen werden können. Genau diese Denkweise macht das Museum für Besucherinnen und Besucher interessant, die sich für Archäologie, Heimatgeschichte oder die Entstehung lokaler Kulturlandschaften interessieren.
Zu den regionalen Grundlagen gehören unter anderem die spätrömische Siedlung von Weßling-Frauenwiese sowie frühmittelalterliche Grabfunde, die als Kiltis bekannt sind. Diese Funde helfen, die Entwicklung der Region zwischen Antike und Frühmittelalter zu verstehen. Im SchichtWerk werden solche Themen nicht losgelöst von Gilching präsentiert, sondern in einen größeren historischen Zusammenhang gestellt. Der Ort wird dadurch zum Ausgangspunkt für eine Reise durch mehrere Jahrhunderte.
Ein besonderes Merkmal ist die Verbindung aus Originalen, Erklärungen und aktivem Erforschen. Besucher können Informationen nicht nur lesen, sondern sich Inhalte über Schubladen, audiovisuelle Medien und verschiedene Stationen erschließen. So entsteht ein Museumserlebnis, das unterschiedliche Altersgruppen anspricht. Kinder können Zusammenhänge spielerisch entdecken, Erwachsene erhalten Einblicke in archäologische Methoden, und Familien können gemeinsam über die Bedeutung einzelner Funde sprechen. Die Ausstellung ist damit zugleich lokales Museum, archäologisches Lernangebot und Einladung, die Geschichte Gilchings mit anderen Augen zu betrachten.
Die Dauerausstellung wird durch wechselnde Sonderausstellungen ergänzt. Auf der offiziellen Museumsseite wird unter anderem die Sonderausstellung Zu Tisch bei den Römern – Geschichte zum Anbeißen genannt. Damit wird deutlich, dass das SchichtWerk historische Themen nicht ausschließlich über klassische Objekte vermittelt. Auch Essen, Alltag, Handwerk, Geräusche und praktische Erfahrungen können Zugänge zur Vergangenheit eröffnen. Wer sich für die Ausstellung interessiert, sollte deshalb vor dem Besuch die aktuellen Termine und Sonderangebote prüfen.
Wersonhaus Gilching: Geschichte des historischen Ausstellungshauses
Das Wersonhaus ist nicht nur die Adresse des Museums, sondern selbst ein wichtiger Teil der lokalen Geschichte. Die Geschichte des Gebäudes reicht bis in die Jahre vor dem Ersten Weltkrieg zurück. 1914 plante der Baumeister Melchior Fanger ein Haus am Rand des damaligen Altdorfes. Der Bauunternehmer Eduard Forner erwarb Plan und Grundstück und errichtete ein Landhaus, das zunächst als Villa Forner bekannt war. Schon in dieser frühen Phase war das Gebäude mit unterschiedlichen Bewohnern und Nutzungen verbunden.
Von 1912 bis 1918 wohnte und praktizierte dort der Arzt Dr. Robert Weidner. Für einige Monate folgte ihm der Arzt Dr. Milano Nowak als Mieter. 1919 kaufte Marie Lindemann die Villa Forner. Sie wollte dort gemeinsam mit dem Bildhauer Jules Werson und dem Hausmädchen Maria Schmid leben. Die Beteiligten zogen sich auf das Land zurück, um den politischen Unruhen in München auszuweichen. Diese Geschichte verleiht dem Haus eine persönliche und gesellschaftliche Dimension, die über seine architektonische Funktion hinausgeht.
1920 wurde ein Atelier angebaut, das Eduard Forner geplant hatte. 1923 übertrug Marie Lindemann das Haus, das nun Zwei Birken genannt wurde, an Jules Werson. Werson nutzte das Gebäude nicht nur als Wohnort und Atelier, sondern auch als kulturellen Ort. Ab 1950 veranstaltete er dort die Volkshochschulveranstaltung Form und Farbe – Ethik und Ästhetik. Das Haus war damit bereits lange vor der Eröffnung des Museums ein Ort des Lernens, der Kunst und des Austauschs.
Nach dem Tod von Jules Werson im Jahr 1967 ging das Haus an seine Ehefrau Betty über. Nach ihrem Tod erwarb die Gemeinde Gilching das Landhaus im Jahr 1981. In den folgenden Jahrzehnten wechselte die Nutzung mehrfach. Von 1986 bis 2008 war der Sozialdienst Gilching-Argelsried im Gebäude untergebracht. Im Obergeschoss des Altbaus lebten zwischen 1986 und 1992 Asylbewerber. Im Keller des Atelieranbaus fanden bis 2002 Töpferkurse der Volkshochschule statt. Auch ein Kindergarten blieb im Atelieranbau über längere Zeit bestehen.
Nach einer weiteren Nutzung für die Notbücherei wurde das renovierte Wersonhaus 2010 wiedereröffnet. Im Erdgeschoss befand sich das Standesamt, während das Obergeschoss unter anderem für Friedhofsverwaltung, Archiv und Galerieräume genutzt wurde. Seit 2017 ist dort das SchichtWerk eingerichtet. Die Besucher erleben somit nicht nur eine archäologische Ausstellung, sondern bewegen sich in einem Gebäude, dessen eigene Geschichte mehrere Schichten von Medizin, Kunst, Verwaltung, Bildung und Gemeindeleben umfasst.
Archäologie Gilching: Schicht für Schicht Geschichte verstehen
Das zentrale Vermittlungsprinzip des SchichtWerks ist die Stratigrafie. In der Archäologie bezeichnet dieser Begriff die Untersuchung von Schichten und ihrer zeitlichen Abfolge. Die Ausstellung macht daraus ein anschauliches Erlebnis. Wer eine archäologische Fundstelle betrachtet, sieht nicht unmittelbar die Vergangenheit selbst. Er sieht Spuren, Ablagerungen, Veränderungen und Gegenstände, aus denen sich mithilfe wissenschaftlicher Methoden ein Bild vergangener Lebenswelten ergibt.
Die Schubladensysteme des Museums greifen dieses Prinzip direkt auf. Sie bilden nicht nur eine zeitliche Abfolge ab, sondern erklären auch, wie archäologische Erkenntnisse gewonnen werden. Besucherinnen und Besucher können nachvollziehen, wie ein Objekt entdeckt, dokumentiert, restauriert und eingeordnet wird. Aus einem einzelnen Fundstück wird erst im Zusammenspiel mit seinem Umfeld eine historische Aussage. Die Ausstellung zeigt damit, dass Archäologie nicht nur aus spektakulären Entdeckungen besteht, sondern vor allem aus sorgfältiger Beobachtung, Vergleich und Interpretation.
Besonders reizvoll ist die Verbindung zwischen wissenschaftlicher Genauigkeit und spielerischer Vermittlung. Im SchichtWerk darf ausprobiert werden. Mitmachstationen ermöglichen einen Zugang, der sich nicht auf das Lesen langer Texte beschränkt. Videos und Hörspiele ergänzen die Ausstellung um Stimmen, Szenen und Situationen. Dadurch entsteht eine Atmosphäre, in der Besucher nicht nur Informationen aufnehmen, sondern sich gedanklich in eine andere Zeit versetzen können.
Die Ausstellung ist zudem multisensorisch angelegt. Sehen, Hören und Tasten werden bewusst einbezogen. Das ist für Familien mit Kindern besonders interessant, weil historische Themen dadurch unmittelbar zugänglich werden. Gleichzeitig profitieren Erwachsene, die sich für die Arbeitsweise von Museen und die Interpretation archäologischer Quellen interessieren. Das SchichtWerk erklärt nicht nur, was gefunden wurde, sondern auch, wie aus Funden Wissen entsteht.
Die archäologischen Themen reichen von der frühen Kaiserzeit bis zur spätrömischen Besiedlung. Für das Frühmittelalter werden unter anderem eine Hofgrablege und eine Handwerkersiedlung behandelt, die vom Ende des sechsten Jahrhunderts bis ins hohe Mittelalter belegt war. Diese Themen machen deutlich, dass die Geschichte Gilchings nicht mit einem einzelnen Ereignis beginnt oder endet. Sie besteht aus vielen zeitlichen Ebenen, die sich überlagern. Genau diese Überlagerung ist der Kern des Museumsnamens und seines Vermittlungskonzepts.
Wer das Museum besucht, kann die Ausstellung daher auf zwei Ebenen erleben. Einerseits geht es um konkrete Geschichte: Römer, Bajuwaren, Siedlungen, Gräber und Alltagsleben. Andererseits geht es um die Frage, wie wir heute etwas über diese Vergangenheit wissen können. Das macht das SchichtWerk zu einem Ort, an dem Heimatgeschichte und wissenschaftliches Denken eng zusammengehören.
SchichtWerk Öffnungszeiten, Eintritt und praktische Informationen
Die regulären Besuchszeiten des SchichtWerks sind bewusst überschaubar und sollten vor der Anreise geprüft werden. Nach den Angaben des Museums ist das SchichtWerk dienstags von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Diese Öffnung gilt nicht an Feiertagen und nicht während der Ferien. Zusätzlich ist das Museum in der Regel am zweiten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr zugänglich. Ausnahmen gelten an Feiertagen und an Silvester. Darüber hinaus gibt es Sondertermine, die über die aktuellen Informationen des Museums bekanntgegeben werden.
Für Gruppen, Schulklassen, Familien und Interessierte sind Besuche nach Vereinbarung möglich. Eine vorherige Kontaktaufnahme ist besonders sinnvoll, wenn eine Führung, ein pädagogisches Angebot oder ein Besuch außerhalb der regulären Zeiten geplant ist. Das Museum kann Führungen nach den jeweiligen Interessen gestalten. Für Schulklassen gibt es beispielsweise Angebote im Museum und thematische Formate, die als Museum to go bezeichnet werden. Dazu gehören unter anderem Wanderungen zu den Römern in Gilching oder zu den Kiltis und Bajuwaren.
Der Eintritt in das Museum ist frei. Das senkt die Hemmschwelle für einen spontanen Besuch und macht das SchichtWerk zu einem gut zugänglichen Kulturangebot in Gilching. Ergänzend wird ein Museumsshop genannt. Welche Angebote dort aktuell erhältlich sind, kann je nach Ausstellung und Termin variieren. Für konkrete Fragen stehen die Museumsleitung und der Trägerverein per Telefon oder E-Mail zur Verfügung.
Die Adresse lautet Wersonhaus, Brucker Straße 11, 82205 Gilching. Für die Kontaktaufnahme werden auf der Museumsseite die Telefonnummer 08105 7724953 und die E-Mail-Adresse info@zeitreise-gilching.de genannt. Auf der Anfahrtsseite des Museums finden sich ebenfalls die Anschrift und weitere Kontaktdaten. Da Öffnungszeiten und Sondertermine geändert werden können, ist es sinnvoll, vor einer geplanten Fahrt die offiziellen Angaben zu kontrollieren.
Zur Barrierefreiheit wird in der Museumsdatenbank Museen in Bayern angegeben, dass das Museum nicht barrierefrei ist. Dieser Hinweis ist für die Besuchsplanung wichtig. Menschen mit besonderen Anforderungen sollten vorab direkt beim Museum nachfragen, welche Möglichkeiten im konkreten Fall bestehen. Auch für Gruppen mit Kindern, ältere Besucher oder Gäste, die eine längere Führung planen, ist eine vorherige Abstimmung empfehlenswert.
Das SchichtWerk ist kein großes Veranstaltungshaus mit dauerhaftem Tagesbetrieb, sondern ein ehrenamtlich getragenes Museum mit besonderen Öffnungsfenstern, Führungen und Sonderterminen. Gerade diese persönliche Struktur gehört zum Charakter des Hauses. Besucher können sich in Ruhe mit der Ausstellung beschäftigen und bei Fragen häufig direkt mit engagierten Vermittlerinnen und Vermittlern ins Gespräch kommen.
Führungen, Familienangebote und Museum zum Mitmachen
Das SchichtWerk richtet sich an Menschen mit unterschiedlichen Vorkenntnissen. Niemand muss bereits Archäologie studiert haben, um die Ausstellung zu verstehen. Die Inhalte sind so angelegt, dass sich Besucher schrittweise nähern können. Eine Familie kann gemeinsam eine Schublade öffnen und einen Gegenstand untersuchen. Eine Schulklasse kann erfahren, wie eine Fundstelle dokumentiert wird. Erwachsene können sich vertieft mit dem Übergang von der römischen zur bajuwarischen Besiedlung beschäftigen.
Führungen werden nach Vereinbarung angeboten. Das Museum weist darauf hin, dass Führungen an die Wünsche der jeweiligen Gruppe angepasst werden können. Dadurch eignet sich das SchichtWerk für unterschiedliche Anlässe: einen Ausflug von Schulklassen, eine familienfreundliche Entdeckungstour, eine Gruppenreise, einen thematischen Vereinsbesuch oder eine individuelle Führung für historisch Interessierte. Die persönliche Betreuung ermöglicht es, Fragen aufzugreifen und den Schwerpunkt flexibel zu setzen.
Für Schulklassen bietet das Museum neben Führungen im Gebäude auch Angebote außerhalb des klassischen Ausstellungsraums an. Unter dem Motto Museum to go können Gruppen auf thematischen Wanderungen die Geschichte im Umfeld von Gilching kennenlernen. Die Themen Römer in Gilching mit allen Sinnen sowie Die Kiltis und die Bajuwaren verbinden Bewegung, Ortsgeschichte und archäologische Vermittlung. Dadurch wird das Museum mit den Landschaften und Fundstellen verknüpft, aus denen viele der behandelten Geschichten stammen.
Diese Verbindung zwischen Museum und Außenraum ist für das Verständnis der regionalen Geschichte besonders wertvoll. Ein Fundstück bleibt nicht nur ein Objekt hinter Glas, wenn Besucher auch erfahren, in welcher Landschaft sich Siedlungen, Wege, Gräber oder geologische Besonderheiten befanden. Der Verein Zeitreise Gilching e.V. hat deshalb auch Fuß- und Radwanderwege unter dem Namen Via Zeitreise entwickelt. Sie führen zu archäologischen Fundstellen, historischen Schauplätzen und geologischen Besonderheiten im Gemeindegebiet.
Die Vermittlung im SchichtWerk folgt dem Prinzip Entdecken, Ausprobieren und Begreifen. Das bedeutet, dass Besucher selbst aktiv werden sollen. Sie lesen nicht nur eine Erklärung, sondern prüfen, vergleichen und stellen Zusammenhänge her. Videos und Hörspiele ergänzen die Objekte um erzählerische Elemente. So kann die Vergangenheit emotionaler und anschaulicher werden, ohne dass der wissenschaftliche Anspruch verloren geht.
Das Museum wurde für sein Vermittlungskonzept ausgezeichnet. Der Tassilo-Kulturpreis würdigte das SchichtWerk als eines von zwölf ausgewählten Projekten. Außerdem erhielt der Verein Zeitreise Gilching e.V. für sein ehrenamtliches Engagement in der Erforschung und Vermittlung von Archäologie die Denkmalschutzmedaille 2023 des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst. Diese Auszeichnungen unterstreichen die Bedeutung des Hauses als engagiertes Kultur- und Bildungsangebot in der Region.
Via Zeitreise Gilching und regionale Geschichte entdecken
Das SchichtWerk steht nicht isoliert im Ortszentrum, sondern ist Teil eines größeren Projekts zur Geschichte Gilchings. Unter dem Namen Via Zeitreise werden archäologische Denkmäler, historische Orte und geologische Besonderheiten auf Fuß- und Radwegen miteinander verbunden. Wer das Museum besucht, kann den Aufenthalt deshalb um eine Erkundung im Freien erweitern. Die Ausstellung liefert die Grundlagen, während die Wege zeigen, wie Geschichte in der Landschaft sichtbar oder manchmal nur durch Spuren erschließbar wird.
Gilching liegt westlich von München am Übergang vom voralpinen Hügelland zur Münchner Schotterebene. Die Lage trug dazu bei, dass die Region über viele Jahrhunderte hinweg als Siedlungs- und Verkehrsraum genutzt wurde. Bereits in keltischer Zeit verlief hier ein bedeutender Handelsweg. In römischer Zeit wurde die Verbindung zwischen Iuvavum, dem heutigen Salzburg, und Augusta Vindelicorum, dem heutigen Augsburg, ausgebaut. Die römische Straßenlandschaft bildet einen wichtigen Hintergrund für die archäologischen Themen des SchichtWerks.
Im Gemeindegebiet finden sich zahlreiche Zeugnisse menschlicher Besiedlung. Dazu gehören Hinweise auf Siedlungen seit der Frühbronzezeit, eine hallstattzeitliche Siedlung, mehrere römische Gutshöfe und vier Viereckschanzen. Hinzu kommen bajuwarische Bestattungen, die als Kiltis bezeichnet werden. Diese Fülle an Spuren macht Gilching zu einem Ort, an dem sich die Entwicklung der Region besonders anschaulich nachvollziehen lässt.
Das Museum übernimmt dabei eine wichtige Übersetzungsleistung. Archäologische Befunde sind für Laien nicht immer unmittelbar verständlich. Eine Bodenverfärbung, eine Grabbeigabe oder ein Keramikfragment entfaltet seine Bedeutung erst durch den Zusammenhang. Das SchichtWerk erklärt diese Zusammenhänge und macht sie durch Modelle, Medien und Mitmachstationen zugänglich. Die Via Zeitreise führt diesen Gedanken weiter, indem sie die Besucher von der Ausstellung zu den Orten bringt, an denen Geschichte im Gelände verankert ist.
Auch digitale Angebote ergänzen das Konzept. Für Zeitreise Gilching gibt es eine App, die auf archäologische Denkmäler und wichtige Punkte der Ortsgeschichte hinweist. Bilder, Texte, Hörgeschichten und Videos können unterwegs Informationen zu einzelnen Stationen vermitteln. Vorgegebene oder themenorientierte Touren ermöglichen eine geführte Erkundung, während einzelne Stationen auch selbstständig ausgewählt werden können.
Für Besucher, die Gilching intensiver kennenlernen möchten, bietet sich daher eine Kombination aus Museumsbesuch und Ortserkundung an. Zuerst lässt sich im SchichtWerk nachvollziehen, wie archäologische Geschichte gelesen wird. Anschließend können ausgewählte Punkte der Via Zeitreise besucht werden. So entsteht aus einem Museumsbesuch eine umfassendere Beschäftigung mit Landschaft, Siedlungsgeschichte und regionaler Identität.
Warum sich ein Besuch im SchichtWerk Gilching lohnt
Das SchichtWerk ist besonders für Menschen interessant, die Geschichte nicht nur konsumieren, sondern selbst entdecken möchten. Die Ausstellung ist überschaubar und konzentriert sich auf einen klaren zeitlichen Schwerpunkt. Dadurch entsteht kein unverbundener Überblick über alle Epochen, sondern eine nachvollziehbare Erzählung über Römer, Bajuwaren und den Wandel einer Region. Gilching wird dabei nicht als isolierter Ort betrachtet, sondern als Teil der oberbayerischen Geschichte.
Ein weiterer Vorteil ist die Verbindung von Gebäude, Ausstellung und Umgebung. Das Wersonhaus besitzt selbst eine vielschichtige Vergangenheit. Im Inneren zeigt das SchichtWerk, wie archäologische Schichten gelesen werden können. Im Außenraum führt die Via Zeitreise zu historischen und archäologischen Spuren. Drei Ebenen greifen ineinander: die Geschichte des Hauses, die Geschichte des Ortes und die Methode, mit der Vergangenheit erforscht wird.
Für Familien bietet das Museum einen niedrigschwelligen Zugang. Der freie Eintritt, die Mitmachstationen und die audiovisuellen Elemente erleichtern es, Kinder an regionale Geschichte heranzuführen. Gleichzeitig ist die Ausstellung nicht auf ein reines Kinderprogramm reduziert. Die Themen Stratigrafie, Siedlungsentwicklung und frühmittelalterliche Funde bieten auch Erwachsenen reichlich Stoff für eine vertiefte Auseinandersetzung.
Für Schulklassen und Gruppen ist das SchichtWerk interessant, weil Führungen und thematische Angebote individuell abgestimmt werden können. Die Verbindung mit Wanderungen ermöglicht außerdem einen Unterricht außerhalb des Klassenzimmers. Statt Geschichte nur aus Büchern zu lernen, können Schülerinnen und Schüler erfahren, wie sich Landschaft, Boden, Fundstelle und wissenschaftliche Interpretation ergänzen.
Auch die ehrenamtliche Trägerschaft prägt den Charakter des Museums. Zeitreise Gilching e.V. hat die Dauerausstellung über mehrere Jahre entwickelt und aufgebaut. Das Engagement reicht von der Erforschung lokaler Geschichte über die Betreuung des Museums bis zur Organisation von Führungen und Veranstaltungen. Die Auszeichnungen des Vereins zeigen, dass dieses bürgerschaftliche Engagement über Gilching hinaus Anerkennung gefunden hat.
Wer einen Besuch plant, sollte die aktuellen Öffnungszeiten beachten und bei besonderen Interessen vorab Kontakt aufnehmen. Die regulären Zeiten sind begrenzt, dafür gibt es nach Vereinbarung zusätzliche Möglichkeiten. Ein Besuch lässt sich gut mit einem Spaziergang, einer Radtour oder einer weiteren Erkundung der Gemeinde verbinden. Das SchichtWerk ist damit kein Ort für einen schnellen Durchlauf, sondern eine Einladung, sich Zeit zu nehmen und Geschichte Schicht für Schicht zu entdecken.
Quellen:
- SchichtWerk Gilching - Offizielle Museumsseite
- Das Ausstellungshaus Wersonhaus - Offizielle Website
- Das Konzept der Ausstellung - SchichtWerk Gilching
- Öffnungszeiten und Kontakt - SchichtWerk Gilching
- Anfahrt und Adresse - SchichtWerk Gilching
- Museum SchichtWerk - Gemeinde Gilching
- SchichtWerk - Museen in Bayern
- Führungen für Schulklassen - SchichtWerk Gilching
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