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Machtkampf um die 1860-Profistruktur

1860-Streit eskaliert: Peter Gauweiler soll Ismaik im Konflikt um die Kündigung vertreten

Beim TSV 1860 München spitzt sich der Machtkampf zwischen Investor Hasan Ismaik und dem Stammverein weiter zu. Nach der Kündigung des Kooperationsvertrags durch den TSV München von 1860 e. V. soll nun der frühere CSU-Bundestagsabgeordnete Peter Gauweiler für Ismaiks Seite juristisch gegen die Entscheidung vorgehen. Im Kern steht die Frage, wie es mit der gemeinsamen Profifußball-Struktur – der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA – weitergeht.

Worum es in dem Konflikt tatsächlich geht

Die Personalie Gauweiler ist mehr als ein symbolischer Schritt. Der Streit berührt die operative Basis des Profifußballs bei 1860: Die KGaA ist die Spielbetriebsgesellschaft, über die der professionelle Fußball organisiert wird. Sie wurde 2002 gegründet; seit 2011 sind HAM International Limited (Dubai) und der TSV München von 1860 e. V. an der KGaA beteiligt. Die Zusammenarbeit zwischen Investorenseite und Verein wurde seit 2011 zudem über einen Kooperationsvertrag geregelt, der – vereinfacht gesagt – auch die finanzielle Absicherung des Spielbetriebs betraf, wenn Eigenmittel nicht ausreichen.

Gerät dieser vertragliche Unterbau ins Wanken, geht es nicht nur um Zuständigkeiten oder Gesellschafterrechte, sondern um die praktische Frage, unter welcher Struktur 1860 künftig den Spielbetrieb organisieren kann – und wer am Ende die Kontrolle über die maßgeblichen Entscheidungen behält.

Die Kündigung des Kooperationsvertrags – bestätigter Schritt des Vereins

Der TSV München von 1860 e. V. hat offiziell mitgeteilt, den am 30. Mai 2011 geschlossenen Kooperationsvertrag mit HAM International Limited „aus wichtigem Grund“ und „mit sofortiger Wirkung“ gekündigt zu haben. Zugleich kündigte der Verein an, mit Blick auf die Saison 2026/2027 alle organisatorischen und formalrechtlichen Maßnahmen zu ergreifen; nach Vereinsangaben liegt bereits eine Zulassung des Bayerischen Fußballverbandes für die Regionalliga Bayern vor.

Damit setzt der e. V. ein klares Signal: Der Verein plant erkennbar mit einer Zukunft, in der der Profibetrieb notfalls auch ohne die bisherige Kooperationsgrundlage organisiert werden kann.

Finanzielle und organisatorische Folgen: Druck auf die KGaA

Auf der anderen Seite steht eine KGaA, die nach Einschätzung aus der Berichterstattung unter erheblichen finanziellen Druck geraten ist. In diesem Zusammenhang wurde auch das Risiko einer Insolvenz thematisiert. Wie akut diese Gefahr am Ende ist, hängt maßgeblich davon ab, welche vertraglichen und gesellschaftsrechtlichen Pflichten nach der Kündigung fortbestehen, wie kurzfristig finanzielle Mittel verfügbar sind und ob sich die Handlungsfähigkeit der Gesellschaft rechtlich und praktisch sichern lässt.

Zentral ist außerdem die Frage, wie der Spielbetrieb künftig rechtssicher abgebildet wird. In der Diskussion steht, dass die bisherige Struktur ohne den gekündigten Kooperationsvertrag ihre Grundlage verlieren könnte. Ob und in welchem Umfang sich daraus unmittelbar Konsequenzen für das Spielrecht ergeben, wäre rechtlich und sportorganisatorisch zu klären – klar ist jedoch: Der Streit trifft den Kern des Profibetriebs.

Gauweilers Auftrag: Kündigung angreifen, Struktur sichern

In dieser Lage übernimmt Peter Gauweiler die Vertretung von Ismaiks Firma HAM gegen die Kündigung. Sein Auftrag dürfte darauf zielen, die Wirksamkeit der außerordentlichen Kündigung prüfen und angreifen zu lassen – und damit zugleich den Fortbestand der gemeinsamen Spielbetriebsgesellschaft in der bisherigen Form zu sichern.

Für die Investorenseite steht dabei nicht nur die Bewertung eines einzelnen Vertrags im Raum, sondern die strategische Frage, ob der e. V. die Profistruktur künftig ohne die bisherige Kooperation neu ordnen kann. Umgekehrt macht der Schritt des Vereins deutlich, dass er sich auf eine langfristige organisatorische Neuaufstellung vorbereitet.

Hasan Ismaik hatte die Lage in diesem Zusammenhang öffentlich zugespitzt: „Was wir jetzt brauchen, ist Ehrlichkeit, Mut und eine Entscheidung.“ Genau darauf läuft der Konflikt hinaus – allerdings nicht als rhetorische Zuspitzung, sondern als juristische und strukturelle Weichenstellung: Ob die Kündigung Bestand hat, welche Rechte die Beteiligten daraus ableiten können und ob die KGaA als bisheriges Herzstück des Profifußballs bei 1860 fortgeführt wird, dürfte die sportliche und wirtschaftliche Zukunft des Klubs maßgeblich prägen.

Häufig gestellte Fragen

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