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Nachwuchs-Sichtung beim FC Bayern

Bayern prüft Tornike Kwarazchelia am Campus: Sichtung eines 16-jährigen Flügelspielers

Beim FC Bayern rückt vor dem Bundesligaspiel beim VfL Wolfsburg eine Personalie aus dem Nachwuchsbereich in den Vordergrund: Tornike Kwarazchelia hält sich am Bayern-Campus auf und trainiert in München mit. Der 16-Jährige steht derzeit bei Dinamo Tiflis II unter Vertrag und wird im Trainingsalltag des Nachwuchsleistungszentrums beobachtet.

Christoph Freund bestätigt das Mittraining am Bayern-Campus

Sportdirektor Christoph Freund bestätigte den Vorgang auf der Pressekonferenz vor dem Wolfsburg-Spiel. „Ja, das kann ich bestätigen, dass der Junge da ist und mittrainiert“, sagte Freund.

Mehr als eine Sichtung ist damit jedoch nicht verbunden. Freund ordnete Kwarazchelia als „talentierten jungen Spieler“ ein und ließ bewusst offen, ob und in welcher Form daraus ein nächster Schritt entstehen könnte. Der Verein verschafft sich zunächst einen Eindruck im täglichen Trainingsumfeld – inklusive Anpassung an Intensität, Tempo und Abläufe am Campus.

Kwarazchelia bringt ein Flügelprofil mit – und den prominenten Nachnamen

Tornike Kwarazchelia spielt wie sein Bruder auf dem Flügel. Für Scouts ist dabei vor allem interessant, dass er als beidfüßiger Offensivspieler grundsätzlich auf beiden Außenbahnen einsetzbar ist und sich in direkten Duellen variabler lösen kann – ein Profil, das im modernen Flügelspiel (mit häufigen Positionswechseln und schnellen Anschlussaktionen) besonders gefragt ist.

Der Nachname sorgt zusätzlich für Aufmerksamkeit, weil sein Bruder Chwitscha Kwarazchelia mittlerweile zur europäischen Spitze zählt. Gegen den FC Bayern war dessen Einfluss zuletzt auch in der Champions League sichtbar: Im 5:4 im Hinspiel des verlorenen Halbfinales der Münchner gegen Titelverteidiger Paris Saint-Germain erzielte er zwei Treffer, im 1:1 im Rückspiel bereitete er den Treffer von Ousmane Dembélé vor. Freund bremste deshalb Erwartungen an einen direkten Vergleich: „Ob er so gut ist wie sein Bruder, der herausragend ist, der ein Weltklassespieler ist, das wäre zu viel des Guten“, sagte er. Entscheidend sei zunächst, wie sich der 16-Jährige sportlich entwickelt und wie er sich im Umfeld des FC Bayern präsentiert.

Ein Baustein in der aktuellen Bayern-Linie

Dass Bayern einen 16-Jährigen aus dem Ausland im Campus-Training testet, passt zu einer Linie, die der Klub zuletzt stärker verfolgt: Unter Trainer Vincent Kompany werden junge Spieler sichtbarer an den Profibereich herangeführt, mehrere Campus-Talente kamen in dieser Saison zu Einsätzen. Solche Maßnahmen sind weniger als kurzfristige Transferentscheidung zu lesen, sondern als Teil eines Prozesses: Talente sollen früh an Trainingsrhythmus, Anforderungen und Konkurrenzniveau herangeführt werden, bevor überhaupt über sportliche Perspektiven, Kaderplätze oder Vertragsfragen gesprochen wird.

Für Tornike Kwarazchelia bedeutet das aktuell vor allem eines: Er ist ein Talent im Prüfprozess. Für den FC Bayern ist es eine Gelegenheit, ein interessantes Flügelprofil unter realen Bedingungen zu bewerten – nüchtern, ohne Vorfestlegung, aber mit dem Blick darauf, ob aus einem Mittraining ein nächster Schritt werden kann.

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