Fake Noise, True Image in der Pasinger Fabrik: Kunst, die klingt und sich bewegt


Datum und Uhrzeit
Veranstaltungsort
Tickets
Über diese Veranstaltung
Stimmung
Veranstaltungsorttyp
Wenn Maschinen zu Klangskulpturen werden: Fake Noise, True Image in München
Die Ausstellung Fake Noise, True Image – Synergien in der Kunst verwandelt die Pasinger Fabrik in einen eigensinnigen Kosmos aus Maschinen, Skulptur, Musik, Bild, Sound, Sprache und Theater. Am Donnerstag, 15. Oktober 2026, öffnet die Ausstellung von 15:00 bis 19:00 Uhr und lädt dazu ein, Kunst nicht nur zu betrachten, sondern selbst in Bewegung zu setzen.
Klangkunst zwischen Erfindung, Humor und Mechanik
Im Zentrum stehen elektromechanische Klangkunstwerke des Münchner Künstlerduos Portmanteau, bestehend aus Gerald Greulix Schrank und Christian Taison Heiß. Die beiden Künstler verbinden technische Tüftelei, musikalische Komposition und theatralische Inszenierung zu einer unverwechselbaren Kunstrichtung zwischen kinetischer Skulptur, Installation und experimenteller Klangkunst.
Die Werke entstehen aus alten, gefundenen oder recycelten Materialien. Dadurch trägt jedes Objekt Spuren seiner früheren Funktion in sich: Metall, Holz, Kabel, Kurbeln und mechanische Bauteile werden zu einer poetischen Assemblage. Die Ausstellungsatmosphäre wirkt zugleich verspielt, skurril und präzise kuratiert.
Mitmachen ausdrücklich erwünscht
Diese Werkbetrachtung bleibt nicht auf den Blick beschränkt. Besucherinnen und Besucher dürfen selbst Hand anlegen und die ungewöhnlichen Automaten aktivieren. Namen wie Sittichquirl, Alpinium, Strippenzieher, Singvase und Grobian verweisen bereits auf den humorvollen Charakter der Arbeiten.
Ein Münzeinwurf setzt Bewegungen und Geräusche in Gang: Stühle beginnen zu steppen, eine Schafherde erklingt, eine Singvase entwickelt ihren eigenen musikalischen Kommentar. So entsteht ein unmittelbares Kunsterlebnis für Auge, Ohr und Zwerchfell – geeignet für Spielkinder von 0 bis 99 Jahren.
Eine Ausstellung mit Münchner Ortsgeschichte
Ein eigens für die Pasinger Fabrik entwickeltes Werk aus Handkurbel-Brotschneidemaschinen schlägt eine direkte Brücke zur industriellen Vergangenheit des Ortes. Wo heute kulturelle Veranstaltungen stattfinden, befand sich einst das Stammhaus der Ritterwerke, in dem von 1912 bis 1982 Haushaltsgeräte produziert wurden.
Die Ausstellung verbindet damit ästhetische Erfahrung und kulturelle Bildung. Alltagsobjekte werden aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang gelöst und als Klangkörper, Bühnenobjekte und kinetische Skulpturen neu lesbar. Die Vergangenheit des Ortes klingt in der Gegenwart weiter.
Werkschau mit Fotografie, Druck und Installation
Der Portmanteau-Kosmos wird durch Beiträge weiterer Kunstschaffender erweitert. Martin Dessecker ist mit seinen Transparenzen und Sehhilfen vertreten, Petr Mayr mit Siebdruck, Radierung und raumgreifenden Installationen. Willi Haas bringt Fotografien ein, die Sehgewohnheiten bewusst irritieren, während Dr. Leonhard Scheck in seinen ungewöhnlichen Schnitten durch die Raumzeit jeden Pixel seiner Bilder nacheinander fotografiert.
Zusammen ergeben Klangmaschinen, Teile von Bühnenbildern, Fotografien, Drucke und Pappcomics eine Ausstellung, in der unterschiedliche Medien miteinander kommunizieren. Die Kuratierung folgt keiner strengen Gattungsgrenze, sondern macht die Synergien zwischen bildender Kunst, Musik, Theater und Technik erfahrbar.
Kunsthistorische Einordnung und sinnliche Erfahrung
In ihrer Verbindung aus Bewegung, Mechanik und Klang erinnert die Ausstellung an die Tradition kinetischer Kunst und an die spielerische Materialpoesie von Jean Tinguely. Zugleich bleibt der Ansatz eigenständig: Portmanteau übersetzen technische Abläufe in humorvolle Situationen und verwandeln Funktionsobjekte in kleine Bühnen des Alltags.
Die räumliche Wirkung entsteht aus dem Wechsel von stillstehenden Apparaturen und plötzlich einsetzenden Geräuschen. Licht fällt auf Metallflächen, Holz und recycelte Bauteile; Formen geraten in Bewegung, während Sound und Sprache die Wahrnehmung erweitern. Diese ästhetische Erfahrung macht die Ausstellung zu einem begehbaren Experimentierfeld.
Fazit: Eine Ausstellung, die man selbst zum Klingen bringt
Fake Noise, True Image – Synergien in der Kunst erwartet Besucherinnen und Besucher mit einer außergewöhnlichen Mischung aus Klangkunst, kinetischer Skulptur, Installation, Fotografie und Theater. Wer zeitgenössische Kunst mit Humor, technischer Fantasie und unmittelbarer Beteiligung erleben möchte, findet in der Pasinger Fabrik ein einzigartiges Kunsterlebnis. Ein Besuch lohnt sich besonders, weil sich die Werke erst durch Bewegung, Berührung und Zuhören vollständig erschließen.
Offizielle Kanäle von Portmanteau:
- Instagram: kein offizielles Profil gefunden
- Facebook: kein offizielles Profil gefunden
- YouTube: kein offizielles Profil gefunden
- Website: kein offizielles Profil gefunden









