Gedanken-Brüche in München: Keramik, Malerei und Erinnerungen im Dialog


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Gedanken-Brüche: Wenn Erinnerungen Form annehmen
Die Ausstellung Gedanken-Brüche in der Galerie Bezirk Oberbayern führt die Künstlerinnen Ruby Jurkeit und Katharina Schellenberger zusammen. Vom 30. September bis 2. Dezember 2026 widmet sich die Schau der Unsicherheit, Zerbrechlichkeit und Wandelbarkeit menschlicher Identität. Keramiken, Malerei, Scherben und Projektionen öffnen einen sinnlichen Zugang zu Erinnerungen, Beziehungen, Fragen und inneren Umbrüchen.
Zwischen Porzellan, Farbe und Erinnerung
Ruby Jurkeit verbindet Keramik mit Konzeptkunst, Video und Projektionen. Ihr Werk Das tragbare Gedächtnis aus Porzellan mit Cyanotypie-Druck macht Erinnerung als fragile, materielle Spur erfahrbar. Eine mit Scherben gefüllte alte Blechbadewanne verweist auf die Verletzlichkeit des Gedächtnisses und auf die Frage, wie persönliche Erfahrungen bewahrt, verändert oder verloren werden.
Katharina Schellenberger begegnet dem Thema mit experimenteller Malerei. Ihre Mischtechnik auf Leinwand bewegt sich zwischen konkreter Form, gestischer Setzung und offenen Bildräumen. Farben, Überlagerungen und Brüche erzeugen eine spannungsvolle Werkbetrachtung, in der Wahrnehmung nicht festgeschrieben, sondern fortwährend neu zusammengesetzt wird.
Das Unvollständige als eigene Ganzheit
Die Kuratierung stellt unterschiedliche künstlerische Medien in einen gemeinsamen Dialog. Keramik besitzt eine körperliche Präsenz, Malerei entfaltet ihre Wirkung über Fläche und Farbe, während Projektionen und Scherben die Grenzen zwischen Objekt, Bild und Erinnerung verschieben. So entsteht eine Ausstellungsatmosphäre, in der das Fragment nicht als Mangel erscheint, sondern als eigenständige Form von Ganzheit.
Die Ausstellung fragt danach, was Menschen beim Erwachsenwerden prägt, welche Beziehungen und Erfahrungen im Inneren fortwirken und wie sich Identität verändert, wenn Erinnerungen brüchig werden. Beide Künstlerinnen erzählen persönliche Geschichten und beziehen die Besuchenden in diesen Prozess ein. Das Kunsterlebnis lebt von offenen Bedeutungen und lädt dazu ein, eigene Erinnerungen mit den ausgestellten Formen zu verbinden.
Vernissage mit Kunstgespräch und Performance
Die Eröffnung findet am Mittwoch, 30. September 2026, um 18 Uhr statt. Nach der Begrüßung durch die stellvertretende Bezirkstagspräsidentin Friederike Steinberger führt die Kunsthistorikerin Dr. Katia Marano in die Ausstellung ein. Ein Kunstgespräch mit Katharina Schellenberger und eine Kunst-Performance von Ruby Jurkeit erweitern die Werkbetrachtung um sprachliche und performative Perspektiven. Für die musikalische Gestaltung sorgt die Singer-Songwriterin Flora Blubiny mit Dream-Pop.
Kulturelle Bildung und barrierearme Vermittlung
Das Begleitprogramm umfasst einen Kreativ-Workshop, eine Führung in leicht verständlicher Sprache, eine Tastführung zu ausgewählten Original-Kunstwerken sowie eine Führung in Deutscher Gebärdensprache. Ausstellungstexte in Leichter Sprache und Braille-Schrift sowie ein Video in Deutscher Gebärdensprache unterstützen eine inklusive kulturelle Bildung. Der Zugang zur Galerie ist barrierefrei.
Fazit: Ein Kunsterlebnis über Brüche und neue Verbindungen
Gedanken-Brüche erwartet Kunstinteressierte mit einer eindringlichen Verbindung aus Keramik, Malerei, Projektion und Performance. Die Ausstellung macht sichtbar, wie Erinnerungen, Beziehungen und innere Erfahrungen Gestalt annehmen. Wer ästhetische Erfahrung mit gesellschaftlicher und persönlicher Reflexion verbinden möchte, sollte diese Ausstellung in München unbedingt live besuchen.
Offizielle Kanäle von Ruby Jurkeit und Katharina Schellenberger:
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