Die kleinen und die großen Lügen im ARRI: Festivalpremiere mit psychologischer Spannung


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Wenn Schweigen lauter wird als Worte
Die kleinen und die großen Lügen feiert beim Filmfest München seine deutsche Uraufführung und bringt am 30. Juni 2026 einen jener Filme auf die Leinwand, die ihren Sog aus Beziehungen, Geheimnissen und feinen Rissen im Alltag ziehen. Wolfgang Fischer inszeniert ein Ensemble, das in einem scheinbar stabilen Freundeskreis den Moment des Kippens auslotet: Ein Mädchen verschwindet, und plötzlich liegt hinter jeder Vertraulichkeit ein Schatten.
Ein Film über Nähe, Misstrauen und die Mechanik der Verdrängung
Das Drehbuch von Magnus Vattrodt legt die Spannungen nicht brachial offen, sondern in präzisen Beobachtungen. Gerade darin liegt die dramaturgische Spannung: Was als vertraute Ordnung beginnt, verwandelt sich in ein psychologisches Kammerspiel auf großer Festivalbühne. Die Figuren Felix, Anne, Irina, Martin, Justine, Micha und Lynn tragen die Geschichte mit jener leisen Unruhe, die gutes Kino auszeichnet.
Spiel, Bild und Atmosphäre
Mit Jutta Pohlmann an der Kamera und Lorenz Dangel in der Musik entsteht ein Bühnenerlebnis der anderen Art: nicht im Theatersaal, sondern im dunklen Kinoraum, in dem Licht, Ton und Bild eine dichte Theateratmosphäre erzeugen. Die Inszenierung setzt auf Zwischenräume, auf Blicke, auf das, was gesagt wird und auf das, was bewusst im Off bleibt. Genau dort entsteht die starke Publikumsreaktion: Wer sich auf diesen Film einlässt, folgt einem leisen, aber gnadenlosen Sog.
Festivalpremiere mit gesellschaftlicher Relevanz
Als Beitrag der Reihe Neues Deutsches Fernsehen steht der Film in einem Programmumfeld, das starke Frauenfiguren, Familienkonflikte und gesellschaftlich relevante Themen betont. Die Geschichte eines Verschwindens wird so zum Spiegel sozialer Gräben und menschlicher Selbsttäuschung. Das macht diese Premiere nicht nur spannend, sondern auch kulturjournalistisch bemerkenswert: Hier begegnen sich Genregefühl, psychologische Genauigkeit und klare Regiehandschrift.
Der Ort der Premiere
Die Vorstellung im ASTOR Film Lounge im ARRI verbindet Festivalflair mit Münchner Kinokultur. Der Spielort ist für seine komfortable Atmosphäre und seine prominente Lage in Maxvorstadt bekannt. Wer hier eine Premiere erlebt, bekommt nicht bloß einen Film, sondern ein sorgfältig gerahmtes Festivalereignis mit urbanem Glanz.
Fazit
Die kleinen und die großen Lügen verspricht einen intensiven Festivalabend zwischen Spannung, Subtext und feinen seelischen Verschiebungen. Wer präzise erzählte deutschsprachige Fernsehfilmkunst liebt, sollte diese Uraufführung live erleben.
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