Die Geierwally im Münchner Volkstheater: Große Bühnenkunst über Freiheit


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Die Geierwally: Eine widerspenstige Heldin erobert die Bühne
Am Samstag, 7. November 2026, verwandelt sich Bühne 1 des Münchner Volkstheaters in eine raue Bergwelt voller Widerstandskraft, Sehnsucht und sozialer Gewalt. Julia Prechsl inszeniert Wilhelmine von Hillerns vielfach adaptierten Erfolgsroman als modernes Bühnendrama über eine Frau, die sich keinem fremden Besitzanspruch beugt.
Eine Heldin zwischen Felswand und Freiheit
Walburga Stromminger, genannt Wally, wächst als furchtloses Mädchen in den Bergen auf. Als junge Frau verweigert sie sich der von ihrem Vater bestimmten Ehe und besteht darauf, über ihr eigenes Leben selbst zu entscheiden. Zwischen familiärer Herrschaft, gesellschaftlicher Enge und ihrer Liebe zum Bärenjoseph entfaltet sich ein kraftvoller Kampf um Autonomie.
Moderne Regie mit archaischer Wucht
Die Inszenierung legt frei, was an der Figur der Geierwally bis heute unbequem und exemplarisch bleibt: ihr kompromissloser Wille zur Selbstbestimmung. Julia Prechsl verbindet eine zeitgenössische Lesart mit der archaischen Energie des Bergdramas und rückt dabei soziale Gewalt, Geschlechterrollen und den Preis individueller Freiheit ins Zentrum der Dramaturgie.
Bühnenbild, Klang und Körper erzählen mit
Jelena Nagornis Bühnenbild arbeitet mit aufblähenden Plastikplanen, die sich in Gletschereis, Felslandschaft und inneren Abgrund verwandeln. Live-Musik und elektronische Klänge von Fiete Wachholtz treiben die Handlung aus dem Geiernest heraus unerbittlich voran. Lichtdesign und Choreografie verdichten die Theateratmosphäre zu einem sinnlichen Bühnenerlebnis, in dem jeder Schritt nach Gefahr und Befreiung klingt.
Schauspielkunst im Spannungsfeld der Natur
Marlene Markt verkörpert Wally als körperlich präsente, verletzliche und zugleich unbeugsame Figur. Chris-Pascal Englund Braun übernimmt die Rolle des Geiers und macht aus der Beziehung zwischen Mensch und Tier ein faszinierendes Wechselspiel aus Kampf, Nähe und Vertrauen. Das Ensemble zeichnet eine Dorfgesellschaft, in der Konventionen wie unsichtbare Felswände wirken.
Ein Theaterabend ohne Pause
Die Aufführung dauert 1 Stunde und 40 Minuten und wird ohne Pause gespielt. Das konzentrierte Format hält die Spannung bis zum letzten Moment: Die Bergwelt wird zum Resonanzraum für Wallys Aufbegehren, während Musik, Licht und Schauspielkunst ihre innere Bewegung sichtbar machen.
Fazit: Die Geierwally erwartet das Publikum als intensive Neuinszenierung über Freiheit, soziale Gewalt und den Mut zur Selbstbestimmung. Wer Theater als unmittelbare Begegnung von Körper, Klang und politischer Gegenwart erleben möchte, findet hier einen Abend mit kraftvollen Bildern und nachhaltiger Publikumsreaktion.
Offizielle Kanäle von Münchner Volkstheater:
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