Fischer Fritz im Münchner Volkstheater: Ein Sprachspiel über Nähe und Fremdheit

Event: Fischer Fritz in Münchner Volkstheater, Bühne 3, Tumblingerstraße 29, 80337 München on 2. Oktober 2026

Datum und Uhrzeit

2. Oktober 2026 20:00 Uhr

Künstler

Veranstaltungsort

Münchner Volkstheater
Tumblingerstraße 29, 80337 München, Deutschland

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21,00 €
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Über diese Veranstaltung

Theater

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Sonstige

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Fischer Fritz: Zwischen Flussufer, Familienpflicht und leiser Verständigung

Wenn sich am 2. Oktober 2026 im Münchner Volkstheater der Vorhang zu Fischer Fritz hebt, beginnt ein dichtes Bühnenerlebnis über Alter, Heimat und Fremdheit. Raphaela Bardutzkys Schauspiel verbindet zungenbrecherischen Witz mit genauer Beobachtung und erzählt von Menschen, die einander zunächst kaum verstehen – und sich gerade dadurch näherkommen.

Ein alter Fischer, ein Haus am Fluss und die Frage nach dem Bleiben

Nach einem Schlaganfall ist das Fischen für den alten Fischer Fritz vorbei. Sein Haus am Fluss, in dem bereits sein Vater und sein Großvater dem Familiengewerbe nachgingen, will er dennoch nicht verlassen. Der Sohn Franz hat der Provinz den Rücken gekehrt und in München einen Friseursalon eröffnet. Zwischen Pflegepflicht, familiärer Entfremdung und der Angst vor dem sozialen Abstieg entfaltet die Inszenierung einen ebenso komischen wie berührenden Generationenkonflikt.

Begegnung mit Piotra

Als Piotra als polnische Pflegekraft in das bayerische Hinterland kommt, prallen unterschiedliche Lebensgeschichten, Sprachen und Vorstellungen von Fürsorge aufeinander. Ihre Verbindung zu Borys, dem Busfahrer, der sie in die Provinz gebracht hat, öffnet zugleich ein Fenster in eine Welt jenseits des engen Hauses. Die anfängliche Distanz zwischen Piotra und Fritz löst sich nicht durch große Gesten, sondern durch alltägliche Handlungen – und durch Piotras besonderes Gespür für die Zubereitung frischen Fischs.

Dramaturgie zwischen Sprachspiel und Empathie

Die Regie von Asena Yeşim Lappas nimmt Bardutzkys Sprachspiel ernst und führt es mit leichter Hand in eine Inszenierung, die Zuschreibungen ins Wanken bringt. Die Figuren dürfen ihre Perspektiven wechseln und die Erzählung aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Daraus entsteht eine präzise Dramaturgie über Heimat, Alter, Migration und die Frage, wie Verständigung jenseits perfekter Sprache gelingt.

Bühnenbild, Kostüme und Schauspielkunst

Sarah Elena Kratzl verantwortet Bühne und Kostüme. Ihre Ausstattung bildet den Resonanzraum für eine Geschichte, in der sich das Private und das Gesellschaftliche ständig berühren. Auf Bühne 3 konzentriert sich die Theateratmosphäre auf die Körper, Stimmen und Blicke der Darstellerinnen und Darsteller. Lasse Stadelmann, Lola Dockhorn und Baran Sönmez geben dem Stück seine wechselnden Tonlagen: spröde, komisch, verletzlich und überraschend warm.

Ein konzentriertes Bühnenerlebnis

Die Aufführung dauert 1 Stunde und 10 Minuten und kommt ohne Pause aus. Dadurch entsteht ein kompakter Theaterabend, dessen Spannung aus den Beziehungen der Figuren wächst. Die Publikumsreaktion dürfte besonders dort einsetzen, wo der trockene Humor der Vorlage auf die leisen Momente von Fürsorge und Einsamkeit trifft.

Fazit: Fischer Fritz verspricht eine kluge, bewegende und sprachlich eigenwillige Inszenierung im Münchner Volkstheater. Wer zeitgenössische Bühnenkunst, präzise Schauspielkunst und gesellschaftlich relevante Theaterstoffe schätzt, erlebt hier einen Abend zwischen schwarzem Humor und menschlicher Nähe. Sichern Sie sich Ihre Karten für dieses besondere Bühnenerlebnis auf Bühne 3.

Offizielle Kanäle von Münchner Volkstheater:

Quellen:

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