Im Spiegel meiner Mutter im Theatiner Filmkunst: Münchner Filmfest-Drama mit Nachhall


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Ein Familiengeheimnis, das auf der Leinwand aufreißt
Im Spiegel meiner Mutter bringt im Rahmen des Filmfest München ein psychologisch dichtes Bühnenerlebnis der anderen Art in die Theatiner Filmkunst: ein intensives Drama über Erinnerung, Verlust und weibliche Selbstbehauptung. Jutta Brückner erzählt von drei Frauengenerationen, deren Lebenslinien sich in einem Labyrinth aus Vergangenheit und Gegenwart kreuzen.
Zwischen Moor, Mutterhaus und innerem Beben
Im Zentrum steht die Archäologin Ursula Scheuner, gespielt von Corinna Harfouch mit jener stillen Wucht, die einen Raum sofort verändert. Ein sensationeller Fund im Moor, der Tod der Mutter und das Aufräumen des Elternhauses verdichten sich zu einer Inszenierung der seelischen Ausgrabung. Was äußerlich wie ein Kriminalfall beginnt, entwickelt sich dramaturgisch zu einer vielschichtigen Studie über Herkunft, Schuld und Identität.
Jutta Brückners Blick: präzise, subjektiv, kompromisslos
Jutta Brückner kehrt nach fast zwei Jahrzehnten mit einem neuen Spielfilm zurück. Ihre Handschrift bleibt erkennbar: subjektiv, feministisch, genau in der Beobachtung, offen für Brüche. Das Filmfest München verortet die Regisseurin in einer Reihe, die ihre Arbeiten als radikale Reflexion über weibliche Perspektiven würdigt. Diese künstlerische Autorität spürt man auch hier: Jede Szene scheint auf das Unsichtbare zu zielen, auf das, was Familien selten aussprechen und doch weitervererben.
Schauspielkunst, die Erinnerungen hörbar macht
Corinna Harfouch trägt den Film mit einer Darstellung, die Zerbrechlichkeit und Willensstärke in einer einzigen Geste vereint. Carla Juri setzt als rätselhafte Assistentin Mel den Gegenpol: kühl, irritierend, wissend. Hildegard Schmahl verleiht der Mutterfigur Präsenz über den Tod hinaus. Gerade diese Dreiecksstruktur erzeugt eine eindringliche Theateratmosphäre im Kinoformat, in der jede Pause und jeder Blick zählt.
Theatiner Filmkunst als passender Resonanzraum
Die Theatiner Filmkunst gilt seit 1957 als Münchner Haus für anspruchsvolles Arthouse-Kino und zeigt den Film in einem Raum, der Tradition und konzentrierte Publikumsreaktion begünstigt. Das Originalhaus ist erhalten, spezialisiert auf Filme in Originalsprache mit Untertiteln und damit ideal für ein Werk, das mit Zwischentönen, Sprachrhythmus und psychologischer Spannung arbeitet. Das Bühnenerlebnis entsteht hier nicht durch Kulisse, sondern durch Aufmerksamkeit.
Fazit: Ein Abend für Zuschauerinnen und Zuschauer mit Sinn für Tiefe
Im Spiegel meiner Mutter verspricht ein intensives Filmerlebnis zwischen Familiengeschichte, Archäologie der Gefühle und feiner Schauspielkunst. Wer erzählerische Präzision, starke Frauenfiguren und kulturell anspruchsvolles Kino schätzt, sollte diese Vorstellung live erleben.
Offizielle Kanäle von Theatiner Film:
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