Fake Noise, True Image in der Pasinger Fabrik: Klangkunst selbst erleben


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Wenn Maschinen zu Künstlern werden: Fake Noise, True Image in München
Die Ausstellung Fake Noise, True Image – Synergien in der Kunst verwandelt die Pasinger Fabrik in einen faszinierenden Kosmos aus Klang, Bewegung, Skulptur und Theater. Vom Münchner Künstlerduo Portmanteau stammen elektromechanische Klangkunstwerke, die aus alten, gefundenen und recycelten Materialien entstanden sind. Am Donnerstag, 22. Oktober 2026, öffnet die Ausstellung von 15:00 bis 19:00 Uhr ihre Räume für eine ästhetische Erfahrung zwischen Werkbetrachtung, Humor und spielerischer Beteiligung.
Klangskulpturen zwischen Mechanik und Fantasie
Im Zentrum stehen eigensinnige Musikmaschinen, die ihre Umgebung nicht nur visuell, sondern auch akustisch prägen. Sittichquirl, Alpinium, Strippenzieher und Singvase verbinden Skulptur, Installation und kinetische Kunst zu einer begehbaren Komposition. Eine eingeworfene Münze setzt Bewegungen und Geräusche in Gang: Stühle beginnen zu steppen, eine Schafherde scheint akustisch aufzutauchen, und die Singvase entwickelt ihre eigene groteske Bühnenpräsenz.
Die Werke entfalten ihre Wirkung durch das Zusammenspiel von Material, Mechanik und Klang. Metallräder, Holzkoffer, Glocken, Kurbeln und gebrauchte Haushaltsgeräte werden zu poetischen Apparaturen. Ihre sichtbare Konstruktion bleibt dabei Teil des Kunstwerks: Zahnräder, Leitungen und Bewegungsabläufe machen technische Prozesse unmittelbar erfahrbar.
Portmanteau und die Kunst des musikalischen Automaten
Hinter Portmanteau stehen Gerald Greulix Schrank und Christian Taison Heiß. Das seit mehr als zwanzig Jahren arbeitende Künstlerduo verbindet Musik, Bühnenbild, technische Tüftelei und bildende Kunst. Die Süddeutsche Zeitung bezeichnete Portmanteau als Tinguelys des Theaters und verwies damit auf die Nähe zu Jean Tinguelys spielerischer Maschinenkunst, ohne die eigenständige humorvolle Sprache des Münchner Duos zu übergehen.
Die Ausstellung präsentiert neben Klangmaschinen auch Teile von Bühnenbildern, Fotografien, Drucke und Pappcomics. Dadurch entsteht eine Werkschau, in der sich unterschiedliche Medien gegenseitig kommentieren. Bild, Sprache, Sound und Theater treten nicht getrennt auf, sondern bilden ein lebendiges Netzwerk kultureller Produktion.
Ein Ort mit industrieller Erinnerung
Die Pasinger Fabrik bietet für diese Ausstellung einen besonders sprechenden Resonanzraum. Wo heute Kunst, Theater und Musik zusammenkommen, befand sich einst das Stammhaus der Ritterwerke, in dem von 1912 bis 1982 Haushaltsgeräte produziert wurden. Ein speziell für den Ausstellungsort entwickeltes Werk aus Handkurbel-Brotschneidemaschinen greift diese industrielle Geschichte auf und übersetzt sie in eine humorvolle Klanginstallation.
Die Ausstellungsatmosphäre lebt von diesem Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Alltagsobjekte erhalten eine neue Funktion, technische Zweckmäßigkeit wird in ästhetische Erfahrung verwandelt. Gerade darin liegt die kunstpädagogische Qualität von Fake Noise, True Image: Besucherinnen und Besucher betrachten nicht nur fertige Werke, sondern erleben, wie aus Material, Bewegung und Geräusch Bedeutung entsteht.
Mitmachen ausdrücklich erwünscht
Die Klangkunstwerke warten nicht auf eine distanzierte Betrachtung. Das Publikum darf und soll die Automaten selbst aktivieren. Jede Berührung verändert den Raum, jede Münze löst eine neue akustische Situation aus. Für Kinder, Erwachsene und neugierige Spielkinder von 0 bis 99 Jahren entsteht so ein unmittelbarer Zugang zu Installation, Performance und zeitgenössischer Kunst.
An ausgewählten Dienstagen führt das Künstlerduo um 18:00 Uhr durch die Ausstellung und lädt dazu ein, die Klangskulpturen gemeinsam zu erkunden. Die Führungen unter dem Titel Vom Klang des Augenblicks verbinden Vermittlung, Werkbetrachtung und praktische Aktivierung der Maschinen.
Fazit: Ein Kunsterlebnis für Auge, Ohr und Zwerchfell
Fake Noise, True Image – Synergien in der Kunst bietet eine ungewöhnliche Begegnung mit kinetischer Klangkunst, industrieller Ästhetik und humorvoller Kulturvermittlung. Besucher erwartet eine Ausstellung, die technische Materialien in poetische Situationen verwandelt und die Grenze zwischen Kunstwerk, Instrument und Bühne aufhebt. Wer zeitgenössische Kunst nicht nur betrachten, sondern hören, auslösen und körperlich erfahren möchte, sollte dieses besondere Kunsterlebnis in der Pasinger Fabrik live entdecken.
Offizielle Kanäle von Portmanteau und der Pasinger Fabrik:
- Instagram: kein offizielles Profil gefunden
- Facebook: kein offizielles Profil gefunden
- YouTube: kein offizielles Profil gefunden
- Website: https://www.pasinger-fabrik.de/









