RAUSCH (Druk) im Metropoltheater: Ein riskanter Versuch nach neuer Lebendigkeit

Event: RAUSCH (Druk) in Metropoltheater, Floriansmühlstraße 5, 80939 München on 22. Oktober 2026

Datum und Uhrzeit

22. Oktober 2026 19:30 Uhr

Veranstaltungsort

Metropol-Theater
Floriansmühlstraße 5, 80939 München, Germany

Über diese Veranstaltung

Theater

Stimmung

Sonstige

Veranstaltungsorttyp

Drinnen

RAUSCH (Druk): Wenn der Alltag seine Grenzen verliert

Vier Lehrer, vier Freunde, ein riskanter Selbstversuch: Im Metropoltheater München entfaltet RAUSCH (Druk) eine ebenso komische wie verstörende Versuchsanordnung über Lebenshunger, Freundschaft und die Sehnsucht nach einem Neuanfang. Die Bühnenfassung nach dem gleichnamigen Film von Thomas Vinterberg und Tobias Lindholm verbindet gesellschaftliche Satire mit präziser Schauspielkunst und einer Dramaturgie, die das Publikum unmittelbar in den Sog des Geschehens zieht.

Ein Experiment mit gefährlicher Dynamik

Martin und seine Kollegen erleben ihren Beruf und ihr Privatleben zunehmend als graue Routine. Eine Theorie über den angeblich fehlenden Alkoholpegel im menschlichen Körper bringt sie auf eine folgenschwere Idee: Ein kontrollierter Selbstversuch soll neue Energie freisetzen. Zunächst weichen Unsicherheit und Müdigkeit einem ungeahnten Gefühl von Freiheit. Der Unterricht gewinnt an Leidenschaft, Begegnungen erhalten neue Intensität, und der Alltag scheint plötzlich wieder zu leuchten.

Doch der Rausch besitzt seine eigene Dramaturgie. Was als spielerische Grenzerkundung beginnt, verschiebt Schritt für Schritt die Maßstäbe. Die Inszenierung führt vor Augen, wie schnell Selbstbestimmung in Kontrollverlust kippen kann und wie eng Euphorie, Verzweiflung und die Hoffnung auf ein erfülltes Leben miteinander verbunden sind.

Regie, Bühnenbild und Schauspielkunst

Regisseur und Bühnenbildner Jochen Schölch überträgt die filmische Vorlage in eine konzentrierte Theateratmosphäre. Die reduzierte Bühnenästhetik schafft Raum für die vier Darsteller und ihre präzise Arbeit an den Figuren. Michele Cuciuffo, Hubert Schedlbauer, Jakob Tögel und Bijan Zamani verkörpern Männer, deren Freundschaft unter dem Druck des Experiments immer neue Risse erhält.

Im Zentrum steht die körperliche und sprachliche Verwandlung: zurückhaltende Gesten weichen überschäumender Energie, nüchterne Gespräche geraten in einen fiebrigen Rhythmus. Lichtstimmung, Akustik und die Verdichtung des Bühnenraums lassen das Publikum den Wechsel zwischen Ernüchterung und Aufbruch beinahe körperlich miterleben. Die Regie setzt auf bildstarke Reduktion und einen feinen Humor, der die gesellschaftlichen Fragen umso schärfer hervortreten lässt.

Vom preisgekrönten Film zur Bühnenfassung

Die Theaterfassung basiert auf dem Film Der Rausch von Thomas Vinterberg und Tobias Lindholm, der international für seine Auseinandersetzung mit Alkohol, Freundschaft und Lebenskrisen ausgezeichnet wurde. Für die Bühne bearbeiteten Thomas Vinterberg und Claus Flygare den Stoff; die deutsche Fassung stammt von Gabriele Haefs. In München entsteht daraus eine eigenständige Inszenierung, die den filmischen Stoff in unmittelbare Publikumsnähe rückt.

Das Metropoltheater ist für reduzierte, bildstarke Inszenierungen zu aktuellen gesellschaftlichen Themen bekannt und wurde unter anderem mit dem Bayerischen Theaterpreis und dem Monica-Bleibtreu-Preis ausgezeichnet. Der Zuschauerraum im ehemaligen Kino bietet eine intime Nähe zur Bühne, in der jede Veränderung der Figuren und jede Publikumsreaktion spürbar werden kann.

Fazit: Ein Bühnenerlebnis zwischen Euphorie und Ernüchterung

RAUSCH (Druk) verspricht ein intensives Bühnenerlebnis über den Wunsch, dem eigenen Leben wieder Bedeutung zu geben. Die Aufführung verbindet gesellschaftskritisches Theater, feinen Humor und eindringliche Schauspielkunst zu einem Abend, der lange nach dem Schlussapplaus weiterarbeitet. Wer Theater als offenen Denkraum und unmittelbare Begegnung erlebt, findet im Metropoltheater eine Inszenierung voller Energie, Reibung und menschlicher Fallhöhe.

Offizielle Kanäle von Metropoltheater München:

Quellen:

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