BRSO-Kammerkonzert »In memoriam« berührt München im Max-Joseph-Saal


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Ein Abend der Erinnerung, der unter die Haut geht
Mit dem Kammerkonzert »In memoriam« bringt das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks am 13. Juni 2026 einen Abend nach München, der große Stille ebenso ernst nimmt wie musikalische Spannung. Im Max-Joseph-Saal treffen vier Solistinnen und Solisten des BRSO auf ein Programm, das Erinnerung nicht illustriert, sondern in Klang verwandelt.
Klang als stilles Bekenntnis
Henry Purcells Chaconne g-Moll eröffnet den Abend mit feiner Gravität, Benjamin Brittens Streichquartett Nr. 2 C-Dur spannt den Bogen in eine tief persönliche Tonsprache. Schon hier zeigt sich die besondere Handschrift eines Kammerkonzerts auf Spitzenniveau: präzise Synchronisation, transparente Orchestrierung im Kleinen und eine Bühnenperformance, die jedes Detail hörbar macht.
Zwischen Bruchstück und Abschied
György Kurtágs Officium breve in memoriam Andreae Szervánzky verdichtet Trauer auf wenige Gesten, Pausen und Momente des Innehaltens. Dmitrij Schostakowitschs Streichquartett Nr. 15 es-Moll, op. 144, bildet den existenziellen Schlusspunkt: sechs langsame Sätze, deren innere Spannung wie ein letzter Atemzug wirkt. Wer hier zuhört, erlebt nicht bloß ein Konzert, sondern ein Konzerterlebnis von seltener Intensität.
Der Max-Joseph-Saal als Resonanzraum
Der Max-Joseph-Saal in der Münchner Residenz bietet dafür den passenden Rahmen: ein historischer Saal mit unmittelbarer Nähe zwischen Publikum und Musikerinnen und Musikern. Gerade in dieser Akustik entfalten Streicherfarben, leise Dynamik und kammermusikalische Feinzeichnung eine besondere Wirkung. Die Live-Atmosphäre lebt hier von Konzentration, Nähe und jener besonderen Publikumsstimmung, die nur ein intimes Konzertformat hervorbringt.
Was diesen Abend besonders macht
Das BRSO verbindet mit diesem Programm Tradition und Gegenwart auf höchstem Niveau. Die Auswahl der Werke führt durch drei unterschiedliche musikalische Erinnerungsräume: barocke Strenge, moderne Verdichtung und späte Ausdruckskraft des 20. Jahrhunderts. Das Ergebnis ist ein Abend für Hörerinnen und Hörer, die Klangtiefe, emotionale Präzision und echte musikalische Substanz suchen.
Fazit: »In memoriam« verspricht ein konzentriertes Kammerkonzert voller Atmosphäre, innerer Spannung und musikalischer Tiefe. Wer das Zusammenspiel der Solistinnen und Solisten des BRSO in einem so nahen Raum erleben will, sollte sich diesen Termin in der Residenz München nicht entgehen lassen.
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