Münchner Symphoniker in München: Klangmagie zwischen Beethoven und Quantenwelt


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Zwischen Faust, Quantenwelt und Zauberlehrling: Münchner Symphoniker im Prinzregententheater
Am Donnerstag, 8. Oktober 2026, verwandeln die Münchner Symphoniker das Münchner Prinzregententheater in ein klingendes Laboratorium zwischen französischer Opernrarität, amerikanischer Minimal Music, Wiener Klassik und orchestraler Fantasie. Unter dem Titel Bertin · Adams · Beethoven · Dukas führt Chefdirigent Joseph Bastian durch einen Konzertabend, der musikalische Tradition und wissenschaftliche Neugier miteinander verbindet.
Ein Auftakt voller dramatischer Energie
Louise Bertins Ouvertüre zu Fausto eröffnet das Programm mit dunklen Farben, dramatischer Spannung und der musikalischen Vorstellung eines faustischen Paktes. Die Komponistin schrieb die erste französische Oper über den Faust-Stoff. Ihre Musik steht exemplarisch für die Wiederentdeckung eines außergewöhnlichen Repertoires jenseits des etablierten Kanons.
John Adams und der Sound der Moderne
Mit der Doctor Atomic Symphony von John Adams wechselt der Abend in eine Klangwelt aus pulsierenden Minimal-Music-Patterns, orchestraler Verdichtung und elementarer Energie. Die präzise Synchronisation der Instrumentengruppen erzeugt einen Sound, der zugleich körperlich und abstrakt wirkt. Aus wiederkehrenden Motiven wächst ein musikalisches Spannungsfeld zwischen wissenschaftlichem Fortschritt und existenzieller Bedrohung.
Beethoven mit unerhörtem Auftakt
Ludwig van Beethovens Symphonie Nr. 1 C-Dur op. 21 bringt anschließend klassische Formklarheit und revolutionären Geist zusammen. Schon der dissonante Beginn sorgte bei der Uraufführung für Irritation. In der Interpretation der Münchner Symphoniker trifft die kontrollierte Architektur der Wiener Klassik auf Beethovens unverwechselbaren Drang nach Bewegung, Kontrast und überraschender Bühnenwirkung.
Großes Kino mit Paul Dukas
Zum Finale erklingt Paul Dukas’ Der Zauberlehrling. Das sinfonische Scherzo verbindet virtuose Orchestrierung mit tänzerischem Rhythmus und farbenreicher Instrumentation. Walt Disney verwendete das Werk für seinen ersten Trickfilm – ein Beleg für die unmittelbar bildhafte Kraft dieser Musik. Im Konzertsaal entfalten Holzbläser, Streicher und Schlagwerk ein rasantes Klangtheater voller Witz, Unruhe und magischer Bewegung.
Musik trifft Wissenschaft
Der Konzertabend steht in Kooperation mit dem Science Communication Lab des Deutschen Museums. Prof. Dr. Harald Weinfurter, Professor für Experimentelle Quantenphysik an der LMU München, und Joseph Bastian geben eine Einführung in die Werke und schlagen eine Brücke zur faszinierenden Welt der Quantentechnologie. Ab 18:30 Uhr laden Infostände, Exponate und Live-Demonstrationen im Foyer zum Austausch ein. Die Konzerteinführung beginnt um 19:00 Uhr.
Musik sichtbar machen
Als Pilotprojekt begleitet Walter Chiofalo das Konzert mit einer Deaf Performance. Dabei werden Rhythmus, Klang und Emotion in eine eigenständige künstlerische Interpretation in Gebärdensprache übersetzt. So öffnet der Abend neue Zugänge zu klassischer Musik und erweitert das Konzerterlebnis über das Hören hinaus.
Fazit: Ein Konzertabend zwischen Klangkunst und Zukunftsfragen
Die Münchner Symphoniker verbinden in diesem Programm selten gespielte Opernmusik, moderne Orchestersprache, Beethoven’schen Pioniergeist und musikalisches Unterhaltungskino. Im Prinzregententheater erwartet das Publikum eine abwechslungsreiche Live-Atmosphäre mit großer Orchesterbesetzung, markanter Licht- und Klangwirkung sowie spannenden Impulsen aus der Wissenschaft. Wer klassische Musik neu entdecken möchte, erlebt hier einen Konzertabend mit Überraschungen, Energie und nachhaltigen Eindrücken.
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