Olympias Augen im Münchner Künstlerhaus: Schauerromantik trifft musikalische Lesung


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Sophie von Kessel öffnet die Pforten zur Schauerromantik
Wenn um Mitternacht ein Rabe an die Tür klopft und ein geheimnisvoller Schatten durch den Nebel zieht, beginnt im Münchner Künstlerhaus ein außergewöhnliches Bühnenerlebnis. In Olympias Augen verbindet Sophie von Kessel literarische Lesung und musikalische Atmosphäre zu einem Abend zwischen Gänsehaut, Fantasie und dunkler Poesie.
Literatur zwischen Mondschein und Abgrund
Die Schauspielerin taucht in die Welt der Schauerromantik ein. Texte von Johann Wolfgang von Goethe, E.T.A. Hoffmann, Edgar Allan Poe, Mary Shelley und weiteren Autorinnen und Autoren führen in eine Sphäre erotisch-sensitiver Figuren, schaurig-dämonischer Charaktere und fantastischer Phänomene. Gewitter, Nebel, unheimliche Naturerscheinungen und nächtliche Visionen werden zu imaginären Bühnenbildern, die sich im Kopf des Publikums entfalten.
Schauspielkunst trifft musikalische Dramaturgie
Sophie von Kessel gestaltet die Texte mit großer stimmlicher Präsenz und einer präzisen Dramaturgie des Erzählens. Ihre Schauspielkunst lebt von wechselnden Klangfarben, feinen Pausen und der Spannung zwischen vergnüglicher Lesung und existenziellem Schrecken. So entsteht eine Inszenierung, in der Sprache nicht bloß vorgetragen, sondern als lebendiger Bühnenraum erfahrbar wird.
Isabel Lhotzky am Klavier und Maria Friedrich am Violoncello erweitern diesen literarischen Kosmos um geheimnisvolle Klangflächen. Werke von Franz Schubert, Claude Debussy, Ludwig van Beethoven, Dmitri Schostakowitsch, Modest Mussorgsky, George Gershwin und Frédéric Chopin verleihen dem Abend eine schwebende, bisweilen verspukte Atmosphäre. Klavier und Cello setzen dabei nicht nur musikalische Akzente, sondern kommentieren die Texte wie unsichtbare Figuren im Hintergrund.
Ein Abend für die dunkle Seite der Fantasie
Die musikalisch-literarische Aufführung führt von der romantischen Nachtseite bis zu fantastischen Grenzerfahrungen. Zwischen feiner Erotik, schwarzem Humor und wohligem Gruseln entsteht ein facettenreiches Theatererlebnis, das die Vorstellungskraft unmittelbar anspricht. Die Akustik der historischen Räume des Münchner Künstlerhauses bildet dafür einen atmosphärischen Resonanzraum.
Sophie von Kessel ist dem Münchner Publikum durch ihre langjährige Zugehörigkeit zu den Ensembles der Münchner Kammerspiele und des Residenztheaters vertraut. Sie spielte in Inszenierungen von Dieter Dorn und Martin Kušej und war bei den Salzburger Festspielen als Buhlschaft zu erleben. Isabel Lhotzky bringt ihre Erfahrung aus Klassik, Jazz, Folklore und Pop ein; Maria Friedrich verbindet klassische Musik mit Jazz, Blues, Bossa Nova und Folk.
Fazit: Schaurig-schöne Bühnenkunst live erleben
Olympias Augen verspricht einen Abend, an dem Literatur, Schauspielkunst und Kammermusik zu einem sinnlichen Gesamterlebnis verschmelzen. Wer sich von dunklen Geschichten, geheimnisvollen Klängen und der Magie des gesprochenen Wortes verführen lassen möchte, erlebt im Münchner Künstlerhaus eine außergewöhnliche Reise durch die Schauerromantik.
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