Lennij in der Aula der Grundschule Neubiberg: Noir-Tragikomödie als Bühnenerlebnis


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Schwarz-Weiß-Spannung live: Lennij entfesselt eine Nacht voller Rätsel
Ein düsterer Hauch von Film Noir, der Geruch von Nebel und kaltem Pflaster, ferne Schüsse in der Nacht: Mit Lennij lädt der Theaterverein SüdSpiel zu einem intensiven Bühnenerlebnis in die Aula der Grundschule Neubiberg. Die Tragikomödie im Stil der 1920er zeichnet das Porträt eines schlichten Helden, der durch neblige Gassen irrt – zwischen Kriminalkomödie und Vorahnung der beginnenden 1930er Jahre.
Bühnenbild wie ein alter Kinotraum
Die Inszenierung setzt auf eine Schwarz-Weiß-Ästhetik, die an frühe Stummfilmklassiker erinnert. Licht und Schatten modellieren die Figuren, Requisiten werden wie harte Schnittkanten geführt, die Akustik bleibt kantig, direkt, präzise. In dieser Theateratmosphäre kippt Komik in Beklemmung – ein dramaturgischer Balanceakt, der die Publikumsreaktion von Schmunzeln zu angehaltenem Atem führt.
Dramaturgie mit Tiefenschärfe
Autor und Regisseur Martin Decker verwebt eine Kriminalgeschichte mit existenziellen Fragen: Wer ist Täter, wer Opfer, wer Beobachter im Dickicht der Nacht? Mit leisen Verweisen an das Absurde Theater – eine Verbeugung vor Becketts Warten auf Godot – verdichtet die Regie die Begegnungen zu einem Reigen aus Argwohn, Sehnsucht und Mut. Die Figuren kreisen um Lennij wie Lichtkegel, die im Nebel kurz aufflammen und wieder verschwinden.
Musik zwischen Herzschlag und Sirene
Die eigens komponierte Musik (Martin Decker und Anna Kruspe) pulsiert unter der Oberfläche: ein rhythmischer Herzschlag, der Szenen atmen lässt, und melodische Spitzen, die wie Sirenen in die Nacht schneiden. Sie trägt die Schauspielkunst durch Tempo- und Stimmungswechsel, schärft Pointen und verlängert das Echo der leisen Momente.
Schauspielkunst im Zwielicht
Das Ensemble von SüdSpiel – eine produktive Mischung aus erfahrenen Bühnenmenschen und jungen Talenten – fächert Charaktere mit klaren Konturen auf. Körpersprache ersetzt große Gesten, Blicke werden zu Dialogen, und die Regie meidet jede Überzeichnung. So entsteht eine starke szenische Ökonomie, die jede Bewegung bedeutungsvoll macht.
Fazit
Wer eine kluge, atmosphärische Theaterarbeit sucht, erlebt mit Lennij eine packende Nacht voller Rätsel, Humor und Abgrund. Ein Abend, der beweist, wie wirkungsvoll Inszenierung, Dramaturgie, Bühnenbild und Musik zusammenwirken – unbedingt live erleben.
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