Fake Noise, True Image in der Pasinger Fabrik: Kunst wird zum Klangereignis


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Wenn Maschinen zu klingen beginnen: Fake Noise, True Image in der Pasinger Fabrik
Die Ausstellung Fake Noise, True Image – Synergien in der Kunst verwandelt die Pasinger Fabrik in einen begehbaren Kosmos aus Klangmaschinen, Skulptur, Bild, Sprache und Theater. Im Mittelpunkt stehen die elektromechanischen Kunstwerke des Münchner Künstlerduos Portmanteau, die aus alten, gefundenen und recycelten Materialien entstehen. Das Kunsterlebnis verbindet visuelle Überraschung mit hörbarer Bewegung und lädt Besucherinnen und Besucher ausdrücklich zum Mitmachen ein.
Klangskulpturen zwischen Mechanik, Humor und Theater
Die Ausstellung entfaltet eine eigentümliche Ausstellungsatmosphäre: Metallräder, Holzkoffer, Glocken, Kurbeln und Automaten verbinden sich zu kinetischen Klangkunstwerken. Arbeiten wie Sittichquirl, Alpinium, Strippenzieher und Singvase reagieren auf Berührung, Münzeinwurf oder Knopfdruck. Aus scheinbar ausgedienten Gegenständen entstehen musikalische Skulpturen mit eigenwilligem Charakter.
Portmanteau, bestehend aus Gerald Greulix Schrank und Christian Taison Heiß, arbeitet seit mehr als zwanzig Jahren an der Schnittstelle von Musik, Technik, Theater und bildender Kunst. Die Süddeutsche Zeitung bezeichnete das Duo als die Tinguelys des Theaters. Ihre Kunst steht damit in der Tradition kinetischer Kunst und mechanischer Assemblage, entwickelt diese jedoch mit einem ausgesprochen spielerischen und performativen Ansatz weiter.
Werkbetrachtung mit allen Sinnen
In dieser Ausstellung bleibt die Kunst nicht auf distanzierte Betrachtung beschränkt. Besucher können selbst Hand anlegen, Bewegungsabläufe auslösen und erleben, wie aus Mechanik ein vielschichtiges Klangereignis entsteht. Eine Brotschneidemaschine wird zur ungewöhnlichen Klangquelle; andere Apparaturen erzeugen Glockenspiele, Tierlaute oder absurde Bühnensituationen.
Die ästhetische Erfahrung entsteht aus dem Zusammenspiel von Material, Bewegung, Geräusch und Raumwirkung. Das Licht fällt auf Metalloberflächen und gebrauchte Bauteile, während rhythmische Impulse den Ausstellungsraum strukturieren. So wird die Werkbetrachtung zu einer unmittelbaren Begegnung mit Prozesskunst, Sound Art und interaktiver Installation.
Synergien mit Fotografie, Druckgrafik und Installation
Die Ausstellung versammelt neben Klangmaschinen auch Teile von Bühnenbildern, Fotografien, Drucke und Pappcomics. Martin Dessecker bringt seine Transparenzen und Sehhilfen ein. Der Druckspezialist Petr Mayr arbeitet mit Siebdruck, Radierung und raumgreifenden Installationen. Willi Haas erweitert den Ausstellungskosmos durch Fotografien, in denen vertraute Raumorientierungen ins Wanken geraten. Der Astrophysiker Dr. Leonhard Scheck untersucht in seinen Bildserien ungewöhnliche Schnitte durch die Raumzeit.
Diese kuratorische Verbindung macht die Ausstellung zu einem Beispiel für kulturelle Bildung jenseits starrer Gattungsgrenzen. Malerei, Fotografie, Druckgrafik, Skulptur, Installation und Musik begegnen sich in einem offenen Dialog. Die Besucher erleben, wie sich ein Kunstwerk durch Klang, Bewegung und eigene Beteiligung verändert.
Führungen und musikalisches Begleitprogramm
Das Künstlerduo Portmanteau führt an ausgewählten Dienstagen um 18 Uhr durch die Ausstellung und aktiviert gemeinsam mit dem Publikum die Klangskulpturen. Ergänzend entstehen im Rahmenprogramm musikalische Performances, unter anderem mit Loopin’ Lab, TiDCDTrA und Mycrotom. Die Ausstellung richtet sich an neugierige Kunstinteressierte ebenso wie an Familien und Spielkinder von 0 bis 99 Jahren.
Die regulären Öffnungszeiten der Ausstellung sind Dienstag bis Samstag von 15 bis 19 Uhr sowie sonntags von 14 bis 18 Uhr. Der Eintritt beträgt 8 Euro regulär und 5 Euro ermäßigt. Die Ausstellungskarten sind direkt an der Kasse der Ausstellungsräume erhältlich.
Fazit: Eine Ausstellung, die man hören und ausprobieren muss
Fake Noise, True Image verspricht ein ungewöhnliches Kunsterlebnis zwischen mechanischer Poesie, absurdem Humor und experimenteller Klangkunst. Die Pasinger Fabrik wird zum Resonanzraum für bewegte Skulpturen, überraschende Geräusche und neue Formen der Werkbetrachtung. Wer Kunst nicht nur sehen, sondern körperlich, akustisch und spielerisch erfahren möchte, sollte diese Ausstellung live besuchen.
Offizielle Kanäle von Portmanteau:
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