Der Herzerlfresser im TamS: Ferdinand Schmalz bringt Münchens Bühne zum Beben


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Ein dunkles Märchen voller Witz, Wucht und Bühnenmagie
Mit Der Herzerlfresser bringt das TamS in München einen der markantesten Theatertexte von Ferdinand Schmalz auf die Bühne: ein Stück zwischen Krimi-Groteske, poetischer Sprachkunst und bitterböser Gegenwartssatire. Am 7. Mai 2026 öffnet sich im Schwabinger Hinterhoftheater ein Abend, der mit schwarzem Humor, präziser Dramaturgie und starker Schauspielkunst auf das Publikum zielt.
Ein Stoff zwischen Legende, Gegenwart und kapitalistischer Versuchung
Ferdinand Schmalz verwebt in diesem Theatertext eine steirische Mordlegende mit der Gegenwart einer ländlichen Welt, die vom Versprechen des Fortschritts verführt wird. In der Rezeption wurde das Stück immer wieder als poetische Kapitalismusanalyse beschrieben: Die Errichtung eines Einkaufszentrums, die Angst vor dem Unbekannten und der Mythos des Herzerlfressers stoßen hier aufeinander und erzeugen eine dichte, unruhige Theateratmosphäre.
Die Sprache von Schmalz arbeitet mit Rhythmus, Bildkraft und scharfem Witz. Genau daraus wächst jene Spannung, die eine Inszenierung dieses Textes so reizvoll macht: Zwischen Groteske und Tragik, Dorfmilieu und Abgrund, Politischem und Archaischem.
Das TamS als passender Resonanzraum
Das TamS Theater in Schwabing gilt seit Jahrzehnten als eigenwillige Münchner Bühne mit literarischem Profil. Die offizielle Theaterseite beschreibt das Haus als experimentelle Adresse mit einer Mischung aus absurdem, literarischem und politischem Theater. Für einen Text wie Der Herzerlfresser ist das ein idealer Ort: klein genug für Nähe, konzentriert genug für Zwischentöne, offen genug für Reibung.
Die intime Bühnensituation verstärkt jede Publikumsreaktion. Atem, Stille, Zwischenlachen und Schockmomente liegen hier eng beieinander. Gerade bei einem Stück, das Komik aus Gefahr gewinnt, entfaltet das TamS seine besondere Kraft.
Regie, Ensemble und Atmosphäre des Abends
Die TamS-Programmseite kündigt die Produktion mit Regie von Susi Weber und einem Ensemble um Irene Rovan, Lena Vogt, Helmut Dauner, Julian Mantaj und Axel Röhrle an. Schon diese Konstellation verspricht einen Abend, der auf Spielenergie, präzise Figurenzeichnung und lebendige Ensemblearbeit setzt.
Wer Ferdinand Schmalz kennt, erwartet keine glatte Illusionsmaschine, sondern ein Bühnenerlebnis mit Reibung, Sprachlust und gedanklicher Schärfe. Die Figuren bewegen sich in einem Klima aus Begehren, Angst und ökonomischem Druck. Genau darin liegt die Kraft dieser Aufführung: Sie zeigt, wie ein Mythos in der Gegenwart weiterlebt und plötzlich erschreckend nah wird.
Was das Publikum erwartet
Besucherinnen und Besucher dürfen sich auf ein intensives Theatererlebnis freuen, das mit klarer Sprache, grotesken Bildern und dunkler Komik arbeitet. Das Stück fordert Aufmerksamkeit, belohnt sie aber mit atmosphärischer Dichte und einer Geschichte, die sich immer weiter öffnet: in Richtung Gesellschaftssatire, Moralfrage und archaischer Legende.
Das Fazit ist eindeutig: Der Herzerlfresser im TamS verspricht keinen bequemen Abend, sondern ein kluges, packendes und lebendig gespieltes Bühnenerlebnis. Wer zeitgenössisches Theater mit literarischer Schärfe liebt, sollte diesen Termin in München nicht verpassen.
Offizielle Kanäle von TamS Theater:
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- Website: https://tamstheater.de/










