Fischer Fritz im Münchner Volkstheater entfällt krankheitsbedingt


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Fischer Fritz im Münchner Volkstheater: Die Aufführung am 25. Oktober 2026 entfällt
Das Stück Fischer Fritz von Raphaela Bardutzky war für Sonntag, den 25. Oktober 2026, um 20:00 Uhr im Münchner Volkstheater, Bühne 3, angekündigt. Die Vorstellung entfällt krankheitsbedingt. Bereits gekaufte Karten werden laut Theaterkasse per E-Mail bearbeitet.
Ein zungenbrecherisches Sprachspiel über Heimat und Fremdheit
Im Zentrum der Inszenierung steht der alte Fischer Fritz, für den nach einem Schlaganfall das Fischen endgültig vorbei ist. Dennoch hält er an seinem Haus am Fluss fest, in dem bereits sein Vater und sein Großvater dem Familiengewerbe nachgingen. Sein Sohn Franz hat der Provinz den Rücken gekehrt und in München einen Friseursalon eröffnet. Die familiäre Begegnung wird zum präzisen Schauspiel über Alter, Herkunft und die Zumutungen des Wandels.
Dramaturgie zwischen Komik und leiser Melancholie
Raphaela Bardutzky verbindet sprachspielerische Energie mit genauer Beobachtung. Die Figuren legen äußere Zuschreibungen ab und wechseln die Perspektive des Gegenübers oder einer Erzählinstanz. Besonders die anfänglichen Verständigungsschwierigkeiten zwischen Fritz und Piotra öffnen einen Raum, in dem Fremdheit allmählich in Nähe übergeht. Piotras Wissen über die Zubereitung frischen Fischs setzt dem titelgebenden Zungenbrecher eine sinnliche, überraschend konkrete Ebene entgegen.
Inszenierung, Bühnenbild und Schauspielkunst
Regisseurin Asena Yeşim Lappas führt die Produktion mit einem klaren Blick für Rhythmus und Zwischentöne. Sarah Elena Kratzl verantwortet Bühne und Kostüme, Fiona Schneck das Lichtdesign, Nicholas Zöckler die Dramaturgie. Die Aufführung ist auf 70 Minuten ohne Pause angelegt. Rhythmuswechsel verleihen dem Bühnenerlebnis Tempo, während Lichtstimmung, Akustik und die konzentrierte Schauspielkunst die Figuren in ihrer widersprüchlichen Lebenswelt verankern.
Eine ausgezeichnete Perspektive auf Gegenwartstheater
Fischer Fritz entstand aus einem Zungenbrecher und entwickelt daraus ein eigenständiges zeitgenössisches Theaterstück. Bardutzkys Arbeit wurde 2021 beim Heidelberger Stückemarkt nominiert und zählte 2022 zu den Gewinnerstücken der Autorentheatertage am Deutschen Theater Berlin. Die Münchner Produktion verbindet gesellschaftliche Beobachtung mit einer zugänglichen, humorvollen Bühnensprache.
Fazit: Ein abgesagter Abend mit besonderer Theatergeschichte
Die für den 25. Oktober 2026 geplante Vorstellung findet nicht statt. Das Stück bleibt dennoch eine bemerkenswerte Position im zeitgenössischen deutschsprachigen Theater: sprachbewusst, empathisch und dramaturgisch nah an den Fragen von Heimat, Alter und Fremdheit. Weitere reguläre Termine sind für den 24. und 27. November 2026 angekündigt.
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