Offene Wunde im Münchner Volkstheater: Ein eindringlicher Abend gegen das Vergessen


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Offene Wunde: Erinnern, was nicht verstummen darf
Ein dunkler Bühnenraum, Stimmen aus dem Gedächtnis einer Stadt und die Frage, wie Erinnerung weiterlebt: Das dokumentarische Theaterstück Offene Wunde bringt am 28. Oktober 2026 im Münchner Volkstheater die Perspektiven der Angehörigen des rassistischen OEZ-Anschlags auf die Bühne.
Ein Theaterabend zwischen Recherche und Gedenken
Tunay Önder und Christine Umpfenbach entwickeln ihre Inszenierung aus Gesprächen mit Angehörigen, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten, Politikerinnen und Politikern sowie Mitarbeitenden von Sicherheitsbehörden. Im Zentrum stehen nicht die Täter, sondern die neun jungen Menschen, die am 22. Juli 2016 am Münchner Olympia-Einkaufszentrum ermordet wurden: Armela, Can, Dijamant, Guiliano, Hüseyin, Roberto, Sabine, Selçuk und Sevda.
Die Dramaturgie verschiebt den Blick von der bloßen Berichterstattung hin zu den Lebensgeschichten der Opfer und dem Weiterleben ihrer Familien. So entsteht ein Bühnenstück, das dokumentarische Genauigkeit mit theatraler Verdichtung verbindet.
Eine behutsame Inszenierung mit großer Wirkung
Christine Umpfenbach führt Regie, Tunay Önder und Umpfenbach zeichnen für Text und Recherche verantwortlich. Evi Bauer gestaltet das Bühnenbild, Pascale Martin die Kostüme, Anton Kaun Video und Sound. Lichtdesigner David Jäkel und Dramaturg Nicholas Zöckler formen gemeinsam einen Theaterabend, der auf grelle Effekte verzichtet und seine Wirkung aus Sprache, Präsenz und konzentrierter Publikumsnähe gewinnt.
Die Pressestimmen beschreiben Offene Wunde als bedrückend und bewegend zugleich. Besonders hervorgehoben wird die Balance zwischen Dokumentation und Theatralisierung: Die Inszenierung erinnert, ohne zu überhöhen, und macht sichtbar, wie Rassismus und rechter Terror in gesellschaftlichen Strukturen gedeihen.
Die Namen hinter der Nachricht
Auf der Bühne stehen Ruth Bohsung, Luise Deborah Daberkow, Max Poerting, Enes Şahin und Baran Sönmez. Ihre Schauspielkunst gibt den Stimmen der Angehörigen Raum und lässt aus historischen Fakten ein unmittelbares Bühnenerlebnis entstehen.
Die Theateratmosphäre bleibt dabei bewusst konzentriert. Sprache, Video, Sound und Licht öffnen einen Erinnerungsraum, in dem Trauer, Wut und die Forderung nach gesellschaftlicher Verantwortung nebeneinander stehen. Die Publikumsreaktion entsteht aus dem Nachhall des Abends: aus dem, was ausgesprochen wird, und aus dem, was im Schweigen weiterwirkt.
Wichtiger Hinweis zum Inhalt
Die Inszenierung schildert explizit Gewalt, Mord, den Einsatz von Schusswaffen, Rassismus und rechten Terror. Die Aufführung dauert etwa 1 Stunde und 20 Minuten und findet ohne Pause statt.
Fazit: Ein notwendiger Abend der Münchner Bühnenkunst
Offene Wunde ist kein bequemes Theater, sondern ein präziser und eindringlicher Gedenkabend. Die Inszenierung erinnert an die Ermordeten, macht die Perspektive der Angehörigen hörbar und richtet den Blick auf die Verantwortung der gesamten Gesellschaft. Wer dokumentarisches Theater, politische Bühnenkunst und engagierte Schauspielkunst erlebt, sollte diesen Abend im Münchner Volkstheater live besuchen.
Offizielle Kanäle von Münchner Volkstheater:
- Instagram: kein offizielles Profil gefunden
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- Website: https://www.muenchner-volkstheater.de/










