I WANNA CONTACT THE LIVING: Gespenstisches Theater im Münchner Volkstheater

Event: I WANNA CONTACT THE LIVING – Das Gespenstische von Canterville in Münchner Volkstheater | Bühne 2, Tumblingerstraße 29, 80337 München on 10. November 2026

Datum und Uhrzeit

10. November 2026 20:00 Uhr

Veranstaltungsort

Münchner Volkstheater
Tumblingerstraße 29, 80337 München, Deutschland

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31,00 €
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Über diese Veranstaltung

Theater

Stimmung

Sonstige

Veranstaltungsorttyp

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Wenn das Gespenst an der Gegenwart verzweifelt

Im Münchner Volkstheater öffnet sich am 10. November 2026 ein unheimliches Schloss: I WANNA CONTACT THE LIVING – Das Gespenstische von Canterville verwandelt Oscar Wildes berühmte Gespenstergeschichte in eine zeitgenössische Bühnenreise zwischen Horror, Komik und gesellschaftlicher Diagnose. Katharina Grosch entwickelt als Autorin und Regisseurin eine Inszenierung über das Bedürfnis nach Kontakt – und über eine Gegenwart, die selbst auf den größten Spuk oft nur noch mit einem müden Blick reagiert.

Ein Gespenst sucht Anschluss

Ein uralter Fluch, eine verlorene Seele und ein Schloss voller Schatten bilden den Ausgangspunkt. Das Gespenst von Canterville möchte arglose Bewohnerinnen und Bewohner in den Wahnsinn treiben. Doch die neue Familie bleibt vollkommen unbeeindruckt. Kettenrasseln, Erscheinungen und die vertrauten Werkzeuge des Gruselgenres verfehlen ihre Wirkung. Aus dem souveränen Spuk wird ein verzweifelter Versuch, endlich wahrgenommen zu werden.

Die Dramaturgie verschiebt dabei den Blick: Im Zentrum steht nicht nur die Frage, ob sich Menschen noch erschrecken lassen. Die Inszenierung fragt ebenso, weshalb Angststörungen und Panikattacken trotz einer scheinbar aufgeklärten Gesellschaft allgegenwärtig sind. Zwischen Nachrichtenflut, Horrorfilm-Erfahrung und psychologischer Selbstoptimierung entsteht ein grotesker Zwischenraum, in dem das Unheimliche plötzlich wieder als soziale Kraft erscheint.

Absurd, komisch und von leiser Melancholie durchzogen

Grosch verbindet die klassische Vorlage mit einer eigenwilligen, absurd-trashigen Bühnenästhetik. Kleine Schreckmomente treffen auf abseitige Gedankengänge, komödiantisches Timing auf eine melancholische Grundierung. Die Regie lässt die Gespenster nicht als übermächtige Monster auftreten, sondern als Figuren, die an ihrem täglichen Scheitern beinahe menschlich werden.

Das Bühnenbild und die Kostüme von Hanna Rode prägen die Theateratmosphäre mit grotesken Bildern: rotwangige Pappgesichter, weit aufgerissene Augen, zerknitterte Bettlakenkleider und eigensinnige Frisuren verleihen den Erscheinungen den Charme besonders geliebter Stoffpuppen. Musik von Cico Beck und das Licht von Balthasar Lukas Pank öffnen Räume zwischen Spuk, Traum und greller Gegenwart.

Oscar Wilde als Sprungbrett in die Gegenwart

Die freie Bearbeitung nutzt Oscar Wildes Erzählung nicht als museale Vorlage, sondern als Resonanzraum. Das Gespenstische wird zum Prüfstein für Empathie: Wer sich gruselt, rückt näher zusammen. Gerade in einer Zeit realer Schreckensszenarien untersucht die Inszenierung, ob das gemeinsame Erleben von Angst noch Gemeinschaft stiften kann.

Die Schauspielkunst von Maximiliane Haß, Liv Stapelfeldt und Marlene Markt als Gespenster trifft auf Ruth Bohsung als Ms. Umney und Noé Stehlin als Virginia Ninsch. In der präzisen Verbindung von Körperkomik, Horror-Motivik und philosophischer Befragung entfaltet sich ein Bühnenerlebnis, das zwischen Lachen und Beklemmung pendelt.

Pressestimmen zur Inszenierung

Die Abendzeitung beschreibt den Abend als absurd-trashiges Setting, das mit kleinen Schreckmomenten und ungewöhnlichen Gedankengängen überrascht. Nachtkritik hebt besonders Hanna Rodes Kostüm- und Maskenkreationen hervor. Die Süddeutsche Zeitung sieht in den lustigen, munteren und bald verzweifelten Gespenstern Figuren, deren Scheitern eine eigentümliche Nähe erzeugt.

Ein konzentrierter Theaterabend

Die Aufführung dauert 1 Stunde und 50 Minuten ohne Pause. Gespielt wird auf Bühne 2 des Münchner Volkstheaters. Der Veranstaltungsort ist barrierefrei erreichbar; der Zugang erfolgt über den Aufzug, Bühne 2 liegt im Erdgeschoss. Eine kostenpflichtige Tiefgarage steht zur Verfügung, die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln wird empfohlen. Als Hinweis gilt: In der Inszenierung kommen Zigaretten und Kräuterzigaretten zum Einsatz.

Fazit: Grusel als Einladung zur Nähe

I WANNA CONTACT THE LIVING – Das Gespenstische von Canterville verspricht ein vielschichtiges Bühnenerlebnis: eine komische Geistergeschichte, eine kluge Gegenwartsdiagnose und eine bildstarke Inszenierung über Angst, Apathie und den Wunsch nach Verbindung. Wer Theater zwischen Schauer, Schauspielkunst und gesellschaftlicher Reflexion erleben möchte, findet hier einen Abend mit eigenwilligem Rhythmus und nachhaltigem Nachhall.

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Quellen:

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